Buchbesprechung/Rezension:

Christoph Görg: Isengrim
Sieben Tage im November

Isengrim
verfasst am 29.12.2022 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Görg, Christoph, Kriminalromane
Buchbesprechung verfasst von :
LiteraturBlog Bewertung:

Ich habe die ersten beiden Teile der Serie nicht gelesen, was zum Glück nicht wirklich gestört hat, da der Autor die Geschichte so erzählt, dass man relativ schnell einen Überblick bekommt. Was mich bezüglich der Handlung zunächst irritiert hat, klärte sich in weiterer Folge schnell auf.

Der Roman beginnt mit einem Prolog mit dem Titel „Polterabend“. Magdalena, eine hübsche Bademagd wird in der Allerseelennacht 1194 auf dem Weg zu ihren Freunden zum Polterabend in Krems Opfer eines Gewaltverbrechens.

Die Freunde von Magdalena warten vergeblich auf ihr Eintreffen. Gefeiert wird der Polterabend von Nikolaus von Dürnstein, dem Helden des Buches und Zeitreisenden aus dem 21. Jahrhundert sowie von Engeltrud, seiner Verlobten und besten Freundin von Magdalena.

„Meine engsten Vertrauten und besten Freunde, dachte Niki. Und doch kennt keiner von ihnen mein Geheimnis. Nicht einmal Engeltrud, die sein Kind erwartete und die er am nächsten Tag heiraten wollte. Ihnen allen gegenüber hält Niki beharrlich daran fest, dass er sein Gedächtnis verloren und keine Erinnerungen mehr an die Zeit hatte, bevor Engel und Bertram ihn verletzt, desorientiert und verzweifelt nach seinem Auto suchend vor dem Stadttor von Dürnstein aufgelesen hatten, damals am Epiphaniastag, am 6. Jänner des Jahres 1193.“

Als Nikolaus die Taverne verlässt, um sich zu erleichtern, entdeckt er bei der Suche nach einem abgelegenen Plätzchen die Leiche der übel zugerichteten Magdalena.

Es wird sofort gemunkelt, dass in der Nacht zwischen Allerheiligen und Allerseelen die bösen Geister ihr Unwesen treiben. Arme Seelen, die sich im Fegefeuer befinden steigen zur Erde auf. Die am meisten gefürchtete Kreatur heißt Isengrim, eine Bestie, die für viele Morde an Kindern und jungen Frauen verantwortlich gemacht wird. Sie ist ein Werwolf, der erst nachts seine Untaten verübt. Tagsüber als Mensch bleibt Isengrim unerkannt.

Aus der geplanten Hochzeit von Engeltrud und Nikolaus am nächsten Tag wird nun nichts mehr. Auf Bitten seiner Verlobten beginnt Niki mit seinem Freund Adlatus Bertram den Mord aufzuklären. Dabei fühlt er sich wie Sherlock Holmes und Hercule Poirot.

Nach einer sehr ausführlichen Obduktion nimmt die Spurensuche nach dem Täter an Fahrt auf.

„Ein geistesgestörter Mörder? Ein Triebtäter, der es auf Bademägde abgesehen hat?, dachte Niki. Ein mittelalterlicher Jack the Ripper?
„Gnade uns Gott, wenn es kein Motiv gibt“, murmelte er.
„Warum?“, fragte Engel.
„Weil es dann keinen Grund gibt, mit dem Morden aufzuhören.“

Mein Fazit:
Der Roman wird sehr flott und unterhaltsam erzählt. Dabei spart der Autor nicht mit genauen Beschreibungen der Verhältnisse in dieser Zeit. Stellenweise brauchte es schon mal starke Nerven.

Es fließen auch einige historische Tatsachen in Bezug auf die Gegend, in der die Geschichte spielt mit ein. Da ich die Wachau schon oft bereist habe, fand ich das sehr interessant. Die realen historischen Personen, die im Roman vorkommen, hat der Autor auch optisch sehr ausführlich beschrieben. So verkehrt Niki zum Beispiel mit Hadmar von Kuenring, der Burgherr von Dürnstein.

Am Ende des Buches findet sich ein Anhang mit historischen Anmerkungen. Damit können auch Personen, die über kein historisches Detailwissen verfügen, nachvollziehen, welche Personen im Roman tatsächlich existierten und welche nicht.

Vermisst habe ich eine historische Landkarte von Krems.

Insgesamt ist das Buch ein quirliger, historischer Kriminalroman, der gemischt mit einer Prise Fantasy für gute Unterhaltung sorgt. Meiner Meinung nach legte der Autor dabei großen Wert darauf, die fiktive Geschichte in einem historisch korrekten Rahmen einzufügen.




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