Stichwort: Österreich


Buchbesprechungen, News

(407 Beiträge in dieser Rubrik)

Jacqueline Gillespie: Schindeln am Dach
Ein Schneeberg-Krimi

verfasst am 22.08.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Was diesen Krimi vor allem ausmacht: es menschelt ungemein! Ob Patrick Sandor, Sektionschef bei der Polizei, oder Ignaz Müller, der Kriminalinspektor oder die alte Dame aus dem Dorf – lauter „Typen“, alle mit ganz eigenem, unverwechselbarem Charakter, alle sehr liebevoll gezeichnet und schwungvoll beschrieben. weiter »


Eva Rossmann: Alles rot
Ein Mira-Valensky-Krimi

verfasst am 21.08.2014 von | 1 Kommentar

Mira Valensky sieht sich im Wiener Volkstheater die Vorstellung „Othellos Erben“ an. Verantwortlich für die Produktion ist Paulus Reisinger. Das Bühnenstück soll innerhalb der krisengeschüttelten EU völkerverbindend wirken. Die Ermordung der hochrangige EU-Beamtin Dagmar Wieser in Zypern wirft auf die EU und die Verlierer und die Gewinner der Finanzkrise neue Schatten. weiter »


Anglberger & Duschlbauer: Der Matrose und der Legionär
oder Die Meister der Empörungskunst

verfasst am 16.08.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Sudern auf hohem Niveau? Oder doch niveauvolles Sudern?

Ein reger Briefwechsel zwischen Herrn Thomas und Herrn Karl, die sich vom Leben betrogen fühlen. Und wer, wenn nicht alle Anderen und ihre Marotten, die Chinesen und Lipizzaner sind Schuld an ihrer verkrachten Existenz! Vorsicht Satire!

Zwei Meister der Empörungskunst raunzen auf Gott (?) und die Welt. Gescheitert in ihren Existenzen versuchen sie der Ursache auf den Grund zu gehen. Und ja. Es gibt viele Gründe, warum Herr Karl von der Fremdenlegion flüchtete und Herr Thomas ein verkannter Künstler ist. weiter »


Ludwig Winder: Der Thronfolger

verfasst am 11.08.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Ermordung von Franz Ferdinand, Thronfolger der Donaumonarchie, war der Auslöser der Reihe von unsäglichen Reaktionen der Regierungen und Herrscher der europäischen Mächte, an deren Ende der Beginn des 1. Weltkrieges stand.  Ludwig Winder schildert in seinem Roman die Geschehnisse beginnend mit dem Jahr 1855 bis zu den Schüssen von Sarajewo im Juni 1914.

Dieser Roman ist vieles in einem: ein Gesellschaftsroman und eine Biographie, ein Entwicklungsroman und ein historischer Roman. Die historischen Fakten füllte Winder mit der romanhaften Darstellung des Lebens von Franz Ferdinand, seiner Familie, der Habsburger und der untergehenden Welt der Donaumonarchie. weiter »


Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

verfasst am 03.08.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Als ob man mit jemandem an einem Tisch sitzt und als ob diese Person über den Andreas Egger zu erzählen beginnt, einen Mann, den sie gekannt hatte. Will man das Leben eines Menschen erzählen, dann wird man nicht Stunden dafür verwenden, man wird das, was einem wichtig erscheint erzählen. Robert Seethaler erzählt genau so; und wie. weiter »


Thomas Antonic & Janne Ratia: JOE 9/11

verfasst am 02.08.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Ein Polaroid-Foto, aufgenommen an einer Felsenküste in Portugal. Ein bislang mäßig erfolgreicher Fotograf namens Peter Novak, dem auf seiner Reise durch Portugal genau dieses Foto, das da im Cafe an die Wand gepinnt hängt, ins Auge springt. Die Cafe-Besitzerin, die ihm das Foto schenkt, weil sie es selbst  vor rund einem Jahr gefunden hat und es für sie keine besondere Bedeutung hat. Die vielfache Vergrößerung dieses Fotos, die Peter, wieder daheim in San Francisco, wegen eines winzigens Flecks im Bild herstellt und die enthüllt, dass gerade ein Mensch zu Tode kommt. weiter »


Reinhard Kleindl: Gezeichnet

verfasst am 01.08.2014 von | 1 Kommentar

Gezeichnet bin ich jetzt auch – allerdings nach einer sehr kurzen Nacht, die ich Reinhard Kleindl und seinem Buch verdanke.

