Edith Kneifl (Hrsg.): Tatort Würstelstand
13 Kriminalgeschichten aus Wien

Tatort WürstelstandFrüher, da war es dort noch nicht so gefährlich. Als wir vor …. also vor sehr vielen Jahren … nach Kino, Diskothek oder Fest noch zum Würstelstand wanderten, da dachten wir uns nichts dabei. Egal ob es Mitternacht, 6 Uhr früh oder irgendwas dazwischen war. Aber das war damals; heutzutage … Nun, lesen sie selbst!

Wie immer hat Edith Kneifl als Herausgeberin eine illustre Schar österreichischer Krimiautorinnen um sich versammelt, um diesen 6. Band der „Wiener Tatorte-Reihe“ mit Spannung zu füllen: mit Kurzgeschichten vertreten sind diesmal Koytek & