Leonardo Padura: Die Durchlässigkeit der Zeit

verfasst am 13.03.2019 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Padura, Leonardo

Das ist meine erste Begegnung mit diesem großartigen Autor – und gleich vorweg: „Die Durchlässigkeit der Zeit“ ist ein absolut empfehlenswertes Buch.

(Padura wurde in Havanna geboren und aufgrund der Informationen, die ich über ihn gegoogelt habe, ist er wohl sehr mit seiner Heimat verbunden.)

Seine Hauptfigur in diesem Roman – Leutnant Mario Conde – ist ein zutiefst frustrierter  Expolizist, der sich seinem 60sten Geburtstag nähert. Ein für ihn schon fast weltuntergang-ähnliches Szenario. Einer der wenigen Lichtblicke in seinem Leben ist Freundin Tamara. Sein Hobby sind alte Bücher, nach denen er seine ganze Umgebung abklappert. Verkauft werden sie in einem Antiquariat, das von einem Freund geführt wird. Fallweise betätigt sich Conde auch als Detektiv. Manchmal, wenn Conde total abgebrannt ist, steckt ihm der Freund Geld zu.

Kurzum: Conde ist ein vom Leben enttäuschter, manchmal aber auch ein romantischer Zeitgenosse.

Condes Leben wird bunter und aufregender, als eines Tages Bobby, ein alter Schulfreund, auftaucht. Bobbys Vorfahren hatten eine schwarze Madonna, angeblich von unschätzbarem Wert, von den Pyrenäen nach Kuba gebracht. Eine Heiligenfigur, der überdies heilende Kräfte zugesprochen werden. Diese Schwarze Madonna ist jetzt verschwunden und Bobby bittet Conde um Hilfe.

Condes Ermittlungen führen ihn in die Unterwelt Havannas, er gelangt an Orte und trifft Menschen, die ihm davor unbekannt waren. Natürlich gibt es auch eine Leiche und Conde bekommt im Zuge seiner Recherchen wieder Kontakt zu seinen alten Kollegen. Dabei lernt er Ecken von Havanna kennen, die ihm bisher unbekannt waren.

Mehr sei zum Inhalt nicht verraten, es ginge sonst die Spannung für künftige Leserinnen und Leser verloren (von denen ich diesem Buch eine große Zahl wünsche).

Paduras Erzählstil spricht mich ungemein an. Witzig, augenzwinkernd und detailverliebt schildert er seine Protagonisten und deren Umfeld. Fallweise gerät das aber etwas langatmig; mit den in der Erzählung eingebetteten Zeitsprüngen stellenweise auch nicht ganz einfach zu lesen, jedenfalls für mich.

Zum Abschluß: Auf jeden Fall werde ich mir in Kürze weitere Lektüre von Padura besorgen; denn dieser Roman macht Lust auf mehr.



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