Buchbesprechung/Rezension:

Georges Simenon: Die bösen Schwestern von Concarneau


verfasst am 29.06.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Simenon, Georges
LiteraturBlog Bewertung:

Die schlecht beleuchteten Straßen in der Nacht; die regennasse Straße; der ungeübte Autolenker: der kleine Junge hat keine Chance, er taucht wie ein Geist kurz im Schein der Lichter auf und wird im nächsten Moment überrollt.

Was soll Jules Guérec in dieser Situation tun; etwas lässt ihn weiter fahren, später kehrt er um, rollte langsam an der Unglücksstelle vorbei. Der Junge liegt nicht mehr da, man trägt ihn gerade ins Haus, die Menschen stehen herum, alle Lichter sind angegangen. Wie sollte er in einer solchen Lage stehenbleiben, aussteigen, sich als der Schuldige zu erkennen geben?

Am Abend heißt es noch, dass der Junge, Joseph Papin, schwer verletzt wurde aber lebt; am nächsten Tag aber wird klar, dass er nicht überlebt hat.

Jules Guérec wohnt mit zwei seiner älteren Schwestern in einem Ort an der bretonischen Küste. Eine angesehene Familie, im Besitz einer kleinen Fischereiflotte. Sein Gewissen lässt ihn nicht ruhen er sucht die Nähe von Josephs Mutter, er sucht die Nähe von Josephs Mutter, ohne sich zu offenbaren, immer seltsamer wird sein Verhalten.

Ganz augenscheinlich ist dieser Roman der Versuch, die psychologischen Folgen einer solchen Tat zu betrachten. Wie es einem Menschen ergeht, der Schuld auf sich geladen hat. Es bleibt dabei beim Versuch, weder der Autor noch die Leserinnen und Leser finden so recht in die Geschichte hinein.

Ganz untypisch für einen Simenon-Roman ist es, dass die ganze Geschichte sehr oberflächlich bleibt und oft zu sehr konstruiert wird. Selbst die dramatischen Wendungen führen kaum zu spannende Abschnitten.

 




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