Stichwort: Nobelpreisträger


Patrick Modiano: Schlafende Erinnerungen

Schlafende Erinnerungen verfasst am 01.09.2018 von | verfassen Sie einen Kommentar

Der Großmeister der Erinnerung in der Literatur: Patrick Modiano veröffentlich eine kleine Novelle, die unverkennbar seine gewohnte Handschrift trägt. Modiano, wie er immer war und wie er scheinbar immer sein wird. weiter »


Alice Munro: Himmel und Hölle

Himmel und Hölle verfasst am 04.07.2018 von | verfassen Sie einen Kommentar

Neun Erzählungen. 50, 80 Seiten lang, aber jede für sich fühlt sich an wie ein ganzer Roman. Alice Munro schreibt über Lebensabschnitte: sie steigt ein, als schon alles im Gange ist, verbleibt eine Weile und verlässt die Menschen, die Orte wieder, obwohl die Geschichte vielleicht noch gar nicht zu Ende ist. Es bleibt immer Raum, sich ein Davor und ein Danach selbst vorzustellen. weiter »


Sinclair Lewis: Main Street

Main Street verfasst am 08.06.2018 von | verfassen Sie einen Kommentar

Eine amerikanische Kleinstadt, weit von der nächsten Großstadt entfernt. Die Mainstreet, die Läden, die Männer, die sich selbst als die Bewahrer der Ordnung und des Pioniergeistes betrachten; und die Frauen, die als getreue Vasallinnen ihrer Ehemänner die Tage mit aus ihrer Kleinstadtsicht so ungemein wichtigen Tätigkeiten verbringen.

Ein Blick zurück in die USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ein nostalgischer Blick könnte man meinen. weiter »


Frans Eemil Sillanpää: Jung entschlafen

Jung entschlafen verfasst am 08.01.2018 von | verfassen Sie einen Kommentar

1964 starb Sillanpää, finnischer Literaturpreisträger und bekannt für seine epischen Erzählungen. Meine erste Begegnung mit ihm war das Buch Frommes Elend (s. Rezension im Literaturblog).

So ist auch  dieses Buch, in seinem schwermütigen Stil, eine Herausforderung an das Lesen. Seine Sprache passt sich an die Düsterheit der Lebenssituationen an. Es liegt eine Freudlosigkeit über dem Leben der Protagonisten. Das mühevolle Hofleben raubt den Männern und Frauen ihre Kraft, und ihre Gesundheit. Familienfehden brodeln. weiter »


José Saramago: Das steinerne Floß

Das steinerne Floß verfasst am 05.01.2018 von | verfassen Sie einen Kommentar

Eines von diesen Büchern, die durch spätere Geschehnisse Jahre nach ihrem Erscheinen erneut an Bedeutung gewinnen (mit der Betonung auf „erneut“). In Zeiten von Brexit und Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens ist Saramagos Erzählung über den Abbruch der iberischen Halbinsel vom europäischen Kontinent so aktuell, wie nur irgend möglich.

Dieser Abbruch beginnt – und damit unterschiedet er sich doch vom Aktuellen – nicht in den Köpfen sondern in der Gegend der Pyrenäen, dort wo Frankreich und Spanien aneinander stoßen.  weiter »


Johannes V. Jensen: Himmerlandsvolk

Himmerlandsvolk verfasst am 13.12.2017 von | verfassen Sie einen Kommentar

In 12 Geschichten erzählt der dänische Schriftsteller Jensen von Menschen und einer Welt aus einer vergangenen Zeit. Den Schilderungen nach wohl einer trostlosen Zeit.

Die Welt, über die Jensen erzählt, ist das Umfeld seiner eigenen Kindheit. weiter »


Sinclair Lewis: Das ist bei uns nicht möglich

Das ist bei uns nicht möglich verfasst am 27.11.2017 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Einwanderer sind die Quelle allen Übels. Ein narzistischer Sprücheklopfer im Weißen Haus. Steuern hinunter und Militärausgaben hinauf. Die Überlegenheit der Weißen. So weit, so 2017 – mit diesen und weiteren uns wohl bekannten Szenarien der Rückwärtsgewandheit  ist Sinclair Lewis‘ Roman ist stellenweise unheimlich in seiner Aktualität und Präsenz. weiter »


Sinclair Lewis: Babbitt

verfasst am 11.10.2017 von | verfassen Sie einen Kommentar

Diesen Roman heute, beinahe 100 Jahre nach der Erstveröffentlichung, zu lesen hat zwei ungemeine Vorteile: 1. kann man mit Erstaunen und Interesse einen Einblick in das tägliche Leben der 1920er-Jahre nehmen und 2. dabei feststellen, dass sich vieles überhaupt nicht geändert hat. Denn abgesehen von all den technischen Spielereien und Hilfsmitteln, von denen wir heute natürlich viel mehr haben, haben sich die Menschen selbst, ihre Ansichten, ihre Vorlieben und Abneigungen kaum geändert.

