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	<title>Das Literatur Blog</title>
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	<description>Buchbesprechungen von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Lars Becker: Es wird Steine regnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 01:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Becker, Lars]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativwelt (Dystopie)]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Lars Becker]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Rowohlt Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[Nein, keine Angst, es geht nicht um irgendwelche Verschwörungstheorien à la „hohle Erde“. Lars Becker hat sich mit seinem Roman &#8222;Es wird Steine regnen&#8220; vielmehr in ein Niemandsland zwischen Science Fiction, Thriller, Dystopie und Fantasy gesetzt und dafür eine ganz eigene Realität geschaffen. Diese Realität sieht so aus: Im Jahr 2035 existiert einige Kilometer unter [&#8230;]]]></description>
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<p>Nein, keine Angst, es geht nicht um irgendwelche Verschwörungstheorien à la „hohle Erde“. Lars Becker hat sich mit seinem Roman &#8222;Es wird Steine regnen&#8220; vielmehr in ein Niemandsland zwischen Science Fiction, Thriller, Dystopie und Fantasy gesetzt und dafür eine ganz eigene Realität geschaffen. <span id="more-34049"></span></p>
<p>Diese Realität sieht so aus: Im Jahr 2035 existiert einige Kilometer unter der Erdoberfläche Terrapolis, eine Stadt ohne Sonnenlicht und ohne Zukunft. Dort leben viele der bereits Verstorbenen, die auf unerklärliche Weise ein zweites Leben geschenkt bekommen haben. Wie das geschieht, seit wann es geschieht und nach welchen Kriterien entschieden wird, wer dort unten weiterleben darf, bleibt weitgehend offen. Im Lauf der Story erfährt man nur, dass es etwa zehn Prozent der Toten sind, die dort Aufnahme finden. Wie viele Menschen insgesamt in Terrapolis leben, bleibt unklar – es müssen aber sehr viele sein, denn unter der Erde altern die Menschen deutlich langsamer.</p>
<p>Was zunächst nach einer seltsamen, vielleicht sogar erstrebenswerten Vorstellung klingt, entpuppt sich rasch als düstere Gegenwelt. Terrapolis ist kein Paradies, sondern eine Diktatur. Die Mächtigen herrschen mit Willkür, Gewalt und Kontrolle, sind dabei aber selbst nicht wirklich sicher. Denn auch in dieser Unterwelt gilt: Eine dritte Chance gibt es nicht. Wer hier stirbt, ist endgültig tot.</p>
<p>Im Mittelpunkt stehen zwei Männer, die aus dieser Welt ausbrechen: Dante Palazzo, früher Gewerkschaftsführer und Bergarbeiter, und Majid Ramzy, ein brutaler Militärpolizist. Beide schaffen es, mithilfe eines geheimnisvollen Serums an die Oberfläche zu gelangen. Dieses Serum bewahrt sie dort oben vor dem Erstickungstod, aber nur für kurze Zeit. Damit beginnt ein Wettlauf gegen die Uhr. Palazzo hofft, dass er 50 Jahre nach seinem Tod noch jemanden aus seiner Familie findet, während Ramzy als kaltblütiger Killer eine Spur der Gewalt zieht. Das Regime von Terrapolis schickt ein Killerkommando hinterher, angeführt von Luka Firmino, der selbst eine verhängnisvolle Vergangenheit mit Ramzy hat.</p>
<p>Es ist eine etwas verwirrende Story, die für mich sehr viele lose Enden hat. Erklärungen über das Wie, Warum und Wofür fehlen an vielen Stellen. Unter anderem fehlen sie mir auch für die eigentliche Grundkonstruktion der Handlung. Warum genau gibt es Terrapolis? Wer hat diese Welt geschaffen oder entdeckt? Warum gelangen manche Tote dorthin und andere nicht? Welche Regeln gelten wirklich? Und weshalb bleibt all das über so lange Zeit verborgen? Spoiler: Wer auf solche Fragen klare Antworten erwartet, wird die in diesem Roman nicht bekommen.</p>
<p>Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – fesselt das Buch. Ich lese, ich wundere mich, frage mich, ob nicht doch irgendwann eine Erklärung zu alledem kommt, und kann dennoch nicht aufhören zu lesen. Die Auflösung vieler Grundfragen kommt nicht. Aber während man darauf wartet, ist man längst in dieser seltsamen, düsteren, gewalttätigen Welt unterwegs und will wissen, wie es weitergeht.</p>
<p>&#8222;Es wird Steine regnen&#8220; ist spannend. Und weil so wenig erklärt wird, bleibt natürlich viel Raum für die eigene Fantasie: Terrapolis ist kein ausgearbeitetes Science-Fiction-Szenario, sondern eine Idee, die man selbst fertig ausmalen kann. Eine Höhlenwelt mit einer Gesellschaft, die die Fehler der Oberwelt nicht abgelegt hat, sondern sie in noch extremerer Form fortsetzt.</p>
<p>Kurz gesagt: Der Tod hat die Menschen in Lars Beckers Welt nicht besser gemacht. </p>
<p>Der Roman pendelt zwischen Genres, setzt sich, wie schon oben geschrieben, irgendwo dazwischen hinein. Thriller, Science Fiction, Noir, Dystopie, Fantasy – alles ist irgendwie vorhanden, aber nichts davon so richtig. Diese Unordnung kann irritieren, ist aber auch reizvoll.</p>
<p>Ein Buch also für alle, die gerne Geschichten lesen, die nicht geradlinig sind, für alle, die sich auf eine ungewöhnliche Mischung aus Unterwelt, Dystopie, Verfolgungsjagd und düsterer Fantasie einlassen wollen. Und für alle, die damit leben können, dass am Ende des Buches nicht jede Frage beantwortet ist.</p>
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		<title>Janina Ramirez: Heldinnen, Herrscherinnen, Heilige</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 01:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ramirez, Janina]]></category>
		<category><![CDATA[Belgien]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
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		<category><![CDATA[Janina Ramirez]]></category>
		<category><![CDATA[Karin Schuler]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Renaissance]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Siedler]]></category>
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					<description><![CDATA[In unseren Geschichtsbüchern scheint Geschichte, vielleicht einmal abgesehen von Maria Theresia und Sisi, fast ausschließlich von Männern gestaltet worden zu sein. Könige, Kaiser, Feldherren, Päpste, Eroberer und Revolutionäre stehen im Rampenlicht, Frauen stehen daneben, dahinter oder verschwinden ganz. Janina Ramirez zeigt in *Heldinnen, Herrscherinnen, Heilige*, dass dieses Bild zumindest unvollständig ist. Das alte Verständnis von [&#8230;]]]></description>
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<p>In unseren Geschichtsbüchern scheint Geschichte, vielleicht einmal abgesehen von Maria Theresia und Sisi, fast ausschließlich von Männern gestaltet worden zu sein. Könige, Kaiser, Feldherren, Päpste, Eroberer und Revolutionäre stehen im Rampenlicht, Frauen stehen daneben, dahinter oder verschwinden ganz. <span id="more-34032"></span></p>
<p>Janina Ramirez zeigt in *Heldinnen, Herrscherinnen, Heilige*, dass dieses Bild zumindest unvollständig ist. Das alte Verständnis von Rollenbildern hat zwar dazu geführt, dass Frauen tatsächlich meist im Schatten der Geschichte standen, aber eben nicht immer. Manche traten, allen Traditionen und Widerständen zum Trotz, nach vorne und beeinflussten die Entwicklung ihrer Länder und Regionen entscheidend.</p>
<p>Ramirez schreibt dabei keine bloße Sammlung von Kurzbiografien. Ihr Buch ist Biografie und Geschichtsbuch zugleich. Anhand der Lebensgeschichten ihrer Protagonistinnen beschreibt sie ausführlich auch jene historischen Ereignisse, die dorthin führten: Kriege, Revolutionen, dynastische Interessen, religiöse Konflikte, nationale Mythenbildung und politische Vereinnahmung. Gerade das macht die Lektüre so reizvoll. Man liest über Frauen, deren Namen teilweise bekannt sind, erfährt aber zugleich von Ereignissen, die zumindest mir weniger vertraut waren, für die Geschichte der jeweiligen Länder oder Regionen aber von großer Bedeutung sind.</p>
<h3>7 Kapitel, 7 Regionen</h3>
<p>Im ersten Kapitel geht es nach Frankreich, zu Jeanne d’Arc und zu Charlotte Corday während der Französischen Revolution. </p>
<p>Das zweite Kapitel führt auf die Iberische Halbinsel und stellt Isabella von Kastilien in den Mittelpunkt.  Ramirez verbindet diese Geschichte mit Agustina de Aragón, die im Kampf gegen Napoleon zur spanischen Heldin wurde. </p>
<p>Im dritten Kapitel geht es nach Griechenland, zu Anna Komnene und Laskarina Bouboulina. Anna Komnene war byzantinische Prinzessin, Gelehrte und Geschichtsschreiberin; Laskarina Bouboulina wiederum gehört in die Zeit des griechischen Unabhängigkeitskampfes. </p>
<p>Das vierte Kapitel widmet sich den Niederlanden und Belgien, genauer Marie von Oignies, den Beginen und später den Schwestern von Notre Dame de Namur. </p>
<p>Im fünften Kapitel steht Deutschland im Mittelpunkt, verbunden mit Kaiserin Adelheid und Lola Montez. Adelheid gehört in die Welt des mittelalterlichen Reiches, der Herrschaft durch Heirat, Erbfolge, Bündnisse und Blutsverwandtschaft.  Lola Montez dagegen führt in das Bayern des 19. Jahrhunderts und in die Unruhe vor und während der Revolution von 1848. </p>
<p>Das sechste Kapitel führt nach Italien und verbindet Katharina von Siena mit Anna „Nina“ Morisi. Katharina von Siena ist eine jener religiösen Frauengestalten, deren Einfluss weit über persönliche Frömmigkeit hinausreichte. Mit Nina Morisi führt Ramirez dann in das 19. Jahrhundert und zu einem anderen Konflikt zwischen Religion, Macht und moderner Öffentlichkeit. </p>
<p>Das siebte Kapitel führt nach Großbritannien, zu Lady Godiva und Queen Victoria. Lady Godiva ist bis heute vor allem durch die berühmte Legende bekannt, in der sie nackt durch Coventry reitet. Die Verbindung zu Queen Victoria zeigt, wie solche mittelalterlichen Figuren im 19. Jahrhundert erneut für nationale, moralische oder dynastische Vorstellungen nutzbar gemacht wurden. </p>
<p>Ramirez führt aus, wie Geschichte nicht nur vergessen, sondern auch gezielt umgeformt wird. Frauen werden nicht einfach aus den Überlieferungen gelöscht; manchmal werden sie sogar besonders sichtbar gemacht, aber nur in dem Umfang, wie es den jeweiligen politischen, religiösen oder nationalen Interessen dient. Aus durchaus widersprüchlichen Persönlichkeiten werden Heilige, Märtyrerinnen, Mütter der Nation, Verführerinnen, Skandalfiguren oder moralische Vorbilder. Die realen Frauen verschwinden dabei oft hinter ihren nachträglich erzeugten Bildern.</p>
<h3>Der Bezug zu unserer Gegenwart</h3>
<p>Ein solches Buch passt leider auch sehr gut in unsere Gegenwart. Wir erleben derzeit nicht nur neue Debatten über Geschlechterrollen, sondern auch eine erschreckende Rückkehr alter Muster. In der sogenannten Manosphere wird Männlichkeit wieder über Dominanz, Herabsetzung und Kontrolle definiert; antifeministische, frauenfeindliche und teils antidemokratische Vorstellungen verbreiten sich in erschütterndem Umfang in digitalen Räumen.</p>
<p>Gerade deshalb ist ein Buch wie &#8222;Heldinnen, Herrscherinnen, Heilige&#8220; zeitgemäß. Nicht, weil es behauptet, Frauen hätten Geschichte allein gemacht. Sondern weil es zeigt, dass unsere Welt und unsere Zivilisation immer von Frauen und Männern gemeinsam geformt wurden. Wer Frauen aus der Geschichte herausnimmt, erzählt nicht nur unvollständig, sondern falsch.</p>
<p>Wenn jetzt große Teile der Gesellschaft wieder in archaische Rollenbilder zurückzudriften scheinen, ist jeder Beitrag bedeutsam, der diesem Denken etwas entgegensetzt.</p>
<p>Ramirez tut das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Wissen und historischer Genauigkeit. Was belegt, dass Frauen nicht nur bloße Randfiguren der Geschichte waren (und sind), sondern handelnde Personen, mit Macht, Einfluss, Mut, Widersprüchen und Fehlern.</p>
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		<title>Günter Neuwirth: Fichtes Telefon</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/09/guenter-neuwirth-fichtes-telefon/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 01:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Neuwirth, Günter]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Neuwirth]]></category>
