Romane

Buchbesprechungen, News

Herta Müller: Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel

verfasst am 13.05.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

„Der Bogen von einem Kind, das Kühe hütet im Tal, bis hierher ins Stadthaus von Stockholm ist bizarr. Ich stehe (wie so oft) auch hier neben mir selbst“, sagte Herta Müller in ihrer Tischrede anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Und die vielfach ausgezeichnete Autorin lässt uns in der Reden- und Essaysammlung „Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel“ an dieser langen, an Entbehrungen, Angst und Worthunger reichen Reise entlang dieses Bogens teilhaben. weiter »


Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

verfasst am 11.05.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Im Herbst 1946 schrieb Hans Fallada in unfassbaren knapp vier Wochen dieses monumentale Werk des deutschen Widerstandes im NS-Regime. Manche von uns werden vielleicht bereits für die Lektüre der knapp 700 Seiten länger benötigen. Kurz nach Beendigung der Arbeit segnete er das Zeitliche als Folge eines Herzinfarktes, den sich der manische Vielschreiber durch jahrelangen exzessiven Alkohol-, Morphium-, Nikotin-, Schlaftabletten- und Kokaingenuss redlich erworben hat. weiter »


Heinrich Steinfest: Wo die Löwen weinen

verfasst am 02.05.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Zusammenfassung gleich zu Beginn: beides – die Sprache und die Geschichte – sind grandios und genial (damit wäre eigentlich schon alles gesagt/geschrieben, aber ein paar Details zum Buch können ja nicht schaden…) weiter »


Gustav Ernst: Beste Beziehungen

verfasst am 27.04.2011 von | 1 Kommentar

Die Menschheit ist nicht gut. Soviel ist sicher. Und noch schlechter sind einzelne ihrer Mitglieder. Aber so richtig schlecht wird einem dann bei der Lektüre des vorliegenden Werkes. „Nur bei der Erwähnung des Namens seiner Tochter und der Schilderung ihres Todes, so der Polizeibeamte, sei der Tatverdächtige hemmungslos in Tränen ausgebrochen.“, lautet der letzte erschütternde Satz in einem in seiner Gesamtheit äußerst betroffen machenden Romans. weiter »


Brigitte Schwaiger: Wie kommt das Salz ins Meer

verfasst am 26.04.2011 von | 1 Kommentar

Eine gutbürgerliche Familie, das ist das Wichtigste. Dieser Meinung sind die Eltern und die Großmutter einer jungen Frau. So heiratet sie Rolf, einen Diplomingenieur, der genau ein solches Leben verspricht. Er vertritt gutbürgerliche Werte, hat einen angesehen Beruf und anständig ist er auch noch. Die junge Frau, die ihre Ehe eher als Flucht aus ihrer spießigen und ach doch so gutbürgerlichen Familie sieht, schlägt bald brutal auf dem Boden der Realität auf. weiter »


Michaela Schwarz: Meine Nacht mit Anna

verfasst am 25.04.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Jasper der Große, ein zotteliger Hund, träumt von dem „Großen weißen Knochen“, von dem schon seine Vorfahren immer berichtet haben. Wer diesen findet, hat nie mehr Hunger zu leiden. Er kämpft wie ein Wahnsinniger gegen seine Rivalen und buddelt und buddelt….

Da wird Jasper von seiner Freundin Anna geweckt. Sie fühlt sich äußerst unwohl und bittet Jasper, die Nacht bei ihm zu wachen und ihm Geschichten zu erzählen. weiter »


Max Frisch: Homo Faber

verfasst am 14.04.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Anlässlich der 100. Geburtstagswiederkehr (um nicht den 20. Todestag als Vorwand nehmen zu müssen) von Max Frisch schien es mir angeraten, ein Werk des eidgenössischen Schriftstellers aus der Schublade „Standardwerke zur Matura“ zu holen und aufmerksam zu studieren. Meine Wahl fiel auf „Homo Faber – Ein Bericht“ aus dem Jahr 1957, da dieser Roman nach der Atomkatastrophe von Fukushima vor allem im Themenbereich „Technik versus Natur“ aktueller denn je erscheint. weiter »


Thomas Pynchon: Die Versteigerung von No 49

verfasst am 07.04.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Das Bedürfnis des Menschen Zusammenhänge zu erkennen bzw. zu konstruieren steht im Mittelpunkt dieses Frühwerks des mysteriösen Schriftstellers. Neben Erkenntnis und Orientierung kann dies aber auch schnurstracks in eine ausgewachsene Paranoia führen, wie die Hauptperson dieses Romans Oedipa Maas am eigenen Leib verspürt. Und damit wären wir wieder im Universum von Thomas Pynchon angelangt. weiter »


Douglas Coupland: Shampoo Planet

verfasst am 05.04.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Und munter geht es weiter in der Reihe der amerikanischen Klassiker bzw. mit einem Werk, das dafür gehalten wird. Douglas Coupland verfasste mit „Generation X“ ein Kultbuch, namensgebend und stilbildend für eine ganze Generation von amerikanischen Jugendlichen. weiter »