„Babbitt“ ist somit nicht nur ein Roman über einen Mann in mittleren Jahren sondern auch eine Reportage aus der Vergangenheit. weiter »


Patrick Modiano: Gräser der Nacht

Gräser der Nacht verfasst am 21.07.2017 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Handlung selbst tut beinahe nichts zur Sache. Es ist diese Erinnerung, die sich erst bruchstückhaft, dann dichter zu einen Blick zurück formt.

So geschrieben, dass man – so man selbst schon das Alter erreicht hat, um auf ein paar Jahrzehnte eigener Vergangenheit zugreifen zu können – dieses Zusammensetzen, dieses Suchen nach in den Tiefen des Gedächtnissen vergrabenen Bildern, selbst nachvollziehen kann. weiter »


Der Literatur-Nobelpreis 2015 geht an Swetlana Alexijewitsch

verfasst am 08.10.2015 von | verfassen Sie einen Kommentar

Aus den 259 Vorschlägen, die bei der Schwedischen Akademie der Wissenschaften einlangten, wurde eine Liste mit 196 nominierten Personen erstellt, 36 davon sind zum ersten Mal nominiert. weiter »


Patrick Modiano: Der Horizont

verfasst am 04.12.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Dieses Buch machte es mir nicht leicht, darüber zu schreiben. Denn während das WAS (was geschieht, wer ist daran beteiligt) noch recht klar ist, grüble ich noch immer an dem WARUM:  gibt es einen zusammenfassenden Gedanken, der über diesem Buch steht?

Zunächst näherte ich mich der gebotenen Ehrfurcht: ein Roman des Literatur-Nobelpreisträgers 2014, von dem ich zuvor noch nie etwas gelesen habe; und, ich muss es gestehen, von dem ich zuvor auch noch nie etwas gehört, bzw. über ihn gelesen habe. weiter »


Nobelpreis für Literatur 2014 geht an Patrick Modiano

verfasst am 09.10.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Der diesjährige, mit 8 Mio. Schwedischen Kronen (ca. 878.000 Euro) dotierte, Literatur-Nobelpreis geht an den Franzosen Patrick Modiano (69). Er  ist damit der 15. Franzose, der den Preis erhält. Entgegengenommen haben diesen allerdings bisher nur 13 französische Preisträger, Jean-Paul Sartre verweigerte im Jahr 1954 die Annahme wegen seiner grundsätzlich Ablehnung aller offiziellen Ehrungen. weiter »


Frans Eemil Sillanpää: Frommes Elend

verfasst am 06.09.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Das Schicksal von Jussi, oder Juha, oder Janne wie er auch genannt wurde, zeichnet das Leben und Leiden der bäuerlichen Bevölkerung Finnlands in der zweiten Hälfte des 19enten Jahrhunderts auf.

Als ich das Buch bekam, wirkte der graue Umschlag, mit der düsteren Darstellung einer Kate, ziemlich deprimierend. Nach kurzer Zeit des Lesens stellte ich fest, dass dieser Umschlag genau zum Inhalt des Buches passt. weiter »


Orhan Pamuk: Das Museum der Unschuld

verfasst am 31.07.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Das Museum der Unschuld erzählt uns von der ein halbes Leben andauernden Liebe zwischen Kemal, dem jungen Mann aus gutem Hause, und seiner mehr als zehn Jahre jüngeren entfernten Verwandten, Füsun. Im Istanbul der 70er Jahre trifft der anfangs erst 30 jährige Kemal seine 18 jährige Verwandte zufällig in dem Bekleidungsgeschäft wieder, in dem sie arbeitet. weiter »


José Saramago: Die Geschichte von der unbekannten Insel

verfasst am 16.03.2014 von | verfassen Sie einen Kommentar

Die Geschichte von der unbekannten InselEin ganz kurzes Märchen, meisterlich erzählt vom Nobelpreisträger José Saramago. Saramago war ein grandioser Geschichtenerzähler, der in seinen Werken – ob kurze Novelle oder dicker Roman – immer eine eigene Welt mit viel Fanatasie und vor allem mit viel Feingefühl zum Leben erweckte. weiter »


