Garry Disher: Kaltes Licht

verfasst am 20.07.2019 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Disher, Garry, Kriminalromane

Australien, das Land der Schlangen. So fängt dieser Krimi auch an: mit einer Schlange, einer Kupferkopfschlage (sehr giftig). Sie taucht im Garten der Wrights auf. Begleitet von hysterischen, hilflosen, vergeblichen Versuchen mit diesem Tier fertig zu werden, verschwindet die Schlange unter einer Betonplatte. Der Schlangenfänger muss her, die Betonplatte muss zertrümmert werden.

All das geschieht – doch niemand war darauf gefasst, dass unter der Platte ein Skelett darauf wartet, gefunden zu werden. Die Schlange wurde übrigens von dem hinzugezogenen Fachmann,  dem Schlangenfänger, unter dem Aufatmen der Hausbesitzer gefangen.

Aber ein Unglück kommt selten allein, wie man an dem gefundenen Skelett erkennen kann. Der Polizeiapparat, mit einigen skurrilen Gesetzeshüter-Typen, nimmt eher gelangweilt als engagiert die Untersuchung auf. Zuständig ist die Abteilung für Cold Cases. Sergeant Alan Auhl, wurde aus der Pension zur Unterstützung für dieses etwas eigenartige Cold Case-Team zurückgeholt. Zwischenmenschliche Misstöne, die zum Teil amüsant geschildert sind, lockern den Umgang zwischen Jung und Alt immer wieder auf. Vorbehalte gegen den „Alten Mann“ verschwinden  nach und nach, seine Qualitäten als Ermittler und Aufdecker gewinnen die Oberhand.

Etwas verwirrend sind die einzelnen Verbrechen, die von dem Cold Case Team bearbeitet werden, bzw bei denen der etwas skurrile Sergeant, teilweise mit unorthodoxen Methoden, zur Aufklärung beiträgt. Zusammenhänge zwischen den Fällen haben sich mir nicht ganz erschlossen.

Der Schreibstil von Garry Disher liest sich leicht, er schreibt flüssig und ohne großartige Schnörkeleien. Er schildert die einzelnen Schauplätze und Menschen sehr anschaulich, ob es um die  Landschaft geht, oder um halb zerfallene Häuser oder heruntergekommene Wohnungen. Die Lebenssituationen der Protagonisten kann man sich gut vorstellen – trostlose Szenarien und kaputte Typen.

Die Schilderung über eine Mutter, die um das Sorgerecht für ihre Tochter kämpft, schildert Disher sehr einfühlsam. Auhi hilft ihr, beherbergt sie in seinem ererbten Haus, wie er auch andere Entwurzelte bei sich aufnimmt.

Diese Passagen haben Tiefgang, wogegen der Rest des Buches für mich leichte Sommerlektüre ist. Stilistisch gut geschrieben, leicht lesbar, aber ohne nachhaltigen Eindruck.



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