Buchbesprechung/Rezension:

Thomas Baum: Donau so rot


verfasst am 11.06.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Baum, Thomas, Kriminalromane
LiteraturBlog Bewertung:

Worschädls 1. Fall: ein Mord auf der Donau. Eine Kreuzfahrt auf der Donau wird recht gerne von österreichischen Krimiautorinnen als Kulisse für Krimis genützt – nicht ganz so mondän wie beim „Tod auf dem Nil“ aber wir haben hier eben nicht anderes (dennoch: mögen die Kreuzfahrten auch nicht so exklusiv sein wie die auf dem Nil, der Blick auf die Wachau kann gut mit dem auf die Pyramiden mithalten).

Kommissar Robert Worschädl ist im Privaten ein passionierter Sparmeister und sucht folgerichtig auch für die Reise anlässlich seines 25. Hochzeitstages nach einem Schnäppchen. Ob dann das, was ihm dazu einfällt, seiner Frau so gut gefällt, das ist zweifelhaft. Eine Donaukreuzfahrt Linz – Bratislava? Ernsthaft?

Tatsächlich kann Karoline Worschädl der Euphorie ihres Angetrauten wenig abgewinnen. Das weitet sich zum richtigen Ärger aus, als sich die Kreuzfahrt als Geburtstagsfeier eines Präsidenten des  Fußballvereins FC Donau herausstellt (einem dieser Krautacker-Vereine) und eben dieser Präsident dann auch noch verstorben wird. Mittels Zyankali, wahrscheinlich weil sich das so schön in einer Geburtstagstorte verarbeiten lässt, wird Präsident Breitwieser aus der Welt gerissen, vor den Augen aller Gäste in einer theatralisch äußerst gelungenen Sterbeszene.

Jetzt sitzt Worschädl also auf dem Schiff und kann nicht anders, als sofort (und wahrscheinlich auch sehr gerne, um den bösen Blicken seiner Frau zu entgehen) die Ermittlungen aufzunehmen.

Zum Mord am Fußballpräsidenten kommt dann auch noch die Wettmafia dazu; wie das wohl zusammenhängen mag?

Leichte (oft sehr leichte) Krimikost mit einigen Passagen zum Schmunzeln. Passend, wenn man ein wenig Entspannung sucht und sich keinesfalls intellektuell anstrengen möchte. Vieles in diesem Krimi geschieht auch nur deshalb, weil sich die Polizisten (Worschädl selbst, aber auch seine Kollegin Schinagl) genauso so verhalten, wie man es in diesem Job eben nicht machen sollte – Thomas Baum lässt seine Helden gelegentlich allzu tollpatschig durch das Geschehen stolpern.

Die rund 250 Seiten sind zudem noch mit allerlei Ausschweifungen gefüllt, die wohl ein wenig über die Protagonisten erzählen sollen, im Sinne der Krimihandlung tatsächlich aber entbehrlich sind.

Spannung: na ja
Humor: mit Schmunzelfaktor (schon der Name „Worschädl“ gibt diesbezüglich die Richtung vor)
Empfehlung: für einen halben Nachmittag unterm Sonnenschirm ganz ok.




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