		<category><![CDATA[Inspektor Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn der Traum zum Albtraum wird &#8230; Eberhard Fichte, ehemaliger Buchhalter und seit einem halben Jahr arbeitslos, täuscht laut telefonierend allen eine heile Welt vor. Irene und Lidia, die eine Trickbetrügerin, die andere Taschendiebin, gehen aktuell in Wien ihrer Arbeit nach. Sie heften sich auf die Spur eines geheimnisvollen Gepäckstückes, in dem sie zu Recht [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Wenn der Traum zum Albtraum wird &#8230;</strong></p>
<p>Eberhard Fichte, ehemaliger Buchhalter und seit einem halben Jahr arbeitslos, täuscht laut telefonierend allen eine heile Welt vor.</p>
<p>Irene und Lidia, die eine Trickbetrügerin, die andere Taschendiebin, gehen aktuell in Wien ihrer Arbeit nach. Sie heften sich auf die Spur eines geheimnisvollen Gepäckstückes, in dem sie zu Recht einen Haufen Geld vermuten. </p>
<p>Toni Berger, ein toter ehemaliger Weltklasseskispringer, Rudi Obermeier, ein Kleinganove, der auf höhere Weihen hofft, sowie die Wiener Unterweltgrößen in Sachen Drogen, Monetti und Wernheim, &#8211; das sind die Personen dieses Krimis.  </p>
<p>Halt, die Guten fehlen noch! Chefinspektor Wolfgang Hoffmann, Gerhard Assmann und deren Chef Koller &#8211; alle drei vom Drogendezernat. </p>
<p>Fichte und die beiden Frauen haben eines gemeinsam: Den Traum von einem besseren Leben. Für Fichte scheint sich der Traum zu erfüllen, als er zufällig in Besitz einer Tasche mit 700.000 Euro gerät. Was er nicht weiß ist, dass es sich hier um Geld aus dem Verkauf von Drogen handelt, hinter dem sowohl die beiden Frauen als auch die (beinahe) rechtmäßigen Eigentümer Wernheim und Monetti her sind. </p>
<p>Wolfgang Hoffmanns Part beginnt mit der Auffindung des toten Toni Berger, der ausgerechnet in Rudi Obermeiers Wohnung an einer Überdosis gestorben ist. Punkt für Punkt arbeiten sich Hoffmann und seine Kollegen durch diesen Fall. Anfangs hinken sie immer einen oder zwei Schritt(e) hinter den Ganoven her. </p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong> </p>
<p>Günter Neuwirth hat mit diesem zweiten Fall für Wolfgang Hoffmann einen komplexen Krimi geschaffen. </p>
<p>Vor allem das Zusammentreffen von Irene und Eberhard bildet eine Geschichte in der Geschichte. Der farblose und &#8211; wie man später erfährt &#8211; von seiner Mutter zeitlebens schikanierte Fichte, fällt auf die Lügengeschichte von Irene herein. Doch nicht nur das, er verliebt sich in die Betrügerin. Da keimt bei mir schon ein wenig Mitleid auf. Ich habe ihn so richtig vor mir gesehen, den Eberhard. Klein, mit Halbglatze und Bauchansatz, stets grau gekleidet &#8211; völlig unscheinbar und komplexbeladen. Ihm gegenüber die toughe Irene, die immer weiß, wie es weitergeht und der kriminelle Kopf des Frauen-Duos ist. </p>
<p>Die Gangster Obermeier, Wernheim und Monetti bekommen letzten Endes ihre verdiente Strafe. Irene und Lidia &#8211; das lest bitte selbst. </p>
<p>Wie immer führt uns der Autor zu Orten Wiens, die jetzt nicht die Highlights der Fremdenführer sind. Nach Ottakring, zum Beispiel, dem ehemaligen Arbeiterbezirk, den Migranten aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien unter sich aufgeteilt haben, um dort ihren Geschäften nachzugehen. </p>
<p><strong>Fazit:</strong> </p>
<p>Ein komplexer Krimi aus Wien mit viel Lokalkolorit und vielschichtigen Protagonisten. Gerne gebe ich hier 5 Sterne</p>
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			</item>
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		<title>Lavie Tidhar: Adama</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/09/lavie-tidhar-adama/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2026 01:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Tidhar, Lavie]]></category>
		<category><![CDATA[Conny Lösch]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Lavie Tidhar]]></category>
		<category><![CDATA[Suhrkamp Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie aus der Flucht vor den Nazis nach Palästina mit unendlich viel Leid und Gewalt der Staat Israel entstand – und wie Leid und Gewalt die Menschen in diesem Staat bis heute prägen: Lavie Tidhars &#8222;Adama&#8220;  erzählt genau davon. Nicht als Geschichtsstunde, nicht als politisches Lehrstück, sondern als dramatische Familiengeschichte, in der sich persönliche Schicksale [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie aus der Flucht vor den Nazis nach Palästina mit unendlich viel Leid und Gewalt der Staat Israel entstand – und wie Leid und Gewalt die Menschen in diesem Staat bis heute prägen: Lavie Tidhars &#8222;Adama&#8220;  erzählt genau davon. Nicht als Geschichtsstunde, nicht als politisches Lehrstück, sondern als dramatische Familiengeschichte, in der sich persönliche Schicksale und historische Momente untrennbar miteinander verbinden.</p>
<p>Es ist jenseits unserer eigenen Erfahrungen und Vorstellungen, was es bedeutet, gerade noch sein Leben retten zu können und an einem fremden, unwirtlichen Ort neu beginnen zu müssen. Ruth, eine ungarische Jüdin, entkommt den Nazis und kommt nach Palästina. Ihre Eltern werden ermordet, ihre Schwester Shoshana bleibt zunächst verschollen, später wird auch sie wieder Teil dieser Familiengeschichte. Ruth aber findet in Palästina nicht nur Zuflucht, sondern eine Aufgabe, vielleicht sogar eine Bestimmung. Der Kibbuz Trashim wird für sie ihre Heimat, ihr Lebensinhalt, ihr Glaube, ihr Besitzanspruch, ihre Antwort auf die Gewalt, vor der sie geflohen ist.</p>
<p>Mit beinahe fanatischer Zähigkeit kämpft Ruth darum, dieses Stück Land aufzubauen und zu halten. Sie scheut vor harter Arbeit ebenso wenig zurück wie vor Entscheidungen, die zu Gewalt führen. Was als Rettung, als Neubeginn, als Traum eines sicheren Ortes beginnt, wird bald untrennbar mit Vertreibung, Zerstörung und Tod verbunden. Ruth und ihre Mitkämpfer sind vor der Gewalt geflohen – und wenden sie nun selbst gegen andere an. Gerade in dieser bitteren Umkehrung liegt eine der großen Stärken des Romans: Tidhar macht es sich nicht einfach. Er zeigt Opfer, die zu Tätern werden können, und Täter, die aus einer Geschichte von Angst, Verlust und Überleben hervorgehen.</p>
<p>Der Suhrkamp Verlag ordnet &#8222;Adama&#8220; als Thriller ein. Die damit versprochene Spannung findet man tatsächlich, aber der Roman ist weit mehr als nur spannend. Er ist Familienroman, politischer Roman, historische Chronik und düstere Bestandsaufnahme zugleich. Die Handlung führt von den Jahren vor und rund um die Staatsgründung Israels bis ins Jahr 2009. An den entscheidenden Wegpunkten dieser Staatswerdung finden auch für Ruth und ihre Familie entscheidende Ereignisse statt: die Auseinandersetzung mit den Briten, die Vertreibung der arabischen Bevölkerung, die Kriege, die das Land immer weiter formen und zugleich verwunden.</p>
<p>Dabei folgt Tidhar nicht nur Ruth, sondern auch ihren Geschwistern, Kindern und Enkeln, er schreibt über Heranwachsen, Älterwerden, Liebe, Verrat, Loyalität, Verlust und Tod. Manche Figuren halten an den Idealen der ersten Generation fest, andere wollen ihnen entkommen. Manche dienen dem Land, das Ruth mit aufgebaut hat, andere zerbrechen an dem, was dieses Land von ihnen verlangt. Am Ende, wenn nur noch eine einzelne Person aus dieser Familie übrig bleibt, bündelt sich vieles in einer quälenden Frage: Welchen Sinn hatte es, so viel zu unternehmen, so viel Leid zu ertragen und selbst so viel Leid zu verbreiten?</p>
<p>Besonders stark ist der Erzählstrang, in dem diese Familiengeschichte nachwirkt. Die Letzte der Familie kennt ihre Verwandten kaum. Erst in dem einzigen Erbstück, das ihr bleibt, findet sie Spuren dessen, was vor ihr war: eine kleine Kiste mit verblichenen Fotografien, Erinnerungsstücken und den Gesichtern jener Menschen, die vergangen sind. Eine ganze Geschichte von Flucht, Hoffnung, Gewalt, Aufbau, Schuld und Verlust liegt am Ende in einer unscheinbaren Schachtel.</p>
<p>Nebenbei erfährt man viel über das Leben im Kibbuz. Welche Strukturen eine solche Gemeinschaft zusammenhalten, welches Selbstverständnis die Menschen haben, die sich entschieden haben, dort zu leben, welche Ideale sie tragen und welche Härte damit verbunden ist. Das allein ist schon ein überaus interessanter Teil des Romans. Eingebettet in die Handlung erhält man einen lebendigen Einblick in die Lebensumstände, die sozialen Verhältnisse, die Kindererziehung, den Zusammenhalt und die inneren Zwänge eines Kibbuz. Man versteht, warum Menschen darin Sinn finden konnten – und ebenso, warum andere daraus fliehen mussten.</p>
<p>&#8222;Adama&#8220; ist kein bequemes Buch. Es ist auch kein Roman, der einfache Antworten anbietet. Aber gerade deshalb ist er so stark. Tidhar erzählt mit großer erzählerischer Kraft von Menschen, die leben wollen, kämpfen müssen, lieben, verraten, überleben und schuldig werden. Er zeigt, wie ein Staat entsteht, aber auch, was diese Entstehung kostet. Und er zeigt, dass Leid nicht automatisch milde macht. Manchmal macht es hart. Manchmal wird aus dem Wunsch nach Sicherheit eine neue Gewalt.</p>
<p>Ein Roman, der mitnimmt und nicht mehr loslässt.</p>
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		<item>
		<title>Jane Draycott: Fulvia</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 01:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Draycott, Jane]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Claudia Kotte]]></category>
		<category><![CDATA[Jane Draycott]]></category>
		<category><![CDATA[Römisches Reich]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Piper]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem ich in den letzten Wochen lesetechnisch mehrmals im Imperium Romanum unterwegs war sowohl „Dirty Rome“ als auch „Die Kaiser Roms“ gelesen habe, darf dieses Buch über eine Frau, die so gut wie jede Regel im antiken Rom gebrochen hat, nicht fehlen: Fulvia. Jane Draycott, die britische Historikerin und Archäologin, nimmt sich in dieser Biografie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nachdem ich in den letzten Wochen lesetechnisch mehrmals im <em>Imperium Romanum</em> unterwegs war sowohl „Dirty Rome“ als auch „Die Kaiser Roms“ gelesen habe, darf dieses Buch über eine Frau, die so gut wie jede Regel im antiken Rom gebrochen hat, nicht fehlen: Fulvia.<span id="more-34035"></span></p>
<p>Jane Draycott, die britische Historikerin und Archäologin, nimmt sich in dieser Biografie einer Frau an, die zu Lebzeiten gehasst und verunglimpft worden ist, weil sie so gar nicht dem Abbild der Frau in der römischen Antike entsprochen hat: Fulvia, Tochter des Marcus Fulvius Bambalio und seiner Frau Sempronia, Tochter des Sempronius Tuditanus. Ihre exakten Lebensdaten sind nicht gesichert. Geboren um 84–73 v. Chr. und gestorben Mitte 40 v. Chr. ist sie unter anderem eine Zeitgenossin von Gaius Iulius Caesar, verheiratet mit Publius Clodius Pulcher, danach mit Gaius Scribonius Curio und in dritter Ehe mit Marcus Antonius.</p>
<p>Fulvia ist eine der wenigen Frauen, die politischen Einfluss offen geltend gemacht hat. Sie ist schon in der Antike bekannt, wird in Briefen und Schriften genannt. Allerdings als abschreckendes Beispiel, wie eine tugendhafte römische Ehefrau NICHT zu sein hatte. Vor allem Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr. &#8211; 43 v. Chr.) sticht mit seinen wüsten Schmähschriften gegen Fulvia und ihre drei Ehemänner besonders heraus. Dass Cicero nach dem Mord an Gaius Iulius Caesar den Proskriptionen zum Opfer gefallen ist, kommt nicht von ungefähr. Fulvias Mitwirkung bei der Erstellung der Proskriptionslisten ist durchaus möglich, hat sie doch erheblichen Einfluss auf ihren dritten Mann Marcus Antonius. Dass sie allerdings.  wie auf dem Bild dargestellt, das das Cover ziert, Ciceros Zunge mit Haarnadeln durchbohrt hat, gehört zur Legende wie vieles andere auch. Das Bild stammt von Pawel Svedomwsky (1849-1904), der es 1898 gemalt hat.</p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Fulvia ist mir unlängst bei einer Dokumentation über Octavian, also Kaiser Augustus, der als „Friedenskaiser“ gilt, obwohl sein Weg dorthin mit zahlreichen Kriegen innerhalb und außerhalb Roms gepflastert ist, untergekommen. Fulvias Name fällt in historischen Roman häufig, sobald man eine Hassfigur braucht.</p>
