Wieninger, Manfred: Der dreizehnte Mann

Wie alles begann, damals in Harland, als Marek Miert noch nicht DER Diskontdetektiv der Stadt war. Hier ist er, Mierts erster Fall – zwei Fälle, um ganz genau zu sein.

Fall Nr. 1, das ist die Suche nach dem Mörder von Branislaw Kaddisch’s Freundin, die von einem Auto überfahren wurde. Kaddisch glaubt nicht an einen Unfall, mit seinen finanziellen Mitteln steht es allerdings auch nicht besonders vorteilhaft. Dazu kommt, dass Kaddisch auch noch illegal im Lande ist und somit bald in Abschiebehaft landet. Miert übernimmt den Fall trotzdem: erstens, weil er als Bezahlung einen Videorekorder bekommen hat und zweitens, weil er’s selbst auch wissen will. Im Videorekorder findet sich ein Band und das erweist als äußerst aufschlussreich sind  hilfreich.

Fall Nr. 2 wird ihm von seinem alten Schuldfreund Salek angetragen. Der hat nämlich, in seiner Eigenschaft als Chef-Pathologe, ein paar Leichen auf den Tisch bekommen, die brisantes versprechen: 8 Menschen, getötet und verscharrt genau an jenem Tag, an dem Hitler, freudig bejubelt, in Österreich einmarschierte. Das kann nur bedeuten, dass die Toten einst wichtige Personen im Wiederstand gegen die Nazi waren.

Miert ist noch nicht der Miert, der er heute ist, und Leutnant Gabloner hat auch noch ein paar Jahre vor sich um zu dem Ekel zu werden, das er heute ist. So verwirren die beiden einander gegenseitig – und gemeinsam dann auch manchmal mich – in einem dichten Geflecht aus Hinweisen, Spuren, Bemerkungen, alles quer durch die Gassen und Gossen von Harland.

Es ist der Auftakt zu einer Krimireihe, der schon viel von dem verspricht, wie man von Miert in den folgenden Jahren erlesen und erleben kann. Seinen Sarkasmus, seine treffsicheren Formulierungen, die hat er schon und auch seine Vorliebe für die Unterdrückten und Benachteiligen ziehen sich bereits durch Mierts Handeln.

Für eine richtige Krimispannung fehlte mir aber ein wenig der Handlungsfaden, fühlte ich mich mehrmals zu sehr in die Irre (gleichmaßen von Sätzen, Strassen und Handlungen) geleitet. Das wird aber leicht aufgewogen durch die Lust des Autors am Formulieren, die manchmal in die komische, manchmal in die (zeit)kritische Ecke führt, immer aber in die richtige.



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