Buchbesprechung/Rezension:

Agatha Christie: Tod in den Wolken
Ein Fall für Hercule Poirot (10)

Tod in den Wolken
verfasst am 10.05.2024 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Christie, Agatha, Kriminalromane
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Hercule Poirot, Inspector Japp von Scotland Yard und Monsieur Fournier von der französischen Sûreté. Diese internationale Besetzung des Ermittlerteams ist nur verständlich, geschah das Verbrechen doch hoch in den Wolken auf dem Flug von Frankreich nach England.

Ein Mord, der selbst drei so erfahrene Männer vor ein schwieriges Rätsel stellt. Das Opfer starb durch einen Giftpfeil, der mit einem Blasrohr abgeschossen wurde. Doch wer hatte an Bord des Flugzeuges überhaupt die Gelegenheit zu dieser Tat? Zwölf Personen hielten sich in der Kabine auf, womit der Kreis der Verdächtigen durchaus überschaubar ist.

Ein auch von Agatha Christie gerne verwendetes Setting, in dem das Verbrechen von einer Person aus einem bekannten Personenkreis begangen sein musste. 

Wirklich sehr amüsant und vor allem auch interessant zu lesen, wie sich die drei Herren Schritt für Schritt der Lösung nähern. Wie aussortiert und bewertet wird, wie Möglichkeiten und Hintergründe von einer der Personen nach der anderen durchleuchtet und in das immer genauer werdende Gesamtbild eingefügt werden. Wie, genau wie in einem Puzzle, ein Stein nach dem anderen an seinen Platz fällt.

Doch zunächst scheint es so zu sein, als ob niemand überhaupt die Chance gehabt hätte, den Mord zu begehen. Wo doch so ein Blasrohr auffallen müsste, wo es alle hätten bemerken müssen. Die Mordwaffe wird bald gefunden, rein zufällig versteckt im Sitz von Hercule Poirot. War der Detektiv diesmal der Mörder, oder möchte ihm jemand die Tat anhängen oder ist es einfach nur eine Verwechslung? Denn, das  sollte man wissen, Poirot hatte zuvor mit einer Mitreisenden den Platz getauscht, damit diese bei ihrer Freundin sitzen konnte.

Was hingegen sehr bald klar ist: Die Ermordete kannte, das brachte ihre Profession als Geldverleiherin mit sich, viele Geheimnisse über viele Menschen.

Hercule Poirot beginnt daher ein Spiel mit den Beteiligten, in dem er alle im Unklaren lässt, wen er im Verdacht hat und zugleich alle glauben lässt, dass sie seine Verbündeten wären, die ihn bei der Beobachtung der anderen unterstützen sollten.

Die Aussagen aller Beteiligten, die natürlich unisono ihre Unschuld beteuern, klingen glaubwürdig. In diesen Gesprächen werden, der Raffinesse der Polizisten und des Detektivs können die Befragten wenig entgegensetzen, zwar viele Geheimnisse enthüllt, doch nichts scheint dabei zu, was auf eine bestimmte Person hindeutet. Dazu verwirrt Poirot die beiden Polizisten mit seinen Andeutungen mehr, als er ihnen hilft, den Fall zu klären.

Das ist sowohl überaus unterhaltsam, als auch (zum Mitdenken) anregend und wird zum Finale hin immer rasanter: bis dahin versucht man natürlich, aus den Aussagen etwas herauslesen, was hilft, selbst auf die Lösung zu kommen.

Und dann die Auflösung: überraschend, aber sehr logisch, wenn man sich dann alles in Erinnerung ruft, was man zuvor gelesen (oder als vermeintlich nebensächlich überlesen) hat! So wie Agatha Christie diese Geschichte aufbaut, wie sich (siehe oben) ein Stein an den anderen fügt, das macht aus diesem 10. Fall von Hercule Poirot für meinen Geschmack einen der best-konstruierten und spannendsten überhaupt.

Ein absoluter Lesetipp, auch für Agatha Christie-Neueinsteiger, denn dieser Krimi macht wirklich Lust auf mehr.




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