<p>Es ist erstaunlich, wie es der Autorin gelungen ist, aus den sehr einseitigen antiken Quellen dieses fesselnde Porträt von Fulvia zu gestalten. Jane Draycott spürt ihr nach, liest akribisch historische Texte über Fulvia, die vorrangig von ihren Gegnern stammen und füllt die Leerstellen ihrer Biografie mit überlieferten Analogien von antiken Frauenleben.</p>
<p>Das Buch ist sehr strukturiert. Wir erhalten einen Einblick in das römische Leben sowie Kenntnis über über die komplexe Nomenklatur der römischen (Herkunfts)Namen. Wie es sich für eine Wissenschaftlerin gehört, hat Jane Draycott ein ausführliches Quellenverzeichnis und eine Zeittafel sowie den Stammbaum der Fulvia und einige Abbildungen und Karten im Anhang angeschlossen- Zudem gibt es eine Bewertung der antiken Quellen, die ja &#8211; wie bekannt &#8211; durchaus ambivalent zu betrachten sind.</p>
<p>Bleibt für mich nur die Frage offen, ob der <em>Lancia Fulvia</em> nach der starken Frau benannt worden ist (wahrscheinlich nicht) oder doch eher nach der Via Fulvia, die ihre Bezeichnung zu Ehren des Konsuls Marcus Fulvius Flaccus, einem Weggefährten und Verbündeter der beiden Gracchen, erhalten hat?</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Gerne gebe ich diesem Porträt einer Frau mit ungewöhnlichem Charisma, deren Geschick für strategische Bündnisse nicht immer von Erfolg gekrönt war und ihr letztlich den Tod ihrer drei Ehemännern sowie ihrer Kinder und ihr selbst die Verbannung eingetragen hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sonia Tagliareni: Deathbringer – Der Kuss der Schlange</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 01:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Tagliareni, Sonia]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline Weissbach]]></category>
		<category><![CDATA[Sonia Tagliareni]]></category>
		<category><![CDATA[USA; Mauritius]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Heyne]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Roman beginnt im Jahr 1927 und springt anschließend ins Jahr 1939, in dem die Haupthandlung spielt. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Viola und Sylas erzählt. Im Mittelpunkt steht Viola, eine junge Frau mit einer Gabe, die sie selbst zutiefst verabscheut. Sie ist eine Todesmagierin und kann mit Toten kommunizieren. Diese Fähigkeit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Roman beginnt im Jahr 1927 und springt anschließend ins Jahr 1939, in dem die Haupthandlung spielt. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Viola und Sylas erzählt.</p>
<p>Im Mittelpunkt steht Viola, eine junge Frau mit einer Gabe, die sie selbst zutiefst verabscheut. Sie ist eine Todesmagierin und kann mit Toten kommunizieren.</p>
<p>Diese Fähigkeit würde sie am liebsten ihrer Schwester Olivia überlassen, die sie sehr darum beneidet. Deshalb tauschen die beiden die Rollen. Olivia gibt sich als Mortemagierin aus und besucht an Violas Stelle das Gorhail Institute of Magic. Dabei stirbt sie unter mysteriösen Umständen.</p>
<p>Viola macht sich deswegen große Vorwürfe und beschließt, Olivias Tod aufzuklären.</p>
<p>Auf der Suche nach Antworten begibt sie sich an das Gorhail Institute of Magic, wo ihre Schwester ihre letzten Tage verbracht hat. Dort trifft sie auf Sylas, einen Giftmagier, der Todesmagiern aus persönlichen Gründen zutiefst misstraut. Ausgerechnet zwischen diesen beiden entsteht eine magische Verbindung, die sie zwingt, zusammenzuarbeiten.</p>
<blockquote>
<p>„Diese Frau ist mir ein Rätsel. Wie kann jemand zum selben Haus wie Rafael Grimm gehören und so … nett sein? Grimm hat das Leben anderer zerstört und Viola tut das genaue Gegenteil. Hier geht es nicht länger um ihre Magie oder ihre Schwester. Sie hätte Beau nicht materialisieren müssen. Victor war ihr Ziel, nicht Beau. Sie hat ihn für mich zurückgeholt.“</p>
</blockquote>
<p>An der Akademie häufen sich die Todesfälle. Lyria, Sylas’ Schwester, die für mich die sympathischste Figur im Buch war, unterstützt die beiden dabei, die Morde aufzuklären.</p>
<p><strong>Mein Fazit:</strong></p>
<p>Der Einstieg in die Geschichte verlangt etwas Geduld. Für mich hat die Autorin die Welt am Anfang zu wenig zusammenhängend erklärt, um sie wirklich verstehen zu können. Es war mühevoll, die magischen Gruppierungen, ihre Regeln und die zahlreichen Begriffe zu verstehen. Im Laufe der Geschichte versteht man zwar immer mehr, aber mir fehlte leider bis zum Schluss das große Gesamtbild. Auch mit dem Aufbau der Geschichte und dem Schreibstil hatte ich zu kämpfen, da ich ihn stellenweise etwas holprig fand.</p>
<p>Der Plot hat definitiv Potenzial, nicht zuletzt wegen des Kriminalplots, was ich persönlich sehr gerne mag.</p>
<p>Zusammengefasst hat sich die Autorin für mich zu sehr in langweiligen Details verloren. Die Heldin war mir zu naiv und zweifelte viel zu sehr an sich selbst. Mehr Mut entwickelt sie zwar im Laufe der Geschichte, trotzdem tat ich mich schwer, mich mit ihr zu identifizieren.</p>
<p>Das Buch wurde im Laufe der Lektüre aber zunehmend besser. Vielleicht kann mich die Geschichte zu einem späteren Zeitpunkt mehr begeistern, da ich aktuell generell etwas lesefaul bin. ;)</p>
<p>Der Roman endet mit einem Cliffhanger und einer langen Danksagung der Autorin, in der sie überglücklich davon erzählt, sich den Traum vom eigenen Buch erfüllt zu haben. Diesen Teil habe ich wirklich gerne gelesen.</p>
<p>Zusammengefasst ist es ein Enemies-to-Lovers-Fantasyroman mit Kriminalplot.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Emanuele Missinato: Venedig ist verloren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 01:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Missinato, Emanuele]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativwelt (Dystopie)]]></category>
		<category><![CDATA[Emanuele Missinato]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Maria Cecilia Radwanski]]></category>
		<category><![CDATA[Venedig]]></category>
		<category><![CDATA[Xavian Neumann]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Frage ist doch schon lange nicht mehr, ob es passieren wird, sondern nur mehr: WANN? In Emanuele Missinatos dystopischer Kurzgeschichte ist diese WANN genau JETZT. Der menschengemachte Klimawandel (ja, genau der, der laut diversen Populisten überhaupt nicht stattfindet) hat den Grundstein für die Katastrophe gelegt, ein Erdbeben hat dann den finalen Anstoß gegeben. Auch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage ist doch schon lange nicht mehr, ob es passieren wird, sondern nur mehr: WANN?<span id="more-33994"></span></p>
<p>In Emanuele Missinatos dystopischer Kurzgeschichte ist diese WANN genau JETZT.</p>
<p>Der menschengemachte Klimawandel (ja, genau der, der laut diversen Populisten überhaupt nicht stattfindet) hat den Grundstein für die Katastrophe gelegt, ein Erdbeben hat dann den finalen Anstoß gegeben. Auch wenn die Apennin-Halbinsel immer schon einer der europäischen Hotspots für Erdbeben war, ist dieses eine noch furchtbarer als alle zuvor.</p>
<p>Die großen Städte Italiens sind schwer beschädigt, doch die &#8222;Serenissima&#8220; hat es am schlimmsten getroffen. Die Lagunenstadt ist im Meer versunken. Wie man es sonst nur von Stauseen kennt, wenn der Wasserspiegel niedrig ist, ragen gerade noch ein paar wenige Türme aus dem Wasser. Alles andere, die ganze Geschichte, alle Erinnerungen, alle Existenzen, ganz Venedig sind für immer verschwunden.</p>
<p>Mit der Aufzählung aller der Dinge, Gebäude, Menschen, Ereignisse, die Familie, die Haustiere, die schon mit dieser einzigen Stadt untergegangen sind, vermittelt die Erzählung einen, wenn auch nur kleinen, Einblick in das, was wir, die Menschheit, dabei ist, durch eigene Schuld zu verlieren.</p>
<p>Jetzt aber läuft die Katastrophen-Routine ab, aus dem Drehbuch, das wir kennen: Fernsehen, Hilfsorganisationen, Politiker mit Betroffenheitsrhetorik.</p>
<p>Mitten drin ist Marko, auf der Suche nach seinem Vater. Nach Stunden der Sorge und Ungewissheit findet er diesen in einem Krankenhaus in Mailand. Doch dort war Markos Vater schon vor der Katastrophe &#8211; warum?</p>
<p>Auf dem Weg dorthin, von dort wo Venedig war nach Mailand, kommt Marko an Landschaften vorbei, die ganz unberührt von dem Beben geblieben sind. So nahe liegen Untergang und Überleben beieinander.</p>
<p>Xavian Neumann spricht den Text in ruhigem, unaufgeregtem Tonfall, in klarer Sprache, die es leicht macht, der Erzählung zu folgen und sich die gesprochenen Bilder vorzustellen. Hörbücher gehören zwar nicht zu meinem bevorzugten Literatur-Medium, aber für diese ca. 35 Druckseiten lange Kurzgeschichte ist es eine passende Form. Lediglich die Dialoge empfinde ich als etwas stellenweise etwas zu pathetisch vorgetragen.</p>
<p>&#8222;Venedig ist verloren&#8220; ist eine Kurzgeschichte über etwas, das ohne Vorwarnung jederzeit und überall geschehen kann. Hier ist es Venedig, das ausradiert wird. Das berührt uns natürlich mehr, als eine unbekannte zerstörte Stadt auf einem anderen Kontinent, weil viele von uns Venedig kennen.</p>
<p>Ähnliches aber geschieht irgendwo auf der Welt jeden Tag.<br />
Alles kann plötzlich zu Ende sein.<br />
Darum ist das Szenario dieser Erzählung zugleich fiktiv wie auch real.</p>
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		<title>Agatha Christie: Mord auf dem Golfplatz</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/08/agatha-christie-mord-auf-dem-golfplatz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Aug 2026 01:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christie, Agatha]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Hastings]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriele Haefs]]></category>
		<category><![CDATA[Hercule Poirot]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Atlantik]]></category>
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					<description><![CDATA[Paul Renauld, ein wohlhabender Geschäftsmann, sendet Poirot ein Brief, in dem er um dringende Hilfe ersucht. Er fürchtet um sein Leben und will dem belgischen Detektiv offenbar etwas Wichtiges anvertrauen. Der Inhalt des Briefs und vor allem der zum Schluss noch hinzugefügte Satz erregen Poirots Interesse. Der Entschluss, nach Frankreich zu reisen ist sofort gefasst. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Paul Renauld, ein wohlhabender Geschäftsmann, sendet Poirot ein Brief, in dem er um dringende Hilfe ersucht. Er fürchtet um sein Leben und will dem belgischen Detektiv offenbar etwas Wichtiges anvertrauen.<span id="more-33808"></span></p>
<p>Der Inhalt des Briefs und vor allem der zum Schluss noch hinzugefügte Satz erregen Poirots Interesse. Der Entschluss, nach Frankreich zu reisen ist sofort gefasst.</p>
<p>Doch als Poirot gemeinsam mit seinem Freund Captain Hastings dort eintrifft, kommt er zu spät: Renauld ist tot. Seine Leiche wird auf einem Golfplatz gefunden, und schon bald zeigt sich, dass dieser Mordfall alles andere als eindeutig ist. Es gibt einige verdächtige Personen, widersprüchliche Aussagen, rätselhafte Spuren, ein altes Geheimnis und natürlich jede Menge falscher Fährten.</p>
<p>Ebenso natürlich wird Hercule Poirot am Ende alles aufklären und er wird dabei alle Wendungen schon in seine Überlegungen einbezogen haben. Außer ihm folgen aber alle anderen meistens den falschen Spuren, wobei: ob die wirklich falsch sind, oder ob die anderen, die in dem Mordfall ermitteln, einfach durch Zufall auch die richtige Lösung finden, das muss sich noch herausstellen.</p>
<p>Unterhaltsam ist der Wettbewerb zwischen Poirot und dem französischen Kommissar Giraud, der in seinem Land einen legendären Ruf genießt. Giraud tritt überaus selbstbewusst, ja schon überheblich auf, hält er sich doch für unbesiegbar. Das wird aber, wir ahnen es, nicht reichen, um den belgischen Detektiv am Ende auszustechen.</p>
<p>Mitten drin ist auch noch Captain Hastings, der sich allzu leicht von den beiden beeinflussen lässt und einmal den Erkenntnissen Poirots, dann wieder jenen Girauds zuneigt. Seine Begeisterung für die so modern wirkenden Methoden von Giraud lässt ihn aber oft vergessen, dass das wahre Genie nur Poirot sein kann. </p>
<p>Agatha Christie hat in diesen zweiten Fall für Poirot aus dem Jahr 1923 wirklich viele Wendungen eingebaut. So viele, dass in diesem Krimi Hercule Poirot sogar noch während der Ermittlungen einige Einblicke in seine Überlegungen und Schlussfolgerungen gibt; wahrscheinlich, damit am Ende nicht alles auf einmal auf die Leserschaft einstürzt. Denn selbst auf den letzten Seiten ergibt sich noch Neues, das man so nicht vorhergesehen hat.</p>
<p>Natürlich weiß man als Christie-Leser, worauf man sich einlässt. Am Ende wird Poirot erklären, was wirklich geschehen ist, und wie so oft wird man feststellen, dass viele Hinweise durchaus vorhanden waren. Nur hat man sie entweder übersehen oder falsch bewertet.</p>
<p>Genau darin liegt für mich die Freude an diesen klassischen Krimis: Man liest nicht nur, um die Lösung zu erfahren, sondern auch, um sich unterwegs möglichst elegant täuschen zu lassen &#8230; aber das lässt sich letztendlich über jeden Agatha Christie-Krimi sagen.</p>
<p>Ein überaus unterhaltsamer Krimi aus Agatha Christies Anfangsjahren als Autorin und eine der Stufen auf ihrem Weg zum Weltruhm.</p>
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		<title>Voosen &#038; Danielsson: Opfer, die wir bringen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 01:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Danielsson, Kerstin Signe]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Voosen, Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Karhuu & Nordh]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Signe Danielsson]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Voosen]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt Krimis, die liest man nicht nur weiter, weil man wissen möchte, wer es war, sondern weil man für ein paar Stunden völlig in ihre Handlung hineingezogen wird. Genau so ist es mir mit &#8222;Opfer, die wir bringen&#8220; von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson gegangen. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Krimis, die liest man nicht nur weiter, weil man wissen möchte, wer es war, sondern weil man für ein paar Stunden völlig in ihre Handlung hineingezogen wird. Genau so ist es mir mit &#8222;Opfer, die wir bringen&#8220; von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson gegangen.<span id="more-33957"></span></p>
<p>Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen und dabei kaum bemerkt, wie die Zeit vergeht. Für ein paar Stunden war ich nicht mehr nur Leser, sondern mitten in dieser düsteren Geschichte, in der ein grausamer Mordfall immer weitere Kreise zieht.</p>
<p>Der Roman führt das ungleiche Ermittlerduo Svea Karhuu und Jon Nordh aus Malmö hinaus in die Provinz. Im ländlichen Schonen werden in einer Aussteiger-Gemeinschaft drei Mädchen im Teenageralter erschossen aufgefunden. Schon der Tatort lässt erkennen, dass es hier nicht nur um ein gewöhnliches Gewaltverbrechen geht. Eine mysteriöse Botschaft, mit dem Blut eines der Opfer an die Wand geschrieben, legt sich wie ein zusätzliches Rätsel über den Fall.</p>
<p>Die Gemeinschaft, in der die Mädchen gelebt haben, scheint auf den ersten, oberflächlichen Blick alternativ, naturverbunden und in harmloser Weise esoterisch geprägt zu sein. Doch je tiefer die Ermittlungen führen, desto stärker zeigen sich in dieser abgeschlossenen Welt sektenhafte Züge, Abhängigkeiten und eine gefährliche Ideologie.</p>
<p>Svea Karhuu und Jon Nordh stoßen bei ihren Ermittlungen schnell auf Widerstand. Die Mitglieder der Kommune helfen nicht wirklich, vieles wird verschwiegen, manches wird beschönigt, anderes bewusst verborgen. Während Jon vor Ort versucht, diese Mauer zu durchdringen, folgt Svea einer Spur nach Nordschweden, bis in eine abgelegene Berglandschaft und zu einem samischen Schamanen.</p>
<p>Scheint es zu Beginn so, als ob es nur einen Verdächtigen gibt, erweitert sich die Ermittlung in viele neue Richtungen und immer mehr Spuren scheinen zur Lösung zu führen.</p>
<p>Mit diesen vielen neuen Erkenntnissen erkennen Svea und Jon, dass der Tod der drei Mädchen nicht aus dem Nichts kommt.</p>
<h3>Ein Krimi, der tatsächlich in unserer Zeit spielt</h3>
<p>Was diesen Krimi für mich so überzeugend macht, ist die Verbindung zwischen spannender Handlung und gesellschaftlicher Gegenwart. Der Fall wirkt nicht wie ein künstlich konstruiertes Szenario, das nur möglichst spektakulär sein soll. Er ist gefüllt mit Themen, die unsere Gesellschaft und unsere Demokratie gegenwärtig bedrängen. Von der zerstörerischen Macht des Internets mit seinen Social-Media-Plattformen, denen junge Menschen oft hilflos ausgeliefert sind, über die Angriffe der Rechtsextremen auf unsere liberale Gesellschaftsordnung bis hin zu den verbohrten Wissenschafts- und Realitätsverweigerern, die in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit immer mehr werden.</p>
<p>Das alles zusammen ist der Nährboden für das, was in letzter Konsequenz zum Tod der drei Teenager führt. Wenn Warnzeichen übersehen werden, weil sie nicht ins eigene Weltbild passen, wenn Erwachsene nicht sehen wollen, was sich vor ihren Augen entwickelt, wenn Ideologie, Angst, Manipulation und digitale Radikalisierung zusammentreffen, dann ist der Weg in die Katastrophe bald unumkehrbar. Genau das zeigt dieser Krimi auf erschreckend glaubwürdige Weise.</p>
<p>Dabei arbeiten Voosen und Danielsson nicht mit erhobenem Zeigefinger. Die gesellschaftspolitischen Themen werden nicht belehrend über die Handlung gestülpt, sondern sind quasi ein selbstverständlicher Bestandteil. Man hat nie das Gefühl, hier solle eine Botschaft krampfhaft in eine Krimihandlung eingebaut werden. Vielmehr entsteht eine Geschichte, die sich in unserer oft gar nicht so schönen Welt der 2020er-Jahre tatsächlich zutragen könnte.</p>
<p>Und gerade das macht sie so unangenehm überzeugend.</p>
<p>Auch das Ermittlerduo trägt viel zur Wirkung bei. Svea Karhuu und Jon Nordh sind unterschiedlich genug, um Reibung zu erzeugen, aber nicht so gegensätzlich, dass daraus bloße Routine wird. Ihre Ermittlungen, ihre Fehler und ihre Motivationen bleiben immer nachvollziehbar. Dass dieser Fall die Ermittler nicht nur kriminalistisch, sondern auch emotional und moralisch fordert, lässt sich beinahe spüren &#8211; drei tote Jugendliche sind eben kein abstraktes Rätsel.</p>
<h3>Zusammengefasst</h3>
<p>Für mich ist &#8222;Opfer, die wir bringen&#8220; ein außergewöhnlich überzeugender Krimi. Die Handlung ist dicht, die Atmosphäre bedrückend, die gesellschaftlichen Themen sind logisch und glaubhaft integriert und die Spannung bleibt bis zum Schluss.</p>
<p>In Summe ist das ein politischer, gegenwärtiger und zugleich klassisch spannender Kriminalroman. Einer, der nicht nur unterhält, sondern beunruhigt. Und vielleicht ist genau das die Qualität guter Kriminalliteratur: Sie zeigt nicht nur, wer am Ende schuldig ist, sondern auch, in welcher Welt solche Schuld überhaupt entstehen kann.</p>
<p><em>Als PS, damit meine Besprechung nicht nur hymnisch wirkt, noch diese Anmerkung:</em><br />
<em>Eine Sache ist auffällig &#8211; Es gibt jede Menge dampfende Tassen und Becher in Schweden, denn alle paar Seiten hält jemand so etwas in den Händen. Ob dabei nur die Tassen dampfen oder auch der Kaffee darin, das bleibt offen &#8230;. </em></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Michael Lichtwarck-Aschoff: Vermessen</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/08/michael-lichtwarck-aschoff-vermessen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 01:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Lichtwarck-Aschoff, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Almathea-Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Lichtwarck-Aschoff]]></category>
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					<description><![CDATA[Von dem viktorianischen Versicherungsmediziner John Hutchinson haben wohl die wenigsten schon gehört. Dabei begegnet man  seinen Spuren auch heute noch, sobald beim Lungenfacharzt die Atemleistung gemessen wird. Hutchinson beschäftigte sich im 19. Jahrhundert mit der Frage, wie viel Luft in einer menschlichen Lunge Platz hat, erfand das Spirometer und prägte den Begriff der Vitalkapazität. Dieses [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von dem viktorianischen Versicherungsmediziner John Hutchinson haben wohl die wenigsten schon gehört. Dabei begegnet man  seinen Spuren auch heute noch, sobald beim Lungenfacharzt die Atemleistung gemessen wird. <span id="more-33865"></span>Hutchinson beschäftigte sich im 19. Jahrhundert mit der Frage, wie viel Luft in einer menschlichen Lunge Platz hat, erfand das Spirometer und prägte den Begriff der Vitalkapazität.</p>
<p>Dieses Wort &#8222;Vitalkapazität&#8220; ist für sich alleine schon bemerkenswert: Als ließe sich Lebenstüchtigkeit in Zahlen fassen, als könnte ein Messwert Auskunft darüber geben, wie viel Kraft, Zukunft oder Wert in einem Menschen steckt.</p>
<p>Michael Lichtwarck-Aschoffs Roman &#8222;Vermessen&#8220; erzählt merkwürdige Begebenheiten aus dem Leben von Hutchinson, wobei der Text keine Biografie ist, sondern ein literarisch ausgeschmücktes, rein fiktives Porträt an dem realen Menschen. Hutchinson wird als Mann beschrieben, der in einer Zeit lebt, in der Wissenschaft, Fortschrittsglaube, gesellschaftlicher Ehrgeiz und politische Interessen eng miteinander verflochten sind.</p>
<p>Sein neues Messinstrument verspricht Erkenntnis, Ordnung und Vergleichbarkeit. Doch was zunächst wie medizinischer Fortschritt aussieht, führt rasch zu weiteren Fragen: Was wird eigentlich gemessen? Wer legt fest, was als normal gilt? Und wie gefährlich wird es, wenn aus wissenschaftlichen Daten gesellschaftliche Urteile abgeleitet werden?</p>
<p>Der Roman ist im viktorianischen England angesiedelt, in einer Zeit in der Wissenschaft manchmal auch noch als so etwas wie eine Jahrmarktsensation betrachtet wird. Wer misst, ordnet und erklärt, gewinnt Aufmerksamkeit, Ansehen und Macht, persönliche Reputation wird ebenso angestrebt wie wirkliche Erkenntnisse . Hutchinsons Spirometer ist daher nicht nur ein medizinisches Gerät, sondern vorrangig einmal aufregende Unterhaltung in den wissenschaftlichen Salons der Zeit.</p>
<p>Inhaltlich streift &#8222;Vermessen&#8220; zwar ein paar Episoden aus Hutchinsons Leben, das mit seiner rätselhaften Abreise aus England und später seinem Verschwinden in der Südsee im Nebelhaften endet. Auf der Höhe seines Ruhms verlässt Hutchinson Frau, Kinder und Karriere und geht nach Australien, in die Goldgräberstadt Bendigo. Allein dieser abrupte Bruch in seiner Biografie wäre eigentlich Stoff genug für einen packenden historischen Roman.</p>
<p>Damit aber beschäftigt sich Lichtwarck-Aschoff nur sehr am Rande, sondern mit fiktiven Ereignissen, die vor allem eines zeigen: die schon beinahe an Fanatismus grenzende Leidenschaft, mit der Hutchinson an der Auswertung der Ereignisse seiner Forschung arbeitet. Auswertungen, mit denen er auch ganz allgemein in der statistischen Auswertung von Daten neuen Maßstäbe setzt.</p>
<p>Die von Michael Lichtwarck-Aschoff erzählte Geschichte wird erst dann wirklich verständlich, wenn man die Biografie und die historischen Fakten in den Nachbemerkungen liest. Dort ordnet sich manches, was im Roman selbst eher unzusammenhängend oder absichtlich schwebend bleibt. Diese Nachbemerkungen sind also der Schlüssel zum Buch. Sie erklären, wer Hutchinson war, welche Bedeutung seine Arbeit hatte und weshalb diese scheinbar spezielle medizinische Episode weit über die Geschichte der Lungenheilkunde hinausweist.</p>
<h3>Zusammengefasst</h3>
<p>Für mich wäre eine Handlung interessanter gewesen, die weniger fiktive Episoden erfindet und dafür stärker an den tatsächlichen Lebensmomenten des Erfinders bleibt. Denn Hutchinsons reales Leben bietet schon genug Stoff: der Aufstieg im Wissenschaftsbetrieb, die Arbeit als Versicherungsmediziner, die Faszination für Messwerte, der gesellschaftliche Ruhm, das plötzliche Verlassen der Familie, der Weg nach Australien und die Frage, was einen Menschen zu einem solchen Schritt bringt. Diese biografischen Bruchlinien hätten mich stärker interessiert als manche literarische Ausschmückung.</p>
