Buchbesprechung/Rezension:

Cay Rademacher: Unheilvolles Lançon
Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc (11)

Unheilvolles Lançon
verfasst am 15.05.2024 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Kriminalromane, Rademacher, Cay
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Es ist wieder Zeit für die jährlichen Provence-Lesestunden mit Capitaine Roger Blanc, der seit nun schon elf Jahren zu einem virtuellen Ausflug nach Südfrankreich einlädt.

Wenn man, so wie ich, alle bisherigen Krimis der Reihe gelesen hat, dann benötigt es nur ein paar Zeilen und schon ist man mitten drinnen in der Story. Es ist ein Wiedersehen mit guten alten Bekannten:  das Team mit Fabienne Souillard und Marius Tonon, dazu der Chef Nicolas Nkoulou und die Untersuchungsrichterin Aveline Vialaron-Allegre und Rogers Freundin Paulette.

Es ist eine Aufnahme, die mit einer Drohne gemacht wurde, auf der eine Frau zu sehen ist, die leblos auf einem Felsen liegt. Der Felsen gehört zu zum Weingut Château Richelme, das der Familie Merlin gehört und es ist Alice Merlin, die die Polizei ruft, nachdem sie das Video der Drohne gesehen hat.

Niemand kennt die Frau, jedenfalls gibt es niemand zu. Das Entscheidende aber ist, dass auf dem Felsen niemand mehr zu finden ist, als der Capitaine dort eintrifft. Es ist aber eindeutig, dass dort jemand lag und eine erste Analyse des Videos durch die Kriminaltechnik bringt auch Spuren zutage, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Blut handelt.

Also Mord?
Für eine umfangreiche Ermittlung fehlt es zunächst noch an handfesten Beweisen, dass überhaupt ein Verbrechen stattgefunden hat. Deshalb arbeitet Blanc erst einmal etwas abseits der korrekten Dienstwege. Schnell stellen sich dabei zwei Details heraus, die für die weitere Entwicklung bedeutsam sind: Es geht um viel Geld bei so einem großen Weingut und die Besitzer sind bestens mit der Politik vernetzt.

Zwischen Weinbergen, dem Mittelmeer und sehenswerten Orten begleitet man die Handlung durch das frühsommerliche Südfrankreich. Einige der Schauplätze sind tatsächlich sehenswert, wenn man einmal selbst dort unterwegs sein sollte. Es zahlt sich aus, nebenher ein wenig dazu zu recherchieren.

„Unheilvolles Lançon“ ist ein Krimi, der vor allem von den Charakteren lebt, die Cay Rademacher sehr detailliert porträtiert.

Dazu rückt er auch eine Gruppe ins Zentrum des Geschehens, die ansonsten nur am Rande der Gesellschaft zu finden ist. Die Gruppe der Sinti und Roma, die im Roman als “Tziganes” bezeichnet werden, was, wie Rademacher im Nachwort schreibt, in Frankreich eine durchaus positive Benennung sein soll (Jedenfalls nicht so negativ, wie bei uns das Wort „Zigeuner“). Abgesehen davon stellt Rademacher das oft verzerrte Bild der Mitglieder dieser Gruppe richtig, wenn er ein paar von ihnen als Hauptdarsteller des Romanes in die Mitte der Gesellschaft holt.

Was die eigentliche Krimihandlung betrifft, so hätte ich mir ein wenig mehr an Tempo und Spannung erhofft. Zusammen ergibt das einen gut und flott lesbaren Roman, der vielleicht nicht der herausragendste der Serie ist, aber jedenfalls eine sehr ansprechende Weiterführung der Geschichten um Capitaine Roger Blanc.




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