Frans Eemil Sillanpää: Jung entschlafen

verfasst am 08.01.2018 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Romane, Sillanpää, Frans Eemil

1964 starb Sillanpää, finnischer Literaturpreisträger und bekannt für seine epischen Erzählungen. Meine erste Begegnung mit ihm war das Buch Frommes Elend (s. Rezension im Literaturblog).

So ist auch  dieses Buch, in seinem schwermütigen Stil, eine Herausforderung an das Lesen. Seine Sprache passt sich an die Düsterheit der Lebenssituationen an. Es liegt eine Freudlosigkeit über dem Leben der Protagonisten. Das mühevolle Hofleben raubt den Männern und Frauen ihre Kraft, und ihre Gesundheit. Familienfehden brodeln.

Auf einem Erbhof beginnt die Geschichte von Silja und ihrem Vater Kustaa und ihrer Mutter Hilma. Anfangs herrscht in dieser Familie noch ein wenig Harmonie. Durch die täglichen Mühen des Hoflebens schleichen sich aber bald Verbitterung und Kraftlosigkeit ein. Kinder sterben früh, Familienzwist gehört zum täglichen Leben. Kustaas Tochter Silja verlässt in jungen Jahren den elterlichen Hof um sich als Magd zu verdingen.

Sillanpää  beschäftigt sich intensiv mit dem Seelenleben der Hauptpersonen.

Hierbei zeigt sich auch seine große Erzählkunst, wie er sich einfühlsam mit den Menschen beschäftigt. Man könnte meinen, dass er neben den Menschen steht und ihre Geschichten zu Papier bringt. Er zeigt die Skrupellosigkeit der Menschen  auf, das Geschäft mit der Not überwiegt Hilfsbereitschaft und Solidarität

Dieses Buch zu lesen war für mich erheblich schwieriger als Frommes Elend. Trotzdem hat es sich ausgezahlt  Jung entschlafen  zu lesen. Es ist ein sehr berührendes Buch.


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