<p>Der Roman hat befasst sich aber auch noch mit einem ganz anderen Thema: Es wird deutlich, wie sehr wissenschaftliche Erkenntnis immer auch von ihrer Zeit geprägt ist. Hutchinsons Messungen finden in einer Zeit statt, in der die Gesellschaft zwar an Fortschritt glaubt, aber zugleich weiterhin von Klassendenken, kolonialen Vorstellungen und später auch von rassistischen Deutungen durchzogen ist.</p>
<p>Besonders bemerkenswert sind daher die Nachbemerkungen: Messungen der Lungenkapazität dienten später teilweise als angebliche Belege für Unterschiede zwischen Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarbe – und damit auch als pseudowissenschaftliche Stütze rassistischer Vorstellungen von Überlegenheit und Minderwertigkeit. Und das bis in unsere Gegenwart.</p>
<h3>Mein Resümee</h3>
<p>Eine medizinische Erfindung kann hilfreich, klug und fortschrittlich sein – und dennoch in Zusammenhänge geraten, die weit über die ursprüngliche Absicht hinausgehen. Was als Messung beginnt, wird zur Einordnung. Was als Einordnung beginnt, kann zur Bewertung werden. Und wo Menschen bewertet werden, ist der Weg zur Abwertung nicht mehr weit.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Alberto Angela: Cäsar</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/08/alberto-angela-caesar/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 01:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Angela, Alberto]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Alberto Angela]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Liebl]]></category>
		<category><![CDATA[Goldmann Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Bosshardt]]></category>
		<category><![CDATA[Römisches Reich]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Lektüre von Caesars &#8222;De Bello Gallico&#8220; ist mir im Lateinunterricht erspart geblieben – ein Glück, wie ich jetzt feststelle. Denn mit Alberto Angelas *Cäsar* bekomme ich nicht nur wesentliche Teile des Inhalts in verständlicher und erzählerisch aufbereiteter Form nachgereicht, sondern erfahre auch all jene Details und Zusammenhänge, die nötig sind, um Caesars eigene Darstellung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Lektüre von Caesars &#8222;De Bello Gallico&#8220; ist mir im Lateinunterricht erspart geblieben – ein Glück, wie ich jetzt feststelle. Denn mit Alberto Angelas *Cäsar* bekomme ich nicht nur wesentliche Teile des Inhalts in verständlicher und erzählerisch aufbereiteter Form nachgereicht, sondern erfahre auch all jene Details und Zusammenhänge, die nötig sind, um Caesars eigene Darstellung richtig einordnen zu können. <span id="more-33893"></span></p>
<p>Und diese Einordnung ist wichtig. Denn Caesar war nicht nur Feldherr, Politiker und Machtmensch, sondern auch der Chronist seiner eigenen Siege. Dass dabei die Selbstbeweihräucherung und Übertreibung nicht zu kurz kommen, darf man getrost annehmen.</p>
<p>Alberto Angela berichtet hier vom Gallischen Krieg, also von jener Eroberung, mit der Caesar ab 58 v. Chr. die Macht Roms weit nach Norden und Westen ausdehnte. Es ist eine Herausforderung, das in einem Buch so zusammenzufassen, dass die Leserschaft quasi immer im Bilde bleibt. Gelöst wird das über Querverweise zwischen den beschriebenen Ereignissen und vor allem auch mit Übersichtskarten, die jedem Kapitel vorangestellt sind.</p>
<h3>Das Römische Reich und sein Vermächtnis</h3>
<p>Allgemein sehen wir das Römische Reich heute als eine Quelle unserer europäischen Gesellschaft und Zivilisation. Viele seiner Errungenschaften wirken bis heute fort, in Sprache, Recht, Verwaltung, Baukunst, Politik und in einer Vielzahl von Normen und Regeln, die unser Denken noch immer mitprägen. Doch der Weg zu dieser römischen Ordnung war eben nicht nur von Aquädukten, Straßen und lateinischen Inschriften gepflastert. Eine entscheidende Phase auf dem Weg Roms zur endgültigen Großmacht war die Eroberung Galliens, und diese Eroberung war weit blutiger, als man es aus den Abenteuern von Asterix und Obelix vielleicht in Erinnerung haben möchte.</p>
<p>Es ist somit überaus spannend, diesen Widerspruch zwischen heutigem Verständnis und tatsächlichem Geschehen nachzulesen. In unserer Vorstellung war Gallien vielleicht ein Ort voller widerspenstiger Dörfer, schlagkräftiger Helden, römischer Legionäre mit Beulen am Helm und humorvoller Übertreibung. Bei Angela bleibt von dieser gemütlichen Erinnerung wenig übrig. Gallien war in Wahrheit eine gefährliche, politisch zerrissene und militärisch hart umkämpfte Region. Die Romanisierung der Gebiete, aus denen später Frankreich, Belgien und Teile der umliegenden Staaten hervorgehen sollten, begann nicht als friedlicher Kulturtransfer, sondern als brutaler Eroberungskrieg mit hunderttausenden Toten, Verwundeten und versklavten Kindern, Frauen und Männern.</p>
<p>Angela verbindet gekonnt die Chronik der Eroberung Galliens mit Fakten über die Struktur der römischen Armee, beschreibt Caesars taktisches Geschick und zeigt, warum die Legionen so schlagkräftig waren. Es bleibt aber nicht beim Militär. Alles ist, so war es damals in Rom, eingebettet in politische Intrige, persönliche Ambition und Propaganda. Caesar führt Krieg in Gallien, aber er denkt dabei immer auch an Rom. Jeder Sieg stärkt nicht nur seine Stellung im Feld, sondern auch sein Ansehen in der Heimat.</p>
<p>Besonders spannend ist, wie Angela die vielen Brennpunkte dieses Krieges sichtbar macht. Gallien war keine einheitliche Zivilisation, die geschlossen gegen Rom auftrat, es gab nicht einfach „die Gallier“, sondern eine Vielzahl von Gruppen, die einander teils bekämpften, teils misstrauten, teils Rom als Schutzmacht nutzten und sich teils erbittert gegen die römische Expansion stellten. Verbündete Roms lebten neben erbitterten Gegnern, und die Bruchlinien verliefen nicht nur zwischen den Stämmen, sondern oft auch innerhalb der einzelnen Gemeinschaften. Man versteht, dass Caesar manchmal als Helfer und manchmal gnadenloser Eroberer auftrat, der ganze Stämme ausrotten ließ.</p>
<h3>Wahrheit und Fiktion</h3>
<p>Bei allen den nachzulesenden Details bleibt stets die Frage nach den Quellen. Caesars &#8222;De Bello Gallico&#8220; ist naturgemäß nur bedingt als neutrale Darstellung zu lesen. Caesar berichtet über seinen eigenen Krieg, seine eigenen Entscheidungen und seine eigenen Erfolge. Er nutzt seine Schriften auch zur Überhöhung seiner Leistungen, ganz nach dem Motto: viel Feind, viel Ehre. Andere antike Quellen sind ebenfalls problematisch, weil sie oft erst Jahrzehnte später entstanden sind oder eigene politische Absichten verfolgen. Eine glaubhafte Chronik der Ereignisse zu erstellen, verlangt daher immer auch Schlussfolgerung, Vergleich und mitunter eine ordentliche Portion begründeter Spekulation.</p>
<p>Alberto Angela macht daraus, allen diesen Erschwernissen zum Trotz, eine detailreiche und lebendige Biografie/Chronik.</p>
<p>Er macht Geschichte anschaulich, ohne so zu tun, als läge die Vergangenheit vollständig und zweifelsfrei vor uns. Man sieht, dass er als Wissenschaftsjournalist erzählen will, aber zugleich erklären muss, wo gesichertes Wissen endet und Deutung beginnt. Das Buch liest sich stellenweise fast wie ein historischer Abenteuerbericht, verliert dabei aber nie den Blick auf die Fakten &#8211; jedenfalls so weit diese unstrittig sind &#8211; was spekulativ ist, nennt er auch so (womit auch klar ist, dass Details der Geschichte auch durchaus anders interpretierbar sind bzw. stattgefunden haben sein können).</p>
<p>Interessant ist, wie das Bild Caesars während der Lektüre immer wieder wechselt. Er erscheint einmal als genialer Feldherr, dann als eiskalter Machtpolitiker, als begabter Selbstdarsteller und als Mann, der Gewalt kompromisslos einsetzt, um seine Ziele zu erreichen. Dass Angela Caesars strategisches Genie würdigt, heißt nicht, dass er dessen Vorgehen beschönigt. Im Gegenteil: Die Größe der Leistung und die kalte Brutalität seines Vorgehens stehen gleichwertig nebeneinander.</p>
<h3>Zusammengefasst</h3>
<p>&#8222;Cäsar&#8220; ist nicht nur ein antiker Kriegsbericht. Es ist ein Buch über Macht, Krieg, Propaganda und über den Beginn einer Entwicklung, die Europa bis heute geprägt hat. Alberto Angela erklärt nachvollziehbar, warum die Eroberung Galliens historisch so bedeutend war, und zeigt zugleich, welchen Preis diese Geschichte hatte.</p>
<p>Für alle, denen &#8222;De Bello Gallico&#8220; im Unterricht erspart geblieben ist, ist das eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Stoff nachzuholen – nur diesmal eben mit Übersetzung, Einordnung und dem notwendigen Abstand zu Caesars eigener Ruhmeserzählung.</p>
<p><em>PS: Etwas enttäuscht bin ich, dass das KI-Video, das man über den QR-Code auf dem Cover aufrufen kann, auf Italienisch ist. Latein hätte es schon sein können.</em></p>
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		<title>Günter Neuwirth: Paulis Pub</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 01:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Neuwirth, Günter]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Neuwirth]]></category>
		<category><![CDATA[Inspektor Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Showdown in Paulis Pub &#8230; Dies ist der erste Band rund um den Wiener Kriminalbeamten und Drogenfahnder Wolfgang Hoffmann. Hoffmann ist ein Ermittler mit dem richtigen Riecher, der aber immer wieder durch Alleingänge und unkonventionelle Aktionen auffällt. Auch wenn diese Vorgangsweise fast immer zum Erfolg führt, sind die Kollegen und Chefs häufig damit nicht einverstanden.   [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Showdown in Paulis Pub &#8230;</strong></p>
<p>Dies ist der erste Band rund um den Wiener Kriminalbeamten und Drogenfahnder Wolfgang Hoffmann.<span id="more-33921"></span></p>
<p>Hoffmann ist ein Ermittler mit dem richtigen Riecher, der aber immer wieder durch Alleingänge und unkonventionelle Aktionen auffällt. Auch wenn diese Vorgangsweise fast immer zum Erfolg führt, sind die Kollegen und Chefs häufig damit nicht einverstanden.  </p>
<p>Hannes, ein Kleinganove und Dealer, findet seine Freundin Sonja tot auf. Die herbeigerufene Polizei faselt von „Drogentod“ und „Goldenem Schuss“ und will Sonja Tod als xte Drogentote zu den Akten legen. Hannes kann das sogar nicht glauben, da Sonja panische Angst vor Spritzen hatte und sich niemals einen „Goldenen Schuss“ gesetzt hätte. Als er dann ein ihm bekanntes Feuerzeug in Sonjas Wohnung findet, erkennt er, dass hier andere Mächte am Werk sind. Hat Sonja etwas gesehen, was sie nicht sehen sollte? </p>
<p>Ein ziemlich dubiose Rolle spielen eine Stadträtin und ihr Pressechef, die zwar offiziell mit der Wiener Polizei zusammenarbeiten und aus dem „Law and Order“-Prinzip politisches Kapital schlagen wollen. Dabei übersieht die blauäugige Stadträtin, dass die Feinde eher innerhalb der Partei zu finden sind, und der Tippgeber nicht von der Polizei ist.  </p>
<p>Hoffmann hingegen kennt das Milieu und hat neben dem richtigen Riecher und dem nötigen Quäntchen Glück, auch genügend Fingerspitzengefühl.  </p>
<p>In „Paulis Pub“ kommt es zum Showdown, der einige korrupten Machenschaften in Wiens Stadtregierung aufdeckt. </p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong> </p>
<p>Die selbst ernannten Saubermänner, Pardon, Sauberfrauen der Politik sind die wahren Ungusteln (Wie gendert man die Bezeichnung richtig?) in diesem Krimi. Sie schlagen rechtspopulistisches Kapital aus der Zusammenarbeit mit echten, kriminellen Größen.</p>
<p>Günter Neuwirth hat zwischen <strong>gut</strong> und <strong>böse</strong> einige Zwischentöne für seine Leser bereit. Hannes ist so ein Zwischenton &#8211; er handelt zwar mit Cannabis, hat aber die Grenze zum Gewaltverbrecher noch nicht überschritten. Im Gegenteil, er will Sonjas Tod aufklären, wenn auch mit nicht ganz legalen Mitteln. Unterstützt wird er dabei von der arbeitslosen Journalistin Carina.  </p>
<p><strong>Fazit:</strong> </p>
<p>Ich finde diesen Reihenauftakt ansprechend. Die Sympathien sind klar verteilt. Der Krimi ist mit viel Lokalkolorit und Wiener Eigenheiten garniert und lässt die Herzen von Wien-Fans höher schlagen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.</p>