Alice Munro: Zu viel Glück

verfasst am 05.12.2013 von | verfassen Sie einen Kommentar

Erzählungen über Ereignisse aus dem Alltag, die nicht alltäglich sind. Auf knapp 360 Seiten finden 10 solcher Erzählungen Platz, jede von ihnen ein ganzer Roman. Mein Lesedebüt bei Alice Munro stellte sich schon nach wenigen Seiten als wahrhafter Glücksfall heraus. weiter »


Albert Camus: Der Fremde

verfasst am 05.11.2012 von | verfassen Sie einen Kommentar

Mit dem Tod seiner Mutter stirbt nicht nur seine letzte Verwandte. Mit ihrem Tod verliert Meursault den einzig verbliebenen, oder überhaupt  je existenten, Faden, der ihm, weit in der Vergangenheit, Geborgenheit, der ihm Halt  gegeben hatte. Die letzte Zeit aber trieb es ihn durch sein Dasein ohne Ziel und ohne jede Ambition. weiter »


José Saramago: Eine Zeit ohne Tod

verfasst am 13.03.2012 von | verfassen Sie einen Kommentar

So lautet der erste Satz im Buch: „Am darauffolgenden Tag starb niemand“. Auch wenn es nur in diesen einen Land geschah, auch wenn kein Unfall, kein Verbrechen, keine Krankheit, einfach gar nichts ein Menschenleben forderte, so bedeutete diese auf den ersten Blick so verheissungsvolle Nachricht, doch nicht nur Gutes. weiter »


José Saramago: Kain

verfasst am 19.10.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Gott erschuf Adam und Eva als erste Menschen. So weit, so übereinstimmend. Darüber, was sich danach zutrug, herrscht zwischen José Saramago und der Bibel dann doch die eine und andere unterschiedliche Auffassung. In „Kain“ spielt sich alles ein wenig anders ab (und wer weiß, in welche, vielleicht bessere, oder doch schlechtere Welt uns Saramagos Altes Testament geleitet hätte). weiter »


Mario Vargas Llosa: Tod in den Anden

verfasst am 13.08.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

Ein Land, zwei Welten. Durch Peru zieht sich eine unsichtbare Grenze zwischen Menschen. Auf der einen Seite die aus den Städten, von der Küste, auf der anderen Seite die, die oben leben in den Anden, die hinter sich jahrtausendealte Geschichte wissen, die immer schon hier waren. Die beiden Welten vernischen sich miteinander, ohne einander zu berühren. weiter »


Herta Müller: Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel

verfasst am 13.05.2011 von | verfassen Sie einen Kommentar

„Der Bogen von einem Kind, das Kühe hütet im Tal, bis hierher ins Stadthaus von Stockholm ist bizarr. Ich stehe (wie so oft) auch hier neben mir selbst“, sagte Herta Müller in ihrer Tischrede anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Und die vielfach ausgezeichnete Autorin lässt uns in der Reden- und Essaysammlung „Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel“ an dieser langen, an Entbehrungen, Angst und Worthunger reichen Reise entlang dieses Bogens teilhaben. weiter »


Albert Camus: Der Fall

verfasst am 28.09.2010 von | 3 Kommentare

Früher war er ein erfolgreicher Anwalt in Paris. Über jeden Selbstzweifel erhaben, sah er sich am Gipfel seines Schaffens. Er war für sich selbst das Vorbild des Guten, des Hilfsbereiten, des Menschen, der – so schien es – sein Dasein der Hilfe und der Hilfe für die Hilfebedürftigen widmete. weiter »


Herta Müller: Atemschaukel

verfasst am 05.03.2010 von | verfassen Sie einen Kommentar

„Alles, was ich habe, trage ich bei mir.“ Mit diesem schlichten Satz beginnt eines der atemberaubendsten Sprachkunstwerke der zeitgenössischen deutschen Literatur. Nach der Lektüre von „Atemschaukel“ war mir restlos klar, warum Herta Müller im Dezember des vergangenen Jahres den Literaturnobelpreis verliehen bekam. Schlicht und einfach, so wie ihre Sprache, weil sie ihn sich verdient hat und ein Werk von derartiger sprachlicher Intensität seinesgleichen sucht und wahrscheinlich nur schwer oder gar nicht zu finden sein wird. weiter »



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