Im beschaulichen Graz tummeln sich allerhand schräge Typen. Chefinspektor Franz Baumgartner, der sympathische Unsympathler ist Ermittler um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Der Mörder, eine wirklich irre Gestalt metzelt – wegen der Ordnung. weiter »


Johannes Gönner: Nichts ist vergessen
Ein Pfarr-Krimi

verfasst am 22.07.2014 von | 4 Kommentare

Zunächst einmal hat der Autor vergessen, uns eine Rahmenhandlung zu geben. Wir stolpern sofort in die persönlichen Betrachtungen von Franziska. Weiter geht es mit Stefan, dem Pfarrer von St. Canisius und seiner Sicht der Dinge. Und dann Gregor. Und dann Eberhard. Und so weiter. weiter »


Arthur Schnitzler: Später Ruhm

verfasst am 08.07.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Literatenrunden in den Wiener Kaffeehäusern. Ende des 19./Beginn des 20. Jahrhunderts eine Institution. Arthur Schnitzer schrieb im Jahr 1894 eine Novelle, die einen ironischen Blick auf deren Protagonisten wirft.  120 Jahre, bis ins Jahr 2014 dauerte es, bis dieses kleine, wunderbare Stück Literatur endlich veröffentlicht wurde. weiter »


Walter Than: Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt

verfasst am 02.07.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Welch symbolischer Titel für dieses Buch. Walter Than schildert die letzten Jahre des zweiten Weltkrieges in Wien in eindringlichen Form. Wenn er seinen Protagonisten Georg Manhart – einen Halbjuden – unter der ständigen Belastung auch „entsorgt“ zu werden, durch Wien gehen lässt. Wenn Georg nach der Matura seine Stelle als technischen Zeichner in einem Flugzeugwerk antritt, ohne eine Ahnung von dieser Aufgabe zu haben, dann verlässt einen beim Lesen die bedrückende Atmosphäre der damaligen Zeit kaum mehr.

Zumindest ist es mir so ergangen. Ich war nahe daran, nach einiger Zeit nicht mehr weiter zu lesen. Doch Walter Than versteht es mit seiner Sprache, mit seinen Schilderungen zu fesseln. weiter »


Michael Köhlmeier: Die Abenteuer des Joel Spazierer

verfasst am 30.06.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Joel Spazierer, ein Meister der Manipulation, Mörder, Lügner und Weitgereister, erzählt sein Leben als Ich-Autor. Ein Psychopath, der seine Erlebnisse in der Kindheit dafür verantwortlich macht, was er geworden ist – ein Mensch ohne Moral und Empathie. Eine groteske Geschichte. Hat mir das Buch gefallen? Ich überlege hier mit Joel Spazierers Lieblingsantworten: Ja. Nein. Weiß nicht. weiter »


Günter Neuwirth: Moorhammers Fest

verfasst am 29.06.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Ein für Krimi-Liebhaberinnen sicherlich vertrautes Szenario: Gottfried Moorhammer, der berühmte Künstler, der Freunde und Familie zu seinem Geburtstagsfest geladen hat; irgendwann während des Festes geschieht ein Verbrechen und man kann annehmen, dass sich der Täter bzw. die Täterin unter den Anwesenden findet. 

Nur, dass der Ort des Geschehens diesmal nicht eine Insel in der Karibik oder ein Schloß an der englischen Küste ist sondern ein Haus bei Hinterstoder; auch heisst der Detektiv nicht Hercule Poirot sondern Christina Kayserling und sie ist Kriminalpolizistin in Steyr in Oberösterreich. weiter »


Jürgen Benvenuti: Schrottplatz Blues
Ein Wiener Kriminalroman

verfasst am 20.06.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Sein Aufenthalt in Wien ist nur eine Zwischenstation. Noch weiß Ben Poller das nicht so genau, aber bald wird er sich wieder auf die Reise machen. Davor muss er sich mit einer Geschichte voller Unklarheiten, falschen Vermutungen, eigenartigen Verwirrungen und so manchem Schaden an seiner körperliochen Unversehrtheit auseinander setzen. weiter »