Philip Roth: Jedermann

verfasst am 29.03.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

„Er sank hinunter, fühlte sich aber alles andere als besiegt, ganz und gar nicht dem Untergang geweiht, nur darauf aus, wieder Erfüllung zu erleben, und dennoch wachte er nicht mehr auf. Herzstillstand. Er war nicht mehr, befreit vom Sein, ging er ins Nichts, ohne es auch nur zu merken. Wie er es befürchtet hatte von Anbeginn.“ weiter »


Jakob Arjouni: Cherryman jagt Mister White

verfasst am 16.03.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Rick Fischer schreibt an Doktor Layton. Rick, der sich vor Gericht für eine schreckliche Tat verantworten muss und Doktor Layton, der Gerichtspsychologe, der die Hintergründe für diese Tat erforschen soll. weiter »


Philip Roth: Amerikanisches Idyll

verfasst am 10.03.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Nathan Zuckerman, alter Ego des Schriftstellers Philip Roth trifft in „Amerikanisches Idyll“ auf ein Idol seiner Jugend, den überragenden Sportler Seymour Levov, wegen seines Aussehens und seiner Abstammung auch der Schwede genannt. Der Schwede bittet ihn einen Nachruf auf seinen verstorbenen Vater Lou Levov, einen erfolgreichen Handschuhfabrikanten zu verfassen. weiter »


Thomas Glavinic: Lisa

verfasst am 04.03.2011 von | 3 Kommentare

Ein Mann zieht sich mit einem Sohn in eine einsame Hütte zurück und möchte, dass dies geheim bleibt. Denn er hat Angst vor Lisa. Lisa, eine Mörderin, die quer über den Globus eine Spur der Verwüstung gezogen hat. Sie soll ihn keinesfalls finden. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt sind seine Mitteilungen und Erzählungen, gerichtet an „imaginäre“ ZuhörInnen via Internetradio. weiter »


Linus Reichlin: Er

verfasst am 03.03.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Hauptfigur heisst wieder Hannes Jensen, die Geliebte, die ihn verlassen hat heisst Annick und ist blind. Mehr findet sich nicht an Gemeinsamkeiten mit den beiden Büchern, die Linus Reichlin zum einem Stern am Krimihimmel werden ließen. weiter »


Bora Cosić: Im Ministerium für Mamas Angelegenheiten

verfasst am 02.03.2011 von | 1 Kommentar

„Opa unternahm den Versuch, Butter aus Steinkohle zu machen, nach den Anleitungen der deutschen Militärzeitschrift „Signal“. Hinterher stellte sich heraus, dass diese Anleitung ein Betrug war, wie alles andere auch. Alles in allem scheiterten die meisten Künste, die wir in diesen Jahren zu vollbringen versuchten, schon von Anfang an.“ weiter »


Ludwig Laher: Verfahren

verfasst am 27.02.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Jelena Savicevic wird in ihrem Heimatland von Albanern mehrfach vergewaltigt. Als Serbin würde sie das Land beleidigen und entehren. Damit finden die Täter ihre Rechtfertigung für die Schändung der jungen Frau, die drei Tage und Nächte andauert. Ein Bauer, der mit seinem alten Traktor ins nächste Dorf unterwegs ist,  findet Jelena zusammengekrümmt im Straßengraben liegen, leise wimmernd.  weiter »


Paul Murray: Skippy stirbt

verfasst am 24.02.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Pubertät, jenes Entwicklungsstadium, das unweigerlich jeden Menschen mehr oder minder hemmungslos heimsucht, sowie Spuren im Herzen und manchmal auch im Gesicht hinterlässt, steht im Mittelpunkt dieses bemerkenswerten Romans des jungen Iren Paul Murray. Die Pubertät als Himmel und Hölle für die Betroffenen, ausschließlich Hölle für die Angehörigen zeitigt in „Skippy stirbt“, wie der Titel schon suggeriert, jedoch letale Auswirkungen. weiter »


David Foster Wallace: Der Besen im System

verfasst am 09.02.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Eines der Merkmale der sogenannter postmodernen Literatur ist, dass die Sprache im Mittelpunkt steht und die Handlung soweit überhaupt vorhanden, eigentlich nur eine Nebenrolle spielt. So auch bei David Foster Wallace von Rezensenten umjubelten Debüt „Der Besen im System“. weiter »


Haruki Murakami: Sputnik Sweetheart

verfasst am 06.02.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Erotisch (fast) ohne Erotik, romantisch  ohne wirkliche Romantik. Der Lehrer, die junge Frau Sumire und die begehrenswerte Miu. Drei Menschen, die einander umkreisen wie ein Satellit die Erde in seiner weit entfernten Umlaufbahn. weiter »


