Edith Kneifl: Der Tod ist eine Wienerin

verfasst am 05.08.2009 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kneifl, Edith, Kriminalromane

Nora ist Anästhesistin. Sie ist auf der Suche nach einer Beratung, weil sie mit ihrem Gatten nicht mehr klar kommt. Er betrügt sie, noch dazu ist seine Freundin schwanger. Eine Scheidung kommt für sie aber nicht infrage, sie würde ansonsten ihre Erbschaft und ihre Häuser nicht behalten können. Los werden möchte sie nur ihren Mann.

Im Internet findet Nora eine Beratungsstelle, die praktikablen Rat anbietet. Diese Beratungsstelle befindet sich in Wien, Nähe Naschmarkt. Nach längerer Suche findet sie die Lokalität der „Beratungsstelle für Frauen in schwierigen Lebenssituationen“ in einem heruntergekommenen Mietshaus. Diese stellt sich bald als ziemlich dubios heraus. Nora findet sich mit zwei weiteren Frauen dort ein um Hilfe zu bekommen. Gudrun, die Leiterin der Beratungsstelle stellt gleich zu Beginn eine Bedingung.

Alle müssen sich neue Vornamen ausdenken, diese Pseudonyme seien wichtiger Schutz. Dann beklagen sich die Frauen über ihre miesen Männer. Eigentlich wollen sie ihre besseren Hälfte alle los werden. So entwerfen sie Szenarien, wie frau sich ihrer Ehemänner entledigen können. Was zu Beginn als makabre Geschichten, die sich im Kopf abspielen, beginnt, wird bald ernst. Noras Mann wird bei seiner abendlichen Joggingrunde von einem Auto überfahren. Unglückslenkerin ist die ebenfalls um Rat suchende „Mausi“, verheiratet mit ihrem ehemaligen Fahrlehrer und Besitzer einer Fahrschule. Welch ein Unglück. Bald darauf berichtet eine österreichische Tageszeitung über den schrecklichen Tod eines Fahrschulbesitzers. Der arme Mann sei vor die einfahrende U-Bahn gestürzt und von den Rädern in mehrere Teile zerlegt worden.

Nora zuerst zutiefst schockiert, beginnt diese Ereignisse in ihren Alltag zu integrieren und lebt – ohne Mann – ihr Leben. Zu Silvester hat sie Nachdienst. Kurz vor Mitternacht wird in das Krankenhaus ein 50jähriger Mann mit Verdacht auf Herzinfarkt eingeliefert. Marie, die einzige der drei Hilfesuchenden in der Beratungsstelle,  fühlte sich in ihrer Opferrolle besser und wollte auf keinen Fall zulassen, dass Nora als Ärztin die lebenserhaltenden medizinischen Geräte abschaltet…

Die Autorin Edith Kneifel ist Psychoanalytikerin. In dieser 64 Seiten kurzen Geschichte hat sie zwar ein wenig makaber und gemein (Männer sind Opfer der Selbstjustiz der Frauen), aber auch humorvoll einen kurz und bündig geschriebenen Krimi verfasst. Ich denke ihr Beruf bot ihr dazu auch genug Stoff der österreichischen Seele. Sehr kurzweilig, kann das Buch nur empfehlen.



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