Über Literatur Blog
Von Leserinnen für Leser: wir lesen, was uns interessiert und schreiben darüber. Ob Altes oder ganz Neues, vom Krimi bis zur zeitgenössischen Literatur, im Literatur Blog gibt es keine Einschränkung. Wir sind keinem Verlag oder keiner Autorin, keinem Autor verpflichtet.
Seit Jänner 2009 veröffentlichen wir hier unsere Meinung zum Gelesenen.
Literatur Blog bietet Raum für die Stellungnahmen unserer LeserInnen. Kommentare, Meinungen, Ergänzungen – für alles ist Platz.
Viel Spaß dabei !
Markus Cheng ist Privatdetektiv in Wien. Er sieht aus wie ein Chinese, aber das Aussehen ist schon das einzige, was ihn mit anderen Chinesen verbindet. Er beherrscht ja nicht einmal die chinesische Sprache. Seine Eltern waren nach Europa gezogen, ohne dafür politische Gründe angeben zu können. Cheng hat viel Freizeit, er ist nicht wirklich gut drauf, denn das Geschäft geht schlecht. Dann, endlich, bekommt er einen Auftrag von Ran.
Wie entsteht eigentlich ein Bestseller? Nun, da hat man/frau die Möglichkeit so genial zu schreiben, dass die Welt an diesem Text einfach nicht vorbei kann. Oder es wird ein „Skandal“ inszeniert – denken sie beispielsweise an die „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. So auch geschehen beim vorliegenden Buch von David Schalko. Aber nicht der Autor persönlich oder das Werk an sich sorgte für Aufsehen, sondern eigentlich ein „Unbeteiligter“, nämlich der von seinem Lebensmenschen und anscheinend allen guten Geistern verlassene Stefan Petzner.
Der Tag beginnt für Inspektor Bennie Griessel um 5:37 Uhr, als ihn ein Anruf aus dem Schlaf reisst.Vusi Ndabeni ist einer von mehreren jüngeren Ermittlern, die Griessel als Mentor bei ihrer Arbeit unterstützen soll – helfen, Tipps geben, unterstützen, das eigene Wissen weiter geben. Und jetzt ruft Vusi an um seinen Mentor zum Fundort der Leiche einer jungen Frau zu bestellen.
„Alles, was ich habe, trage ich bei mir.“ Mit diesem schlichten Satz beginnt eines der atemberaubendsten Sprachkunstwerke der zeitgenössischen deutschen Literatur. Nach der Lektüre von „Atemschaukel“ war mir restlos klar, warum Herta Müller im Dezember des vergangenen Jahres den Literaturnobelpreis verliehen bekam. Schlicht und einfach, so wie ihre Sprache, weil sie ihn sich verdient hat und ein Werk von derartiger sprachlicher Intensität seinesgleichen sucht und wahrscheinlich nur schwer oder gar nicht zu finden sein wird.
Noch nie habe ich nach 10 gelesenen Seiten begonnen, die Rezension zu schreiben. Diesmal ging es aber nicht anders, denn nach diesen 10 Seiten war ich schon dabei, das Buch weg zu legen. Wie kann man denn wissen, wie das Buch wird, ob spannend oder nicht ? Berechtigte Frage! Es ging aber gar nicht um Spannung oder nicht, es ging um deutsche Sprache oder nicht.
Wenn man/frau zu Weihnachten ein Buch mit dem Titel „Jesus liebt mich“ geschenkt bekommt, so ist dies einerseits orginell und andererseits auch ein schlüssiges Präsent.
Meike ist Übersetzerin, Jasper ist Banker und Henry ist Schriftsteller – drei Menschen, die eines gemeinsam haben: Probleme. Zuerst jede/r für sich alleine dann aber mehr und mehr alle drei gemeinsam. Da ist es nebensächlich, dass zu Beginn weder räumliche noch persönliche Bindungen zwischen ihnen bestehen, denn nach Nachrichten, Wirtschaft und Terror werden nun eben auch Einzelschicksale ver-globalisiert
Eigentlich könnte ich es mir leicht machen und das vorliegende Werk in einem Satz beschreiben: „Die Sterblichen“ ist ganz ganz große Literatur, schlicht und einfach Weltliteratur! Lesen sie es selbst und tauchen sie ein in die absolute Düsternis aus der es kein Entrinnen gibt.
Das ist er: der Ur-Polt, der Vater aller Brunnbach-Krimis. Der spielt in einer Zeit, als es noch Gendamerie, Fernschreiber und den Schilling gab und Handys noch etwas exotisches an sich hatten. Allerdings, dort in Brunndorf im Weimviertel, läuft alles viel unaufgeregter ab als anderswo – so unaufgeregt, man kann sich leicht vorstellen, dass auch heute noch alles so ist wie damals.
Drei Dinge geschehen innerhalb kurzer Zeit: Emma le Roux glaubt, in den Fernsehnachrichten ihren vor langer Zeit verschwundenen Bruder Jacobus zu erkennen und wenige Tage später dringen maskierte Männer in ihr Haus ein.