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		<title>Manfred Baumann: Salzburgkiller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 02:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baumann, Manfred]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Baumann]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Salzburg]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein aufstrebender Kabarettist liegt erstochen mitten auf der Bühne. Schauplatz des Verbrechens ist die Seebühne von Seeham, dort, wo der Künstler tags zuvor noch die Premiere seines neuen Programmes feierte. Kommissar Merana steht gerade in einer Schulklasse, um Schülerinnen und Schülern Fragen über die Polizeiarbeit zu beantworten, als er an den Tatort gerufen wird. Auch [&#8230;]]]></description>
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<p>Ein aufstrebender Kabarettist liegt erstochen mitten auf der Bühne. Schauplatz des Verbrechens ist die <a href="https://www.seebuehneseeham.at/">Seebühne von Seeham</a>, dort, wo der Künstler tags zuvor noch die Premiere seines neuen Programmes feierte.<span id="more-33914"></span></p>
<p>Kommissar Merana steht gerade in einer Schulklasse, um Schülerinnen und Schülern Fragen über die Polizeiarbeit zu beantworten, als er an den Tatort gerufen wird. Auch wenn er lieber bleiben würde, die Pflicht ruft. Aber er verspricht, wiederzukommen, denn es gibt sicher noch viele Fragen zu beantworten.</p>
<p>Ein Künstler ist tot, erstochen, und was liegt näher, als im Umfeld des Kulturbetriebes zu ermitteln. Genau das ist der erste Ermittlungsansatz des Teams rund um Merana, das für diesen Fall auch Verstärkung von anderen Abteilungen erhält. Denn immerhin war der Ermordete ein aufgehender Stern in der Unterhaltungsbranche, das Fernsehen plante sogar für die kommenden Tage eine Aufzeichnung seines Programmes, das unter dem Titel &#8222;KI &#8211; Killer&#8220; einem überaus aktuellen Thema widmete.</p>
<p>So ein Mordfall erregt natürlich die Aufmerksamkeit der Medien und der Politik und alle erwarten rasche Ergebnisse. Gut, dass sich Merana von solchen Äußerlichkeiten nicht unter Druck setzen lässt.</p>
<p>Schon die Suche nach dem Motiv ist nicht einfach. Fühlte sich jemand beleidigt, gab es Neid oder Eifersucht unter Kollegen, war es ein zufälliges Opfer oder war der junge Mann Opfer eines gezielten Anschlages? Viele Gespräche, aber wenig Erkenntnisse: so kann man das zusammenfassen, was folgt.</p>
<p>Aber vielleicht bringt ja ein weiterer Mord den Durchbruch? Ein zweites Opfer wurde ganz offensichtlich vom selben Täter umgebracht, alle Spuren weisen darauf hin.</p>
<p>Wie soll ich beginnen, um meine Eindrücke zu beschreiben?</p>
<p>Vielleicht so: Manfred Baumann hat viel rund um seinen Hauptdarsteller und die Stadt Salzburg zu erzählen. In diesem 13. Fall für Merana ist als diese ominöse &#8222;Künstliche Intelligenz&#8220; das zentrale Thema, wobei man sich schon gedulden muss, bis der Krimi überhaupt dorthin gelangt. Denn zunächst ist da nur der Titel &#8222;KI &#8211; Killer&#8220; des Kabarett-Programmes, der darauf hinweist. </p>
<p>Denn, das ist auch schon mein Fazit, die Handlung schlängelt sich sehr träge dahin. Zwischen den bei Merana-Krimis üblichen ausgedehnten Spaziergängen durch Salzburg und anderen umfangreichen Nebenerzählungen finde ich leider nur mit Mühe eine Krimihandlung, die sich dann an einem sehr dünnen Faden vorwärts bewegt. Ich habe zwar nicht nachgezählt, aber mehr als ein Drittel des Romanes umfasst der eigentliche Krimiteil wohl nicht.</p>
<p>Als dann endlich etwas zum Thema &#8222;Künstliche Intelligenz&#8220; Eingang in die Handlung findet, ist das doch &#8211; ich möchte mich beinahe entschuldigen, das so zu beschreiben &#8211;  recht simpel aufgebaut. Wie der Autor schreibt, hat er zum Thema recherchiert, es scheint mir aber, dass er dabei nicht so ganz den Zugang in die Materie finden konnte. </p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong></p>
<p>Ich hatte auf eine raffiniert konstruierte Story samt Spannung gehofft und natürlich einen fachlich untermauerten Bezug zum Thema <em>KI.</em> Gelesen habe ich von alledem wenig; oder hat es sich einfach nur zwischen die (viel zu) vielen Zeilen der Drumherum-Geschichten versteckt?</p>
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		<title>Thomas Mann: Herr und Hund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 01:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mann, Thomas]]></category>
		<category><![CDATA[Anaconda-Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Hundegeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Novelle]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Mann]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Novelle, geschrieben von einem Hundemenschen für Hundemenschen – denn andere würden vieles von dem, was sie hier lesen, doch gar nicht richtig zu schätzen wissen oder überhaupt nur verstehen können. So wie ich Thomas Manns Hommage an die Freundschaft von Mensch und Hund lese, stoße ich auf unendlich viele Szenen, die mir allzu bekannt [&#8230;]]]></description>
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<p>Eine Novelle, geschrieben von einem Hundemenschen für Hundemenschen – denn andere würden vieles von dem, was sie hier lesen, doch gar nicht richtig zu schätzen wissen oder überhaupt nur verstehen können.<span id="more-33887"></span><!--more--></p>
<p>So wie ich Thomas Manns Hommage an die Freundschaft von Mensch und Hund lese, stoße ich auf unendlich viele Szenen, die mir allzu bekannt sind. Die überschäumende Freude, die meinen Vierbeiner erfasst, wenn er mich wieder sieht – so wenig Zeit kann gar nicht vergangen sein. Die Aufmerksamkeit, mit der mein Hund mich beobachtet. Und wie überwältigend es ist, diese Zuneigung zu sehen und sie zu erwidern.</p>
<p>Eine Handlung im klassischen Sinn hat *Herr und Hund* kaum. Thomas Mann erzählt vielmehr vom Zusammenleben mit Bauschan, von dessen Herkunft, Eigenheiten, Gewohnheiten und von den gemeinsamen Spaziergängen durch die Umgebung des Münchner Hauses, hinaus in die damals noch weit weniger geordnete Landschaft der Isar-Auen. Man begleitet Herr und Hund auf ihren Wegen, beobachtet Bauschan beim Laufen, Schnüffeln, Jagen, Warten, Freuen und gelegentlichen Verweigern. Aus diesen alltäglichen Beobachtungen entsteht kein dramatischer Handlungsbogen, sondern ein literarisches Porträt: das eines Hundes und zugleich das einer Beziehung, die aus Nähe, Gewohnheit, gegenseitiger Beobachtung und stiller Vertrautheit besteht.</p>
<p>Thomas Mann findet unendlich viele Worte und Beschreibungen, um seinen Hund Bauschan und das, was ihn mit diesem Hund verbindet, zu Papier zu bringen. Dass er es dabei gelegentlich etwas übertreibt, etwas zu hymnisch wird, mag mein persönlicher Eindruck sein. Dass er seinen vierbeinigen Begleiter dabei auch allzu sehr vermenschlicht und ihm jede Menge menschenähnlicher Gedankengänge zuschreibt, lässt sich aber wohl ziemlich objektiv erkennen. Bauschan wird nicht einfach nur als Tier beschrieben, sondern als Persönlichkeit, als Gefährte, als eigenwilliges Wesen mit Vorlieben, Abneigungen, Stimmungen und Absichten.</p>
<p>Dazu lese ich erstaunt, wie es vor rund hundert Jahren gewesen sein muss, mit einem Hund in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein. Oder ist das auch nur literarische Ausschmückung? Herr und Hund marschieren einfach los, Bauschan läuft durch die Straßen, während sein Herr in der Straßenbahn sitzt, auf den Spaziergängen geht er nach Herzenslust jagen, und sein Herr lässt das nicht nur zu, sondern schildert es mit sichtlicher Freude. Aus heutiger Sicht liest man solche Passagen mit einer Mischung aus Verwunderung und Amüsement. Manches wirkt wunderbar frei, anderes würde heute vermutlich für sehr hochgezogene Augenbrauen sorgen.</p>
<p>Bauschan ist tatsächlich eine reale Gestalt. Er war nicht nur eine literarische Erfindung, sondern für einige Jahre der Begleiter Thomas Manns und lebte mit der Familie in der Münchner Villa. Gerade dieses Wissen verändert die Lektüre ein wenig. Man liest den Text nicht nur als hübsche Tiernovelle, sondern auch als sehr persönliche Erinnerung an einen wirklichen Hund.</p>
<p>Thomas Mann setzt Bauschan damit ein literarisches Denkmal – nicht als besonders edles, außergewöhnlich kluges oder heldenhaftes Tier; denn Bauschan darf eigensinnig sein, unvernünftig, neugierig, ängstlich, begeistert, ungehorsam und rührend zugleich.</p>
<p>Für mich ist &#8222;Herr und Hund&#8220; in Summe eine sehr liebevolle, wenn auch manchmal etwas übersteigerte, aber in vielen Beobachtungen wunderbar treffende Hommage an die Freundschaft zwischen Mensch und Hund.</p>
<p>Nicht alles daran wirkt aus heutiger Sicht unproblematisch oder zeitlos, manches ist ganz deutlich seiner Epoche entsprungen und würde heute mindestens Kopfschütteln hervorrufen.</p>
<p>Nur Bauschan selbst bleibt zeitlos und in gewisser Weise unsterblich. Man sieht ihn laufen, schnüffeln, jagen, warten und sich freuen. Und vielleicht ist das das Schönste, was die Literatur diesem unbedingten Menschenfreund schenken kann: dass er nach mehr als hundert Jahren immer noch durch die Seiten springt.</p>
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		<title>Yukito Ayatsuji: Die Toten in der Wassermühle</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/08/yukito-ayatsuji-die-toten-in-der-wassermuehle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 01:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ayatsuji, Yukito]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Limes Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Wägerle]]></category>
		<category><![CDATA[Yukito Ayatsuji]]></category>
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					<description><![CDATA[Alles passiert in einem ungewöhnlichen Haus, genannt das &#8222;Mühlen-Haus&#8220;, mehr Burg als Wohnhaus, tief in den japanischen Bergen in dem ein maskierter Hausherr mit seiner Frau und seinem Butler lebt. Das Anwesen beherbergt eine wertvolle Kunstsammlung und ist Schauplatz von Verbrechen, die sich zunächst kaum zuordnen lassen: &#8222;Die Toten in der Wassermühle&#8220; ist ein Kriminalroman, [&#8230;]]]></description>
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<p>Alles passiert in einem ungewöhnlichen Haus, genannt das &#8222;Mühlen-Haus&#8220;, mehr Burg als Wohnhaus, tief in den japanischen Bergen in dem ein maskierter Hausherr mit seiner Frau und seinem Butler lebt.<span id="more-33890"></span></p>
<p>Das Anwesen beherbergt eine wertvolle Kunstsammlung und ist Schauplatz von Verbrechen, die sich zunächst kaum zuordnen lassen: &#8222;Die Toten in der Wassermühle&#8220; ist ein Kriminalroman, der seine Spannung weniger aus temporeicher Action als aus Konstruktion, Atmosphäre und zu lösenden Rätseln gewinnt.</p>
<p>Das Mühlen-Haus ist ein herrschaftliches und zugleich unheimliches Anwesen, das nur einmal im Jahr für eine kleine Gruppe geladener Kunstliebhaber geöffnet wird. Der Besitzer Kiichi Fujinuma lebt dort zurückgezogen mit seiner jungen Ehefrau und einem Butler. Nach einem Unfall ist er entstellt und verbirgt seither sein Gesicht hinter einer Maske und kann sich nur in seinem Rollstuhl fortbewegen.</p>
<p>Das Anwesen beherbergt eine wertvolle Bildersammlung, das gesamte Wert wurden von Kiichis verstorbenem Vater und war ein Jahr zuvor Schauplatz von ungeklärten Todesfällen, überdies verschwand damals ein Mann spurlos und eines der Gemälde wurde gestohlen.</p>
<p>Jetzt, auf den Tag genau ein Jahr später, kehren Gäste von damals an diesen Ort zurück, und mit ihnen auch die Fragen, die damals unbeantwortet geblieben sind. Als ungebetener Gast erscheint auch in der Person des Detektivs Kiyoshi Shimada der versucht, das Geheimnis der Vorgänge zu lösen und aus den vielen Einzelteilen ein Bild zu formen, das endlich Sinn ergibt.</p>
<p>Der Roman umfasst etwas weniger als 350 Seiten und ist in zwei Erzählstränge gegliedert. Der eine führt zurück zu dem, was genau ein Jahr zuvor geschah, der andere schildert die Ereignisse der Gegenwart. Dass diese beiden Ebenen am Ende zusammenfinden werden, ist natürlich zu erwarten. Doch wie diese Verbindung aussehen kann, bleibt lange verborgen – irgendwo in den Gängen, Räumen und gedanklichen Falltüren des Mühlen-Hauses.</p>