Alexander Lernet-Holenia: Strahlenheim

verfasst am 15.06.2014 von | 1 Kommentar

Diese Erzählung lebt von den Gegensätzen. Das ist einerseits das, was über das Jahr 1917 wissen und darüber, was in den folgenden Jahren geschah. Andererseits die Schilderung des Lebens im Jahr 1917, das sich noch in der alten Zeit abspielte, aber bereits dem Untergang geweiht war. weiter »


Franz Zeller: Sieben letzte Worte

verfasst am 10.06.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Ein Mord mitten in Salzburg. Das Opfer eine bekannte und allseits beliebte Schauspielerin. Die Inszenierung, wie die Leiche gefunden wird, die ist wahrhaft der Festspielstadt würdig. weiter »


Katharina Rueprecht, Bernd-Christian Funk: Staatsgewalt
Die Schattenseiten des Rechtsstaats

verfasst am 05.06.2014 von | 1 Kommentar

Dieses Buch erschien zwar bereits im Jahr 2012, Ereignisse im Jahr 2014 sind aber der Beleg dafür, dass sich an seiner Aktualität nichts geändert hat. Gerade erst endete nach vielen Jahren der unsägliche „Tierschützerprozess“ in Wr. Neustadt, gerade erst wurden ungeheure Zustände in unseren Gefängnissen bekannt. weiter »


Herbert Dutzler: Letzter Saibling
Ein Altaussee-Krimi

verfasst am 28.05.2014 von | 1 Kommentar

Sommer ist es im Ausseerland, als im Toplitzsee Leichtenteile gefunden werden.

Das ist dem Inspektor Gaspelmaier nicht sehr recht, denn einerseits wird die Ruhe gestört und anderseits scheint es einen Zusammenhang mit dem örtlichen Skiclub zu geben, dessen Mitglieder ihm wohl bekannt sind. weiter »


Eva Gründel: Mörderwetter
Ein England-Krimi

verfasst am 22.05.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Mitten in der Wiener Innenstadt wird ein Mann von einem Nashorn attackiert.

So der furiose Beginn eines Krimis, dessen Schauplätze Wien, London und die Cotswolds sind. weiter »


Susanne Scholl: Emma schweigt

verfasst am 19.05.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Zwei Frauen, deren Lebensgeschichten unterschiedlicher nicht sein können, begegnen sich in Wien. Emma, eine ältere grantelnde Frau, mittlerweile in Pension und Sarema, eine aus Tschetschenien geflüchtete Asylsuchende, verbindet ein Zufall. Ein kurzes Stück gemeinsame Geschichte und doch zwei Welten. Ein berührendes Buch! weiter »


Gudrun Büchler: Unter dem Apfelbaum

verfasst am 18.05.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Unter dem ApfelbaumEine Familiengeschichte, die sich auf vier Generationen von Frauen konzentriert, die mich erschüttert hat. Gudrun Büchler erzählt, wie die Frauen ausgebeutet wurden, wie sie unterdrückt wurden, wie ihnen nahezu kein Freiraum zur persönlichen Entfaltung gegeben wurde. weiter »


Dodo Kresse, Gerhard J. Rekel: Mona Lisas dunkles Lächeln

verfasst am 17.05.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die von den Nazis geraubten Kunstschätze: da gibt es einerseits die nach Jahrzehnten noch immer nicht vollständige erfolgte Rückgabe an die rechtmäßigen Besitzer. Andererseits verliehen zwei Ereignisse dem Thema gerade jetzt wieder Aktualität – die Gurlitt-Sammlung und der Clooney-Film „The Monuments Men“. weiter »


Oliver Jungwirth: Sonnenglaster

verfasst am 12.05.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

SonnenglasterEin Psychothriller, der zu Beginn sehr surreal erscheint. Und doch. Es ist alles möglich. Im Kopf der Menschen und in ihren verwundeten Seelen werden Traumata bildhaft zu wahrhaften Monstergeschichten. Ein tolles Buch über einen jungen Mann, der sich den Tod seiner ehemals großen Liebe Uschi selbst zuschreibt und sich dabei fast in den Wahnsinn treibt. weiter »


