Edith Kneifl: Blutiger Sand

verfasst am 24.10.2012 von | 1 Kommentar
Rubriken: Kneifl, Edith, Kriminalromane

Das Wiener Duo Kafka und Orlando sind diesmal in einer ganz persönlichen Mission unterwegs. Sie kratzen ihr letztes Geld zusammen und fliegen nach Las Vegas. Kafkas Eltern wurden im Oktober 1992 in Texas kaltblütig ermordet. Die Täter sind nun aufgetaucht. Aufgrund von DNA-Spuren wird einer der Mörder ihrer Eltern identifiziert und inhaftiert. Katharina Kafka verliert keine Minute in ihrem Vorhaben, den Psychopathen Dick Carson, persönlich treffen.

Kafka nimmt ihren besten Freund, den Transvestiten Orlando, mit auf ihre Reise. Das Flugticket hat ihr Großvater bezahlt. Als Historikerin verdient Kafka mangels fehlender Aufträge wenig Geld. Meist ist sie als Kellnerin tätig und hält sich so mit einem geringen Einkommen über Wasser.

In Las Vegas angekommen lernt sie jenen Detective des FBI kennen, der Kafka telefonisch in Wien erreichte um bekannt zu geben, dass einer der Mörder ihrer Eltern geschnappt wurde. Aufgrund neuester Ermittlungsmethoden kam allerdings zutage, dass der Mord an ihren Eltern von zwei Tätern begangen wurde.

Im Finden des zweiten Mörders beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

In Las Vegas fühlt sich Orlando pudelwohl. Eine Stadt, die niemals schläft. Viele Touristen, die Nacht wird zum Tag in der glitzernden Stadt, er genießt das rege Treiben in den Einkaufstempeln und den Casinos.  Kafka hingegen ist eher desinteressiert an diesem klischeebehafteten Flair, lässt sich trotzdem von ihrem Freund in die Massen der Touristen mitreißen.

Bald folgt der heiß ersehnte Termin im Police Departement. Detective Simon Hunters Erscheinung jagt Kafka mächtige und wohlige Schauer über den Rücken. Er unterstützt sie bei der Suche nach dem Mörder, aber nicht nur der ungelöste Fall lässt ihn nicht los, auch die Österreicherin mit ihren Roma-Wurzeln hält in gefangen.

Kafka fühlt sich wie erschlagen. Obwohl schon 20 Jahre her, scheint sie erst jetzt zu begreifen was es bedeutet, dass einer der beiden Mörder, Dick Carson, gefasst worden ist. Den gewaltsamen Tod ihrer Eltern hat sie nie überwunden, und das Bedürfnis nach Rache, nach Vergeltung hat sie die letzten Jahre fertig gemacht. Sie wünscht sich nur ein Ende ihrer schrecklichen Träume. Die Täter sollen endlich lebenslang hinter Gittern vor sich hinvegetieren. Die Aussicht lebenslang eingesperrt zu sein erscheint ihr nur als gerecht. Das treibt sie an in ihrer Suche nach dem untergetauchten zweiten Mörder.

Erstes Ziel ihrer Reise ist die Manson Farm. Charles Manson, ein Sektenführer, hat mit seinen Anhängern in den 1960igern ein Blutbad in Los Angeles angerichtet. Sie haben auch die schwangere Schauspielerin und Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski ermordet.  Orlandos Nerven sind angespannt. Er hat enormen Schiss und fühlt sich gar nicht wohl in der Wüste in Nevada. Sie campieren an einer Tankstelle, wo seiner Ansicht nach sehr seltsame und ihn beunruhigende Menschen leben. Auch Kafka fühlt sich unwohl.

Der zweite Mörder, mit Namen „The Snake“, taucht nie persönlich auf. Aber er hinterlässt Spuren. Morde. Grausame Morde.

Während der Fahrt über die Route 66 „erfahren“ sie von Las Vegas aus Death Valley, den Grand Canyon und Monument Valley, besuchen Naturschönheiten und Indianerreservate. Dabei zieht sich die blutige Spur des Täters weiter, doch bald wird die Schlinge um den freien Mörder immer enger.

Ehrlich gesagt hab ich schon bessere Bücher von Edith Kneifl gelesen. Was dem Roman fehlt ist die Krimispannung. Erst zum Schluss wird’s kurz spannend. Dem Serienmörder wird endlich das Handwerk gelegt. Und das ganz so, wie es ihm immer gefallen hat!

Die Autorin punktet mit den wunderschönen Beschreibungen der amerikanischen Wüste. Die lustigen Geplänkel der drei Hauptfiguren peppen das Buch zudem auf. Ein humorvoller Roman, in dem die Autorin auch Minderheiten beschreibt, die nie abwertend dargestellt werden. 



RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 1 Kommentar


  • Kommentar von  KlaraH am 10.12.2012 um 15:53 Uhr Uhr

    Nur 3 1/2 Sterne? Ich fand diesen Krimiroman eigentlich schon ausgezeichnet! Habt ihr schon mal die Krimis von Helga Engin-Deniz rezensiert? Bin begeisterte Leserin ihrer Krimis und würde mich interessieren, wie ihr die so findet?
    http://www.helgaengin-deniz.at/dergeloesteknoten.html
    L.G., Klara

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