<p>Genau darin liegt ein großer Reiz des Buches. Ayatsuji erzählt nicht einfach nur, dass etwas Unerklärliches geschehen ist. Er baut sein Rätsel so auf, dass man als Leser immer wieder meint, einen Zusammenhang zu erkennen, nur um kurz darauf festzustellen, dass sich doch wieder eine neue Unsicherheit auftut.</p>
<p>Besonders beeindruckt mich die Struktur der Handlung. Der Kriminalfall wirkt erst einmal verwirrend, fast über konstruiert. Auch wenn alles zunächst unübersichtlich erscheint, so habe ich doch immer den Eindruck, dass jedes Detail schon an seinem Platz steht, auch wenn dieser Platz lange nicht erkennbar ist. Das Mühlen-Haus ist dabei mehr als nur eine Kulisse.</p>
<p>Wie oft in klassischen Rätselkrimis spielt der Raum selbst eine entscheidende Rolle. Zimmer, Wege, Zugänge, Abgeschlossenheit und die besondere Atmosphäre des Hauses bestimmen das Denken der Figuren ebenso wie die Überlegungen der Leserinnen und Leser. Man bewegt sich lesend durch dieses Haus tastet sich von Hinweis zu Hinweis und merkt doch, dass man den eigentlichen Mechanismus noch nicht verstanden hat. Der Plan des Hauses, gleich am Anfang des Buches abgedruckt, ist dabei äußerst hilfreich.</p>
<p>Für mich sehr angenehm ist auch, dass die Figuren trotz japanischer Namen gut unterscheidbar bleiben. Gerade bei japanischen Romanen fällt es mir manchmal gar nicht so leicht, mir die Namen und Beziehungen dauerhaft zu merken, vor allem wenn viele Personen auftreten. Hier ist das anders. Die Figuren sind klar genug definiert, ihre Rollen im Geschehen sind klar nachvollziehbar, und die Handlung verliert sich nicht in einem unübersichtlichen Personenverzeichnis. Das ist für einen Krimi dieser Art wichtig, denn nur so kann man als Leser wirklich miträtseln, ohne ständig zurückblättern zu müssen.</p>
<p>Wenn die &#8222;New York Times&#8220; über diesen Roman schreibt, dass er eine Verbeugung vor Agatha Christie ist, dann kann ich dem nur zustimmen. Ayatsuji schreibt erkennbar in der Tradition des klassischen Detektivromans. Verschlossene Räume, unmögliche Verbrechen, abgelegene Schauplätze &#8211; das findet man oft und deshalb ist es auch gar nicht leicht, neue, spannende Varianten davon zu (er)finden. Hier gelingt es ausgesprochen gut (was natürlich auch mit der in der Atmosphäre des Romanes deutlich merkbaren japanischen Herkunft liegt). </p>
<p>Die Atmosphäre des Mühlen-Hauses, die zwei ineinandergreifenden Zeitebenen und die zunächst verwirrende, am Ende aber durchdacht wirkende Konstruktion machen den besonderen Reiz des Buches aus. Für mich war es ein ausgesprochen fesselnder Krimi – einer, bei dem man weniger durch Tempo als durch Neugier vorangetrieben wird und am Ende merkt, dass die Stunden beim Lesen beinahe unbemerkt vergangen sind.</p>
<p>Ich habe den Roman in einem Schwung durchgelesen und dabei gar nicht bemerkt, wie die Zeit vergeht. Das ist wohl eines der besten Komplimente, die man einem Krimi machen kann. </p>
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		<item>
		<title>Petra Hartlieb: Buberlpartie</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/08/petra-hartlieb-buberlpartie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 01:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hartlieb, Petra]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas' Favoriten 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Hartlieb]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[[Die] Buberlpartie: Fachbegriff aus der österreichischen Innenpolitik, der eine Gruppe von &#8222;wahnsinnig dynamischen&#8220; jungen Männern bezeichnet, die allesamt sehr professionell daran gehen, sich am Vermögen des Staates zu bedienen. Jörgls Buberlpartie hat es ja nach vielen Jahren endlich fast vollständig vor Gericht und dann ins Gefängnis gebracht, aber die Freunderlwirtschaft ist deshalb bei uns noch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>[Die] Buberlpartie: Fachbegriff aus der österreichischen Innenpolitik, der eine Gruppe von &#8222;wahnsinnig dynamischen&#8220; jungen Männern bezeichnet, die allesamt sehr professionell daran gehen, sich am Vermögen des Staates zu bedienen.<span id="more-33747"></span></p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buberlpartie">Jörgls Buberlpartie</a> hat es ja nach vielen Jahren endlich fast vollständig vor Gericht und dann ins Gefängnis gebracht, aber die Freunderlwirtschaft ist deshalb bei uns noch lange nicht verschwunden.</p>
<p>Und wohl genau deshalb hat Petra Hartlieb diesen perfekt auf den Punkt gebrachten Krimi geschrieben: um die Netzwerke und stark korruptionsaffinen Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft vor den Vorhang zu zerren (<em>was für ein zeitlicher Zufall, das gerade jetzt die Affäre rund um Walter Ruck, den Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer publik wurde</em>).</p>
<p>Der große Knall steht gleich am Beginn: Ein stadtbekannter Bauunternehmer-Sohn rast mit seinem E-Auto in ein Lokal und alles fliegt in die Luft. Was daran, abseits vom eigentlichen Geschehen, so brisant und speziell ist?</p>
<p>Erstes ist Chefinspektorin Alma Oberkofler selbst Augenzeugin, zweitens ist der Fahrer (der das auch nicht überlebt) nebenbei auch noch ein politischer Rechtsaußen mit Ambitionen auf Machtübernahme im Windschatten eines gewissen &#8222;Volkskanzlers&#8220;, drittens ist das Lokal ein jüdisches Lokal, dessen Besitzer ebenfalls ums Leben kommt und viertes ist ein weiteres Opfer ein Investigativjournalist, der einer großen Sache auf der Spur war.</p>
<p>Bei so einem Ereignis dauert es nicht lange, bis die Gerüchte und Verschwörungstheorien überall aufpoppen, wir kennen das ja. Von rechtsextremem Applaus, weil ein jüdisches Lokal zerstört wurde, bis Vorahnung auf eine neue Terrorwelle liest man da alles. Die Politik ist auch bald involviert und, man will ja keine Schwierigkeiten haben, drängt auch baldigen Abschluss der Ermittlung &#8211; ein simpler Unfall, vielleicht ausgelöst durch einen Schlafanfall des Fahrers wäre doch für alle die beste Lösung, oder?</p>
<p>Von Anfang an fühle ich mich so richtig in die Story hineingezogen. Die handelnden Personen lernt man sehr schnell sehr gut kennen, wenn auch &#8211; so viel kann ich hier verraten &#8211; nicht alles tatsächlich so ist, wie der erste Eindruck zu versprechen scheint.</p>
<p>Dazu beschreibt die Autorin die Verhältnisse in Österreich so realistisch, dass man meinen könnte, die ganze Affäre gäbe es wirklich. Zu lesen ist über den von einem früheren Innenminister zu Pferd beinahe völlig zerschlagenen Nachrichtendienst, in dem noch immer Freunde der Völkischen werken. Dann ist von der nicht immer diskreten Einflussnahme zum Zweck der Machterhaltung zu lesen und von der recht skrupellosen Durchsetzung persönlicher Interessen. Nicht zu vergessen die Mauscheleien und die gut gefüllten Kuverts, die über Tische wandern.</p>
<p>Dazu noch das unentwegte und kampagnenartige Geschrei auf den diversen Social-Media-Kanälen, das nur dem einen Zweck dient, die eigene Agenda gegen alles andere durchzubringen.</p>
<p>Es ist nicht einfach in diesem Tollhaus eine korrekte Ermittlung zustande zu bringen. Dass Alma Oberkofler es doch schafft, jedenfalls so lange es keine anderslautenden Weisungen von oben gibt, grenzt da schon an ein kleines Wunder und ist auch der Erfolg ihres Teams und ihrer eigenen Connections zu anderen Behörden.</p>
<p>Überraschende Erkenntnisse, die aber nie gekünstelt oder zufällig wirken, Spannung, die aus den so glaubhaft beschriebenen Ermittlungen entsteht: &#8222;Buberlpartie&#8220; ein rundum toller Krimi mit direkter Anbindung an die Verhältnisse in unserem Land.</p>
<p><strong>Dieser Krimi ist einer meiner Favoriten des Jahres 2026 und eine unbedingte Leseempfehlung!</strong></p>
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		<title>Agatha Christie, Pascal Davoz: Und dann gab&#8217;s keines mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 01:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christie, Agatha]]></category>
		<category><![CDATA[Comic & Graphic Novels]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie Classics]]></category>
		<category><![CDATA[Callixte]]></category>
		<category><![CDATA[Comic & Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Davoz]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Carlsen]]></category>
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					<description><![CDATA[Zehn Menschen auf einer Insel, ein abwesender Gastgeber, eine Stimme aus dem Grammophon und eine Anklage, die alle im Raum betrifft: &#8222;Und dann gab’s keines mehr&#8220; gehört zu den bekanntesten Kriminalromanen von Agatha Christie. Die Geschichte braucht keinen Hercule Poirot, keine Miss Marple und auch keinen anderen ihrer berühmten Detektive oder Detektivinnen. Gerade das macht [&#8230;]]]></description>
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<p>Zehn Menschen auf einer Insel, ein abwesender Gastgeber, eine Stimme aus dem Grammophon und eine Anklage, die alle im Raum betrifft: &#8222;Und dann gab’s keines mehr&#8220; gehört zu den bekanntesten Kriminalromanen von Agatha Christie. <span id="more-33898"></span></p>
<p>Die Geschichte braucht keinen Hercule Poirot, keine Miss Marple und auch keinen anderen ihrer berühmten Detektive oder Detektivinnen. Gerade das macht einen Teil ihrer besonderen Wirkung aus. Niemand kommt von außen, um Ordnung in das Geschehen zu bringen. Die Figuren sind mit sich selbst, ihren Geheimnissen und der wachsenden Angst allein.</p>
<p>Die Graphic-Novel-Version von Pascal Davoz und Callixte nimmt das alles auf. Zehn einander weitgehend fremde Menschen werden nach Soldiers Island eingeladen. Ihr Gastgeber bleibt unsichtbar, doch bald wird klar, dass keiner zufällig dort ist. Jeder von ihnen trägt eine Schuld mit sich, die nie vor Gericht verhandelt wurde. Als die ersten Todesfälle eintreten und sich das bekannte Kinderlied von den „zehn kleinen Kriegern“ auf unheimliche Weise zu erfüllen scheint, wird aus dem Aufenthalt auf der Insel ein tödliches Spiel, vor dem niemand fliehen kann &#8211; und mit jedem weiteren Opfer wächst der Verdacht unter den Überlebenden.</p>
<p>Pascal Davoz schafft eine sehr gute textliche Adaption. Die Geschichte wird verdichtet, ohne das Thema zu verlieren, Davoz hält die Handlung klar, gut nachvollziehbar und kompakt udn verschofft doch jeder Figur ein Eigenleben. </p>
<p>Besonders gut getroffen finde ich die Illustrationen von Callixte, er trifft die undurchschaubare Atmosphäre auf Soldiers Island haargenau. Die Insel wirkt abgelegen, kühl und bedrohlich, ohne dass ständig dramatische Effekte nötig wären. Viel entsteht durch Blicke, Schatten, enge Räume und die wachsende Anspannung in den Gesichtern der Figuren. Callixte macht sichtbar, was im Roman vor allem zwischen den Zeilen entsteht: Misstrauen, Angst und die Frage, wer als Nächster sterben wird.</p>
<p>&#8222;Und dann gab’s keines mehr&#8220; ist eine gelungene, atmosphärische und sehr gut lesbare Graphic-Novel-Adaption eines der berühmtesten Christie-Romane. Pascal Davoz verdichtet den Text mit sicherem Gespür für Aufbau und Spannung, während Callixte mit seinen Zeichnungen die beklemmende Stimmung der Insel eindrucksvoll transportiert.</p>
<p>Für Christie-Leserinnen und -Leser ist der Band willkommener neuer Blick auf den Klassiker; für Neueinsteiger vielleicht ein guter Eintritt in das Agatha Christie-Krimiuniversum.</p>
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		<title>Agatha Christie: Ein gefährlicher Gegner</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 01:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christie, Agatha]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Spionage]]></category>
		<category><![CDATA[Tommy & Tuppence]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieses erste &#8222;Abenteuer&#8220; (das ist wörtlich zu nehmen) wurde im Jahr 1922 veröffentlicht und ist erst der zweite Roman, den Agatha Christie veröffentlichte. Das Geschehen ist im und in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg angesiedelt. Wahrscheinlich wurde die Handlung auch vom gerade erst zu Ende gegangen irischen Unabhängigkeitskrieg beeinflusst. Denn es geht um nichts [&#8230;]]]></description>
