Edith Kneifl: Stadt der Schmerzen
Ein Florenz-Krimi

verfasst am 23.05.2011 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kneifl, Edith, Kriminalromane

Katharina Kafka begleitet ihren homosexuellen Freund Orlando nach Florenz. Orlando steht auf Sissi-Outfit, Schminke und verbringt Stunden im Bad. Die Romni Kafka ist studierte Historikerin. Scheinbar ein brotloser Job, den sie arbeitet derzeit als Kellnerin .

Sie kann es kaum aushalten, wenn Orlando – gerade bei familiären Treffen, darunter fällt auch das Begräbnis – in schrägen Klamotten gekleidet vor ihr steht und fragt, ob er sich so blicken lassen könne. Er hingegen hasst es, wenn Kafka raucht, und das tut sie wenn schon, dann ordentlich.

Der Grund ihrer Reise nach Florenz ist der Tod Orlandos Vaters. Diesen hat er äußerst selten gesehen, aber immerhin, er ist erbberechtigt, und so ein kleines Weingut in der Toskana … Das wär doch was. Die feierliche Beerdigung wird durch den Tod Riccardos erschüttert. Er wird ermordet im Kühlhaus von Orlandos Onkel gefunden, der eine Fleischhauerei betreibt. Kafka und ihr junger Freund begeben sich auf die Spur des Mörders.

Damit beginnt eine eigenwillige und eigensinnige Ermittlung der beiden. Diese treibt Kafka und Orlando quer durch die Stadt Florenz. Dabei wird nicht mit Hinweisen auf das Flair der Gässchen und Sehenswürdigkeiten gespart, auch die Eigenheiten der noblen Florentiner Gesellschaft werden pointiert torpediert.

Die Familie Pazzini ist eine dieser ehrenwerten Familien der Stadt. Doch so ziemlich alle Familienmitglieder haben eine angepatzte weiße Weste. Kafka und Orlando entdecken deren grausame Verstrickungen in Menschenhandel, Kinderprostitution und das gegenseitige Zerstören langer Zeiten bestehender Familienimperien, vor allem das Fälschen von Parfum scheint eine Methode zu sein, um viel Geld zu lukrieren. Die zwei Protagonisten finden die Spur zum Mörder.

Ein spannender und unterhaltsamer Kriminalroman mit sympathischen und liebenswerten, aber auch äußerst arglistigen Charakteren!

Edith Kneifl bringt in ihrem Roman immer wieder historische Fakten über diese Stadt ein. Orte, Gässchen, Kirchen und Restaurants  werden sehr anschaulich beschrieben und wer schon mal dort war, fühlt sich wieder dorthin versetzt und erkennt so manche schöne florentinische Ecke. Nicht nur für Krimifreunde!!



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