Xavier-Marie Bonnot: Der erste Mensch
Ein Fall für Michel de Palma

Thomas Autran bricht aus dem Gefängnis aus, nachdem er zufällig in einer Zeitschrift einen Bericht über einen Unfall in einer Höhle an der Mittelmeerküste, nahe Marseille, gelesen. Es ist eine Höhle, die ein Geheimnis birgt, mit den ihn etwas verbindet.

Kommissar de Palma (genannt „der Baron“) steht zwar wenige Woche vor der Pensionierung, doch sein Vorgesetzter besteht darauf, dass er sich des Falles annimmt: die ungeklärten Umstände des Todes des Tauchers in der Höhle, das letzte Foto, das man in dessen Kamera findet, die grauenhaften Begleitumständes des Ausbruches von Thomaus Autran.

Denn De Palma ist auch aus einem ganz bestimmten Grund der beste Mann für diesen Fall: zehn Jahre zuvor hatte er Thomas Autran und dessen Schwester Christine im Zusammenhang mit ritualhaften Morden verhaftet.

Der alte Fall und die neuen Ereignisse lassen alles in einem unheimlichen Bild erscheinen. Ein Bild, in dem Wahnsinn, Okkultismus und uralte Mythen die Motive für das zu sein scheinen, was geschieht.

Mit gelegentlichen spannenden Abschnitten arbeitet sich dieser Krimi etwas mühevoll voran. Wer auf Mystery und grasige Details steht, wird dann aund wann auf seine Kosten kommen.

Für mich aber bleibt die ganze Geschichte zu zer- und verfahren; viel zu viel geschieht einfach, ohne dass man etwas über die Ursachen erfährt und die Auflösung des Falles ist am Ende nur einigen engen Kurven in der Handlung zu verdanken. De Palma löst den Fall auf wenigen Seiten, nachdem man mehr als 300 Seiten lang alles mögliche gelesen hatte, das mit der Auflösung nur wenig zu tun hat. 

Es ist, aus meiner sehr persönlichen Sicht, ein typisch französischer Roman, der von abrupten Wendungen, kurzen, oft bezugslosen Sequenzen und befremdlich wirkenden Verhaltenweisen der Protagonisten lebt.  Na dann: schöne Pension, Kommissar de Palma.



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