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<p>Dieses erste &#8222;Abenteuer&#8220; (das ist wörtlich zu nehmen) wurde im Jahr 1922 veröffentlicht und ist erst der zweite Roman, den Agatha Christie veröffentlichte.<span id="more-33805"></span></p>
<p>Das Geschehen ist im und in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg angesiedelt. Wahrscheinlich wurde die Handlung auch vom gerade erst zu Ende gegangen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irischer_Unabh%C3%A4ngigkeitskrieg">irischen Unabhängigkeitskrieg</a> beeinflusst. Denn es geht um nichts weniger als einen möglichen Umsturz im United Kingdom, der von Verschwörer im Land, die von ausländischen Agenten unterstützt werden, geplant wird.</p>
<p>Es beginnt an Bord der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lusitania_(Schiff,_1907)">Lusitania</a>, als diese nach einem Torpedotreffer zu sinken beginnt. Ein Amerikaner steckt einer Landsfrau einen Umschlag mit immens wichtigen Dokumenten zu und beschwört sie, diese an die amerikanische Botschaft zu übergeben. Doch dazu kommt es nicht: Der Bote geht mit der Lusitania unter und die junge Frau verschwindet spurlos, nachdem sie sicher an Land gebracht wurde.</p>
<p>Einige Jahre später, der Krieg ist zu Ende, geraten Tuppence und Tommy rein zufällig in den Strudel der Affäre, als sie sich Gedanken darüber machen, wie sie zukünftig Geld verdienen können. Entsprechend dem Charakter der beiden entschließen sie sich, sich für Aufgaben engagieren zu lassen, die von den Auftraggebern nicht selbst erlegt werden können. Ganz egal worum es geht, Hauptsache es wird ein Abenteuer daraus.</p>
<p>Das Gespräch der beiden hört ein nicht allzu sympathischer Mann mit, der Tuppence ein Angebot macht, dass sie nicht ablehnen kann. Denn die Entlohnung ist außerordentlich hoch und die Geldbörsen der beiden sind außerordentlich leer. Gefunden werden soll eine junge Frau, doch die Verhandlung mit dem Auftraggeber verläuft seltsam und endet abrupt. Warum? Weil Tuppence, nach ihrem Namen gefragt, sich &#8222;Jane Finn&#8220; nennt, was den Auftraggeber über alle Maßen in Rage bringt. Wenigstens gibt es eine ordentliche Abschlagszahlung, aber der Auftrag selbst kommt wohl nicht zustande.</p>
<p>Dass die Angelegenheit mehr als suspekt ist merken Tuppence und Tommy spätestens dann, als sie von Mr. Carter, einem Agenten des britischen Geheimdienstes engagiert werden, in eben jener Sache zu ermitteln.</p>
<p>Es entwickelt sich eine turbulente Handlung, voller unerwarteter und oft auch amüsanter Wendungen. Tuppence und Tommy finden dabei, rein zufällig, noch weitere Mitstreiter: einen Kronanwalt seiner Majestät mit besten Verbindungen in Regierunsgkreise und einen amerikanischen Milliardär. Gemeinsam nimmt man die Spur einer Verschwörerbande auf, die &#8211; so sieht es aus &#8211; die verschwundenen Dokumente finden möchte, um mit deren brisantem Inhalt die Regierung zu stürzen und die Macht im Land zu übernehmen. Dass das nicht ohne brenzlige Situationen abgeht, ist zu erwarten.</p>
<p>Ein früher Agatha Christie-Roman den man als eine Art Spionagethriller bezeichnen könnte. Dass es ein früher Roman ist, lässt sich auch an den manchmal noch etwas holprigen Handlungssprüngen erkennen und daran, dass es den Protagonisten durch viele Zufälle manchmal allzu leicht fällt, Probleme zu lösen und Hindernisse zu umschiffen.</p>
<p>Es wirkt also über weitere Teile des Romanes zwar alles etwas improvisiert, doch wird es sich am Ende bis ins kleinste Detail aufklären; und damit dem zuvor gelesenen erst richtig Sinn geben,</p>
<p>Eine überaus unterhaltsame Geschichte. Vielleicht nicht der beste Agatha Christie-Roman, aber auf jeden Fall ein Lese-Abenteuer wert!</p>
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		<title>Michael Hjorth, Bjarni Thorsson: Schlafende Vulkane</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 03:02:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hjorth, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsson, Bjarni]]></category>
		<category><![CDATA[Bjarni Thorsson]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Hjorth]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Rowohlt]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Wunderlich]]></category>
		<category><![CDATA[Wibke Kuhn]]></category>
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					<description><![CDATA[Helga Jónsdóttirs erster Fall im Dezernat für Gewaltverbrechen in Reykjavík stellt sich rasch als Mordserie heraus, die von einem bestens organisierten Täter begangen wird. Mehr als einmal stellt sie in den folgenden Tagen sich die Frage, ob sie der Aufgabe gewachsen ist, doch Kollegen und Vorgesetzte bestärken Helga darin, dass sie genau die richtige dafür [&#8230;]]]></description>
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<p>Helga Jónsdóttirs erster Fall im Dezernat für Gewaltverbrechen in Reykjavík stellt sich rasch als Mordserie heraus, die von einem bestens organisierten Täter begangen wird. Mehr als einmal stellt sie in den folgenden Tagen sich die Frage, ob sie der Aufgabe gewachsen ist, doch Kollegen und Vorgesetzte bestärken Helga darin, dass sie genau die richtige dafür ist.</p>
<p>Zuerst wird eine ermordete Frau in einem Reitstall gefunden. Dass es ein Gewaltverbrachen war, das ist sofort klar, doch wie dieses verübt wurde, kann später erst die Gerichtsmedizin genau bestimmen. Zunächst muss sich Helga mit dem zufriedengeben, was sie selbst am Fundort der Leiche erkennen und  deuten kann. Was sie aber schnell herausfindet ist, dass die Ermordete einen zehnjährigen Sohn Sohn hat, der verschwunden ist. In der Wohnung finden sich die Spuren eines Kampfes und einiges scheint darauf hinzuweisen, dass der Junge geflohen ist. Er muss schnell gefunden werden, denn vielleicht hat er den Täter ja gesehen, vielleicht ist der Junge auch in Gefahr?</p>
<p>Zur Unterstützung bei der Suche holt sie den Verkehrspolizisten Bjarki <strong>,</strong> der mit seiner Schäferhündin eine Spur findet.</p>
<p>Einen ersten Verdächtigen gibt es auch bald und Helgas erster Fall scheint innerhalb weniger Stunden geklärt zu sein. Richtig: scheint, denn nach 80 Seiten ist der Krimi natürlich noch lange nicht zu Ende.</p>
<p>Nicht nur, dass der erste Verdächtige nicht der Mörder ist, findet wenig später ein weiterer Mord statt, der unverkennbar vom selben Täter verübt wurde. Die gleichen Spuren, die gleiche Methode, das Opfer in ähnlicher Weise zurückgelassen.</p>
<p>Zu dieser Methode gehört auch etwas, dass alles noch erschütternder macht. Die Polizei folgt einer Spur, die den Täter in die Nähe der berüchtigten Tate-Brüder rückt. Hat man es mit einem Täter zu tun, der in irrem Männlichkeitswahn und aus Frauenhass seine Opfer auswählt? Diese Spur führt das Team rund um Helga in die anonyme Welt des Darknets und dort zu einer Adresse, die etwas noch brutaleres zeigt, als es die Morde schon gewesen sind.</p>
<p>Es ist rasant von Anfang an, man merkt, wie routiniert die beiden Autoren die Story aufbauen. Da bleibt beinahe keine Zeit für Verschnaufpausen, dicht auf dicht folgen neue Wendungen, Informationen, Ereignisse und das von Anfang bis zum Ende.</p>
<p>Diese Routine ist zugleich auch etwas, das mit dann nicht ganz so gut gefällt. Die Handlung ist vorhersehbar und &#8211; ACHTUNG SPOILER &#8211; dass als Höhepunkt eine ermittelnde Polizistin selbst ins Visier des Täters gerät ist auch nicht mehr wirklich originell, weil ich ähnliches schon viel zu oft in Krimis und Thrillern gelesen habe.</p>
<p>Es ist zusammenfassend für mich dennoch eine überaus positive Wertung, die ich abgebe. Spannende Unterhaltung, ein wahrer Pageturner, den man nur schwer beiseitelegen kann.</p>
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		<title>Grothe, Pfaffenzeller (Hrsg.): Die Römer in Germanien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 02:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Deuticke Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[DVA]]></category>
		<category><![CDATA[Römisches Reich]]></category>
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					<description><![CDATA[500 Jahre römischer Präsenz in Germanien: Es ja ein bekanntes Phänomen, dass lange zurückliegende Epochen kürzer erscheinen – doch 500 Jahre sind ausreichend Zeit, um viel entstehen und wachsen zu lassen, das bis heute wirkt. Das geht so weit, dass sich &#8211; zumindest statistisch gesehen &#8211; noch in der Gegenwart merkbare Nachwirkungen in Gesellschaft und [&#8230;]]]></description>
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<p>500 Jahre römischer Präsenz in Germanien: Es ja ein bekanntes Phänomen, dass lange zurückliegende Epochen kürzer erscheinen – doch 500 Jahre sind ausreichend Zeit, um viel entstehen und wachsen zu lassen, das bis heute wirkt.</p>
<p>Das geht so weit, dass sich &#8211; zumindest statistisch gesehen &#8211; noch in der Gegenwart merkbare Nachwirkungen in Gesellschaft und Entwicklung in den ehemaligen römischen Provinzen Germanien im Unterschied zum nicht kolonisierten Teil messen lassen.</p>
<p>22 Aufsätze und Interviews von und mit Historikerinnen und Historikern, vor allem aber Redakteurinnen und Redakteuren des SPIEGEL beschäftigen sich mit offensichtlichen aber auch weniger prominenten Themen, wie</p>
<ul>
<li>Die historische Entwicklung der Expansion Roms</li>
<li>die fälschlich als &#8222;die Germanen&#8220; bezeichneten Völker östlich des Rheins, die doch in Wahrheit eine gar nicht homogene Gruppe von Stämmen waren, die oft nicht einmal über eine gemeinsame Sprache verfügten.</li>
<li>Wann diesen Bild der heldenhaften Germanen mit dem Flügelhelm entstand </li>
<li>Wie schon damals die Luftverschmutzung quasi erfunden wurde und riesige Müllhalden bis heute als Hinterlassenschaft existieren.</li>
</ul>
<p>Mit einer Vielzahl von Beispielen unterlegt, führen die Autorinnen und Autoren vor Augen, welchen Nachhall die römische Zivilisation in Mitteleuropa hat. Wobei auch die negativen Aspekte zur Sprache kommen. Wenn zum einen Architektur, Politik, Justiz auf der Habenseite stehen, so dürfen Sklaverei und brutale Gewaltanwendung und Entvölkerung ganzer Landstriche nicht vergessen werden.</p>
<p>Was bis heute das Bild &#8222;der Germanen&#8220;prägt, des entstand zum Großteil im Zuge des aufkommenden Nationalismus im 19. Jahrhundert. Denn für die Erhöhung des Selbstwertgefühls der Deutschen boten sich die Germanen als heroische Urahnen an. Untermauert wurde das damals mit pseudowissenschaftlichen vermeintlichen Belegen &#8211; aber erst die Naziideologen gingen mit ihrer Geschichtsfälschung so weit, die Germanen sogar als die wahren Urväter sogar der griechischen Antike hochzustilisieren:</p>
<blockquote>
<p>Aus dem nordischen Bauernhaus entwickelte sich durch Weiterbildung und Vervollkommnung der griechische Tempel<br /><em>Zitat aus einem SS-Schulungsheft (S. 191)</em></p>
</blockquote>
<p>Zentrales und bekanntestes Ereignis in der gemeinsamen Geschichte des Römischen Reiches und Germaniens ist die berühmte Varus Schlacht, in der ein germanisches Heer drei römische Legionen vollständig vernichtete. In mehreren Aufsätzen wird darauf Bezug genommen und wie im deutschen Kaiserreich daraus eine germanische Heldengeschichte rund um den germanischen Anführer Arminius wurde.</p>
<p>Die sichtbarsten Hinterlassenschaften der Zeit sind natürlich die römischen Stadtgründungen, die sich im in Lauf der zwei vergangenen Jahrtausende zu städtischen Zentren entwickelten. Darunter Köln Regensburg, Trier, Nijmegen und viele weitere bekannte Orte.</p>
<p><strong>Zusammengefasst</strong>:</p>
<p>Kurz und knapp und sehr informativ sind die Eckpunkte der Geschichte des Römischen Reiches in Mittel- und Nordeuropa nachzulesen.</p>
<p>Eine überaus informative und gut überschaubare Zusammenfassung, ergänzt mit Zeittafeln, über einen der Grundpfeiler unserer heutigen Gesellschaft. &#8222;Die Römer in Germanien&#8220; ist Buch auch für weniger geschichtsaffine Leserinnen und Leser, die sich damit einen kompakten Überblick über die historischen Ereignisse verschaffen können.</p>
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