Buchbesprechung/Rezension:

Cay Rademacher: Bedrohliche Alpilles
Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc (13)

Bedrohliche Alpilles
verfasst am 06.06.2026 | einen Kommentar hinterlassen

Autorin/Autor:
Genre:
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Online bestellen:   zum Thalia online-Shop zum Amazon online-Shop
Schon selbst gelesen? Gib hier Deine Bewertung zum Buch ab!
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]

Mit diesem 13. Fall gibt es so etwas wie einen Neustart für die Karriere von Capitaine Roger Blanc: Er wird, niemand ist davon mehr überrascht als er selbst, in eine neue Abteilung versetzt. Unter der Leitung seines alten Vorgesetzten Colonel Nkoulou sollen Cold Cases neu aufgerollt und gelöst werden. Es haben sich zu viele davon angesammelt, so viel, dass es an der Zeit war, dafür die besten Leute zusammenzuholen und endlich Antworten zu finden.

Mit dabei ist ein Teil seinen alten Teams, ergänzt um zwei neue, die sich schon bald in die Arbeitsweise von Blanc und seinen Leuten integrieren. Mehr Leute, mehr Köpfe, mehr Ideen: reucht das aus, um den ersten Fall der neuen Abteilung zu lösen?

Dieser erste Fall hat sich sechs Jahre zuvor zugetragen. Er betrifft den ungeklärten Mord an einem Ehepaar, einem zufällig am Ort des Geschehens anwesenden Radfahrer. Nur durch Glück überlebte die damals sechsjährige Tochter des Ehepaares schwer verletzt. 

Soweit es damals ermittelt werden konnte, wollte das Ehepaar Damian und Ute Mayer, schon viele Jahre zuvor aus Deutschland in die Provence übersiedelte, eine Wanderung unternehmen, als ein Unbekannter an Ihr Auto trat und mit gezielten Pistolenschüssen durch das geöffnete Fenster zuerst den Ehemann und dann die Ehefrau ermordete. Der zufällig anwesende Radfahrer wurde Zeuge, wollte, so die Annahme, helfen und wurde dabei quasi hingerichtet. Erst dann habe der Täter die Tochter auf dem Rücksitz bemerkt und zuerst auf sie geschossen und dann auf sie eingeschlagen. Hielt er auch sie für tot? 

Das ist jedenfalls das Szenario, das die Polizei damals als das wahrscheinlichste Annahme und die Ermittlungen danach ausrichtete.

Was der Truppe um Roger Blanc gleich auffällt: alle Beteiligten, alle damals einvernommen Zeuginnen und Zeugen sind miteinander verbunden. Ob durch ihre Arbeit oder privat, es gibt eine Vielzahl von Anknüpfungspunkte. Und dennoch konnte damals kein Täter ermittelt werden.

Eine Herausforderung für die neue Abteilung der Polizei, nach so langer Zeit zu einer Lösung zu kommen. Wer kann sich noch wie genau erinnern? Gibt es überhaupt neue Spuren, die damals unentdeckt blieben?  Ist der Mörder weiterhin vor Ort und beobachtet die Arbeit der Polizei?

Beinahe akribisch beschreibt Rademacher wie ein Cold Case neu aufgerollt werden kann.

Die Handlung und der Fortgang der Ermittelung wirken so glaubhaft und realistisch, es könnte alles auch auf einem tatsächlichen Kriminalfall basieren (was ja auch, wenigstens was die Idee betrifft, der Wahrheit entspricht).

Zudem basiert das die Handlung des Romans einerseits auf den örtlichen Gegebenheiten und andererseits auf einigen tatsächlich stattgefundenen Ereignissen (mehr dazu im Nachwort des Buches).

Orte, Straßen, Häuser und die Landschaft sind so detailreich beschrieben, dass man sich richtiggehend hineinversetzen kann in das südliche Flair der Provence. Wie immer wird Cay Rademacher dabei wohl viel von seinen persönlichen Eindrücken aus seiner Wahlheimat im Süden Frankreichs mit verarbeitet haben.

Zusammengefasst

Mit der Versetzung von Roger Blanc erfährt die Buchreihe so etwas wie einen neuen Schub. Nicht, dass die nach den bisherigen zwölf Krimis langweilig geworden wäre, das hat Cay Rademacher mit immer wieder gut dosiert eingebrachten Wendungen in der Handlung und im Lebensumfeld seiner Protagonisten schon bisher nicht zugelassen. 

Mit der neuen Abteilung ändert Rademacher unter anderem auch die Erzählperspektive und den Stil der Ermittlungen. Jetzt geht es nicht mehr darum, rasch Ergebnisse zu erzielen, bevor die Spuren erkalten. Alles dreht sich um das Durchforsten der alten Akten, die Suche nach dem, was damals übersehen wurde und die Inspiration, aus den Erkenntnissen zu neuen Schlüssen zu kommen.

Es lässt sich gewissermaßen hautnah miterleben, wie erst mühselig neue Ansätze gefunden werden müssen, bevor sich ein Erkenntnis-Stück in das nächste fügt. Falsche Spuren sind auch dabei, aber es entsteht ein immer deutlicheres Bild davon, was damals geschah.

Das alles gelingt wirklich perfekt und mit zunehmender Spannung wird die Handlung auch immer interessanter und noch überzeugender.

Und macht für mich aus dem 13. Fall mit Capitaine Roger Blanc den bisher besten Krimi einer Reihe, die ich auch bisher schon immer mit Freude und Begeisterung gelesen habe.

„Bedrohliche Alpilles“ gehört für mich zu den Top-Krimis des Jahres 2026!
(Noch mehr als bisher schon freue ich mich auf das nächste Buch der Reihe)




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Top