Jürgen Benvenuti: Harter Stoff
Ein Wiener Kriminalroman

verfasst am 20.12.2012 von | 1 Kommentar
Rubriken: Benvenuti, Jürgen, Kriminalromane

Jerry hing jahrelang an der Nadel. Heroin war der Stoff, der ihn in Watte packte. „Harmlos“ dagegen sein heutiger Drogenkonsum: kiffen und hin und wieder gern auf einem LSD-Trip. Eines Tages, Jerry noch sehr umnebelt, meldet sich sein ehemaliger Schulkollege Paul bei ihm. Er bittet Jerry um Hilfe. Seine Freundin Simon ist verschwunden, abgetaucht im Wiener Untergrund. Eine angemessene Entlohnung vorausgesetzt, taucht Jerry wieder in das Wiener Drogenmilieu ab, um die junge Frau zu finden.

Jerry und Paul sind ehemalige Schulkollegen. Jerry mag ihn nicht besonders, hat er ihm doch vor Jahren seine Freundin Simone ausgespannt.

Ihr Leben verläuft so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Paul ist ein aufstrebender Banker, Jerry hingegen lebt vom Arbeitslosengeld und kann die von Paul angebotene Summe gut gebrauchen. Der Schleimer ist ihm äußerst unsympathisch, doch es geht um Simone und um viel Geld.

Jerry muss ganz schön viel einstecken, bevor er bei seiner Suche erfolgreich ist. Schläger geben ihr Bestes und verpassen dem Ex-Junkie ziemlich harte Bandagen. Gnadenlos taucht er wieder ein in das Drogenmilieu Wiens, begegnet auf bekannten Plätzen und Straßen Dealern, Prostituierte, Sozialarbeiter und Penner. In dieser Szene kennt er sich auch aus, beherrscht all ihre Tricks, wird aber im Auffinden von Simone immer wieder zur Zielscheibe zwielichtiger Typen. Jerry revanchiert sich gebührend beim Göttervater Zeus. Nicht nur Jerry. Wie in der griechischen Mythologie kommt Moira, das personifizierte Schicksal, und gibt Zeus den Rest!

Ein gelungener und lesenswerter Krimi, den Jürgen Benvenuti bereits 1994 veröffentlicht hat. Damals war er erst 22 Jahre jung! Dürfte sich aber im Wiener Untergrund ziemlich gut ausgekannt haben!

Neuauflage 2012 – die Szene hat sich nicht verändert! Harter Stoff von Beginn bis zum Ende des Buches.


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 1 Kommentar


  • Kommentar von  Helmuth Hartmeyer am 30.12.2015 um 18:49 Uhr Uhr

    ein äßerst unterhaltsamer Krimi; danke an den Autor!
    Ein Detail: dass der Held 2x das letzte Wieselburger aus dem Eiskasten holt (S.112, 147) kann sich nicht ausgehen.

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