Elisabeth Radler: Der Anfang vom Rest
Gedichte meiner Seele

verfasst am 30.04.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Der Anfang vom Rest Eine Frau, die in einem kleinen Gedichtband ganz offen damit umgeht, ihrer Depression mit dem Schreiben von Gedichten das schwere Gewicht von ihrem Herzen zu nehmen – in eine neue Leichtigkeit. weiter »


Erwin Wagenhofer, Sabine Kriechbaum & André Stern: Alphabet
Angst oder Liebe

verfasst am 21.04.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Wettbewerb heißt die Zauberformel in der kapitalistischen Gesellschaft. Das ist nicht neu. Trotzdem rüttelt dieses Buch auf und bringt einen Perspektivenwechsel mit sich. Über das Bildungssystem werden wir Menschen ständig in Konkurrenz geschickt – denn die Gewinnerinnen und Gewinner sind jene, die mit schulischen Bestnoten glänzen, die Eliteunis abschließen. weiter »


Hugo Bettauer: Der Herr auf der Galgenleiter
Ein Tag aus dem Leben eines Normalmenschen

verfasst am 19.04.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Der Roman zur Finanzkrise. Zur Finanzkrise der 1920er-Jahre zwar, aber wer mag da schon einen Unterschied zu der aus dem Jahr 2008 erkennen? Der Roman über den Weg eines jungen Mannes vom unbeschwerten Reichtum zur schier ausweglosen Mittellosigkeit in nur 24 Stunden. weiter »


Ulrike Schmitzer: Die Flut

verfasst am 13.04.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Am Beginn steht ein beinahe apokalyptisches Szenario: eine rote Flut wälzt sich über das Land und bedeckt alles mit einer giftigen, alles einnehmende Masse. Wäre so etwas nicht vor ein paar Jahren tatsächlich geschehen, würde man es für reine Fiktion halten. Fiktion sind nur die Auswirkungen, unmöglich aber sind diese nicht. weiter »


Der Machatschek: Freie Liebe oder der König von Rio

verfasst am 07.04.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Der MachatschekDer Machatschek ist verliebt. Still und  hoffnungslos. Die Lisi, die sich derzeit in Rio um arme Waisenkinder kümmert, weiß nichts von ihrem Glück. Wie denn auch – das Gefühl der Liebe hängt im Herzen des müden Machatscheks wie eine hartnäckige Sommergrippe. weiter »


Bernhard Aichner: Totenfrau

verfasst am 25.03.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Bernhard Aichners Affinität zur Totengräber-Branche ist nicht neu, in seinen drei Max-Broll-Krimis waren ein Friedhof und ein Totengräber bereits die Hauptdarsteller. Mit „Totenfrau“ bleibt Aichner seinem Thema und seinem Stil treu, wechselte aber, zwecks globaler Vermarktung, mit seinem neuesten Roman vom Haymon zum btb-Verlag. weiter »


Heinrich Steinfest: Der Allesforscher

verfasst am 24.03.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Der Allesforscher„Der Beginn eines jeden Buches leidet unter einem großen Manko: Es fehlt die Musik.“ Wenn es mit diesem Satz beginnt ist man schon eimal sicher, dass man einen Steinfest liest. Also ein Buch, in dem den Gedanken und den Fantasien wenn überhaupt dann nur sehr dünnwandige Grenzen gesetzt sind, immer bereit hindurch zu stoßen. weiter »


Ulrike Schmitzer: Es ist die Schwerkraft, die uns umbringt

verfasst am 20.03.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Es sind diese beiden Aspekte, die mich an den Büchern von Ulrike Schmitzer so begeistern. Es ist die kurze Sprache, die in knappen Sätzen alles sagen kann. Und dann ist es der fließende Übergang von den Gedanken und Überlegungen der Hauptperson zur ihren Handlungen: so denkt sie über das, was sie gerade unternimmt; so empfindet sie das, was gerade geschieht. weiter »




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