Joseph Zoderer: Die Farben der Grausamkeit

verfasst am 05.02.2011 von | 1 Kommentar

Die Handlung, die in den Jahren rund um die Wende 1989 spielt, tritt in den Hintergrund, denn das Innenleben von Richard, dem zwischen zwei Frauen immer mehr Zerreissenden, überdeckt alles. weiter »


Tina Tanzer: Typenlee(h)re

verfasst am 04.02.2011 von | 1 Kommentar

Spätestens seit Sex and the City ist bekannt, dass Frauen eigene Bedürfnisse haben, die neben Shopping vor allem auf eines gerichtet sind: auf Männer. Kein Wunder, dass bereits seit geraumer Zeit genau diese Zielgruppe bedient wird. weiter »


Jonathan Franzen: Die Korrekturen

verfasst am 03.02.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Mehr als drei Millionen Mal ging dieses Buch bereits über die Verkaufspulte der Buchhandlungen oder durch die Auslieferungsstellen der Internetanbieter und machte aus Jonathan Franzen schlagartig einen literarischen Weltstar. Vor dem Erscheinen seines neuen Bestsellers „Freiheit“ im vergangenen Jahr zierte sein Konterfei gar die Titelseite des Time-Magazins und auch Präsident Obama war hellauf begeistert. weiter »


Alfred J.Noll: Kannitz

verfasst am 02.02.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Auf den ersten Blick sticht sofort die elegante Aufmachung des Buches ins Auge: gänzlich in rot gehalten, Autor und Titel mit weißer Schrift und hervorragende Qualität des Papiers, praktisch Ästethik pur. weiter »


Thomas Pynchon: Vineland

verfasst am 21.01.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Vineland gilt allgemein als zugänglichstes Werk von Thomas Pynchon und der Titel geht auf den Namen zurück, den die wahren Entdecker Amerikas – die Wickinger – dem Kontinent gegeben haben: Vinland. Zugänglich bedeutet bei diesem Autor allerdings nicht, dass sie sich durch die knapp 500 Seiten durchfräsen, so wie sagen wir durch einen Simmel oder Konsalik. weiter »


Yasmina Khadra: Wovon die Wölfe träumen

verfasst am 14.01.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Für viele Menschen, auch für mich, ist der islamische Terrorismus schwierig bis gar nicht nachzuvollziehen. Der Autor (er benutzt als Pseudonym den Namen seiner Frau) leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis dieses Phänomens. Und er tut das in Form eines erschreckend guten Romans. weiter »


Jonathan Franzen: Freiheit

verfasst am 12.01.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Wer „Die Korrekturen“ mochte wird dieses Buch lieben – und gleichzeitig hassen. Wie das geht? Nun, Franzen schreibt eine Prosa von solcher Klarheit und Intensität, dass es die Leserin förmlich in das Buch hineinsaugt. Gleichzeitig fragte ich mich beim Lesen allerdings ständig: Warum sind die ProtagonistInnen des Buches bloss alle so schrecklich unglücklich? weiter »


Ilona Mayer-Zach: Schärfentiefe

verfasst am 09.01.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Der Starfotograf Stefan Urban wird beim Flusskraftwerk Freudenau tot aufgefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Karl Santo, Chef einer PR-Argentur sollte ursprünglich zu Ehren des Stars eine Fotoausstellung im Wiener MuseumsQuartier ausrichten. Dafür ist auch ein Riesenbudget zur Verfügung gestellt worden. Nach dem Tod des Fotografens ändert Santo, gerissen wie er ist, den ursprünglichen Auftrag. weiter »


Haruki Murakami: 1Q84

verfasst am 03.01.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Von Beginn an liegt über den Seiten des Buches ein Schleier des Unwirklichen, des Surrealen. Nach ein paar Sätzen stellt sich ein Gefühl ein, so als ob man etwas übersehen, vergessen hätte, doch das ist es nicht. Klare Sprache und Sätze, in denen es nichts gibt, an dem man herum interpretieren könnte, lassen nur einen Schluß zu: nichts hat man selbst vergessen, alles kommt aus der Feder des Autors, er erschuf diese kaum greifbare Welt. weiter »


Philip Roth: Der menschliche Makel

verfasst am 28.12.2010 von | verfassen Sie einen Kommentar

Am Beginn einer Serie über moderne amerikanische Klassiker beginne ich mit „Der menschliche Makel“ von Philip Roth, mit dem ihm wahrscheinlich The Great American Novel gelungen ist, die Tragikkomödie seines Landes im späten zwanzigsten Jahrhundert. weiter »


Ken Follett: Die Säulen der Erde

verfasst am 08.12.2010 von | 1 Kommentar

Aus gegebenem Anlass: Vor einiger Zeit lief ja im Fernsehen die sogenannte „Verfilmung“ dieses tollen Buches. Dabei hat sich einmal mehr bestätigt, was alle LeserInnen ohnehin schon wissen: Das Buch ist (fast) immer besser als der Film. weiter »




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