Dodo Kresse, Gerhard J. Rekel: Mona Lisas dunkles Lächeln

Die von den Nazis geraubten Kunstschätze: da gibt es einerseits die nach Jahrzehnten noch immer nicht vollständige erfolgte Rückgabe an die rechtmäßigen Besitzer. Andererseits verliehen zwei Ereignisse dem Thema gerade jetzt wieder Aktualität – die Gurlitt-Sammlung und der Clooney-Film “The Monuments Men”.

“Mona Lisas dunkles Lächeln” greift ein Kapitel vom Ende der Naziherrschaft in Österreich auf. Die Einlagerung abertausender, in ganz Europa zusammen geraubter Kunstschätze in den Altausseer Salzstollen ist hostorische Realität. Darunter Werke von Rembrandt bis Da Vinci. Ein weiteres Faktum ist der Befehl zur Sprengung des Stollens, der direkt von Hitler gekommen sein soll.  Und Faktum ist auch, dass der “Gauleiter” Eigruber alles versuchte, diesen Führerbefehl auszuführen, getreut dem irren Grundsatz der verbrannten Erde.

Faktum ist auch, dass die Kunstschätze gerettet werden konnten.

Der Rest ist Fiktion: die Restauratorin, die aus Dresden nahc Altaussee geschickt wird, um bei der Erhaltung der Kunstwerke zu helfen. Der Ingenieur, der sich mutig gegen das Vorhaben der Nazis stemmt um “seine” Saline zu retten.

In der Geschichte über die verzweifelten Versuche, den Gauführer Eigruber von seinem Vorhaben abzubringen, nicht nur die Kunstwerke sondern auch die Lebensgrundlage der Menschen der Gegend zu vernichten, ist vieles von dem eingewoben, was diese Zeit charakterisiert. Da ist der Hunger, der die Menschen um jede alte Brotrinde betteln lässt. Die Verachtung für das Leben, wenn Nazibonzen ohne mit der Wimper zu zucken, den Befehl zum Töten geben oder gleich selbst den Abzug drücken. Der Tod, der an keiner Familine vorbeiging. Das gegenseitige Belauern, die stete Angst vor Bespitzelung, Verrat und Bestrafung.

“Monas Lisas dunkles Lächeln” erzählt von den Menschen, die bereits vor dem Eintreffen der Alliierten – und in diesem Fall der Monuments Men – den Mut fanden, sich gegen die irrsinnigen Befehle zu stellen.

Viel Stoff für ein Buch. Die Umsetzung ist dann leider ein wenig holprig, beinahe hölzern wird die Geschichte erzählt. Ein wenig scheitern die beiden AutorInnen am Versuch, Spannung zu erzeugen.

Interessant zu lesen ist dieser “Historische Thriller” allemal. Denn es gelingt Dodo Kresse und Gerhard J. Rekel Fakten mit Fiktion so zu vermengen, dass man meint, es wäre alles  so geschehen.


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