Buchbesprechung/Rezension:

Beate Maxian: Ein tödlicher Jahrgang

Ein tödlicher Jahrgang
verfasst am 16.10.2023 | 1 Kommentar

AutorIn & Genre: Kriminalromane, Maxian, Beate
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Um das in diesem Krimi über Weine gelesene gleich zu verwenden: Dieser Roman ist quasi ein “Steinfeder” ein leichter, bekömmlicher Krimi, der in der Wachau spielt.

Wenn es auch dem Winzer Markus Haller – seines Zeichens eine der Koryphäen der Branche in Österreich – wenig bekommt, nach einem Anruf in seinen Weinberg zu fahren. Dort ist nämlich gar nichts, wie der Anrufer behauptete, zerstört worden, dafür endet Hallers Leben durch Mörderhand.

Abgesehen von diesem recht unerfreulichen Ereignis beschäftigt sich dieser Roman ausgiebig mit der Landschaft, den Menschen und den kulinarischen Genüssen der Region. Man kennt einander, zumindest vom sehen, Familien leben hier seit Generationen, es ist schon beinahe idyllisch, wenn da nur nicht diese Sache mit dem Mord wäre. Unter den Menschen ist auch Lou Conrad – früher war sie bei der Kriminalpolizei, heute führt sie ein Spezialitätengeschäft im Ort – die man sich ohne ihren Berner Sennenhund Michelin gar nicht mehr vorstellen kann.

Wenn sich nun so etwas Außergewöhnliches wie ein Mord ereignet, dann macht sich bei Lou wieder die Polizistin in ihr bemerkbar und letztendlich erwarten auch die Leute, dass sie sich mit dem Fall beschäftigt; sie ist ja schließlich vom Fach und wenn jemand aus den eigenen Reihen mit-ermittelt, dann erfährt man auch weitaus mehr über die Ermittlungen …

Dazu muss man wissen, dass Haller mit seinen Umgangsformen bei einigen Leuten aneckte, er ließ gerne den berühmten Winzer heraushängen und es war ihm dann egal, ob er andere vor dem Kopf stieß. Der Imker Lorenz Krutz, der noch kurz vor dem Mord seine Bienenvölker aus Hallers Weinberg absiedeln musste, ist nur der letzte in der Reihe. Aber für Lou ist er der Erste, den sie, wenn auch dezent und unauffällig befragt, kurz bevor auch die Polizei dort eintrifft.

Verena Badinger, ihre ehemalige Vorgesetzte, hat überhaupt keine Freude damit, dass Lou privat Nachforschungen anstellt (auch wenn die das natürlich abstreitet); aber es ist nun einmal so, dass Lou bei ihren Plaudereien mit den Nachbarn viel mehr in Erfahrung bringt, als die Polizei. Ist es eine Retourkutsche, dass Lou auf einmal auch zu dem Verdächtigen zählen soll?

Was so beschaulichen beginnt, wird im Laufe der Ereignisse zu einem temporeichen und spannenden Landkrimi, quasi von der „Steinfeder“ zum „Smaragd“, um bei den Namen der Weinkategorien in der Wachau zu bleiben.

Den Rahmen der Handlung bildet die Gemeinschaft der Menschen im Ort, man kennt einander, weiß über alles Bescheid, Neuigkeiten verbreiten sich schneller, als man sie aussprechen kann und dann und wann kommt es auch zu Reibereien. Typisch, aber natürlich auch ein wenig mit dem Weichzeichner betrachtet, diese Landidylle in einer wirklich schönen Gegend an der Donau.

Von einer schönen Gegend in eine anderen verschlägt es Lou mit ihrem Ausflug in den Süden. Denn was in der Wachau seinen Ausgang nimmt, hat, man wird erfahren warum, auch Ursachen in Südtirol, wo ebenfalls gute Weine entstehen. Auch wenn der Grund für Lous Reise dorthin zunächst ein ganz anderer ist.

Lou Conrad ist eine sehr sympathische Hauptdarstellerin. Dazu begegnet man einer Vielzahl an Menschen aus ihrer Familie und Nachbarschaft, womit schon eine ganz Mannschaft an Mitspieler und Mitspielerinnen in den weiteren Fällen mit der ehemaligen Polizistin beisammen ist.

Ein Krimi der wirklich viel Spaß macht und der überdies mit einem spannenden Finale endet. Eine sehr gelungene Premiere für eine neue Krimireihe.




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