Bernhard Barta: Sissis Tod
Ein Salzkammergut-Krimi

verfasst am 18.08.2013 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Barta, Bernhard, Romane

Wenn man dieses Buch zu lesen beginnt hat man erstmal den Eindruck es wäre in Mundart geschrieben. Das ist es aber nicht. Der Autor schreibt über seine Protagonisten als „der Brandner“, „der Birngruber“, „der Gamperl“…. und verwendet viele typische Dialekt-Wörter wie z.B. „Dirndln“ (für Mädchen), „derappeln“, „Bua“, „gfernzt“ …..

Aus diesem Grund gibt es im Anhang des Buches auch ein Glossar, worauf man jedoch, wenn man es in der E-book-Variante liest, erst stößt wenn man es zu Ende gelesen hat.  Wenn man Glück hatte entspricht der Dialekt so ungefähr dem eigenen, wenn nicht, dann runzelt man vielleicht hin und wieder verwirrt die Stirn.

Die Hauptperson Inspektor Gustl Brandner gefällt mir gut. Er stammt aus reichem Hause, hätte den Familienbetrieb übernehmen sollen, entscheidet sich dann jedoch seinen Traum zu verwirklichen und Kriminalbeamter zu werden.

Sein ausgesprochen ausgeprägter Geruchssinn zeichnet ihn besonders aus, und ist ein wichtiges Instrument zur Lösung seiner Fälle. Unterstützt wird er von dem sehr engagierten Wachtmeister Birngruber und dem tollpatschigen Wachtmeister Gamperl. Umsorgt wird der Single von der mütterlichen, schon immer für die Familie tätigen, Haushälterin Rosi.Regelmäßig trifft er sich mit seinen Freunden am Männerstammtisch im Goldenen Brunnen.

Offenbar hatten alle schon irgendwann in der Vergangenheit oder heute ein Techtelmechtel mit dem Mordopfer, der sehr erfolgreichen und berühmten, dennoch hoch verschuldeten Schauspielerin Vera Kaprisky. Sie wird von der Bürgermeistergattin am Fuße des Siriuskogel gefunden, doch recht schnell ist klar,… Fundort ist nicht gleich Tatort.

Für Inspektor Brandner der Beginn einer sehr herausfordernder Ermittlung in den nobelsten Kreisen Bad Ischls. Es zeigen sich keine offensichtlichen Motive für die Tat, eigentlich war Vera mit ihrer Hauptrolle im neuen Sissi-Film die große Hoffnung für den Tourismus in Ischl. Der Kreis der Verdächtigen zieht sich durch die Filmcrew, die Verehrer der Schauspielerin und einige Geldgeber des Films.

Bei so manchem von Brandners Freunden zeigen sich ganz ungeahnte Seiten und ein paar mal scheint die Lösung ganz logisch und klar. Dann wird doch noch alles ganz anders. Die Männer der Stammtischrunde waren für mich etwas schwer auseinanderzuhalten…“wer war das noch gleich???“

…. dennoch ein sehr gelungener, unterhaltsamer Krimi, der sich gut für eine Verfilmung ala SOKO Kitz oder SOKO Donau eignen würde!

Richtig unerträgliche Spannung kommt leider nicht auf, man kann das Buch jederzeit weglegen. Deshalb nur 4 von 5 Sternen.


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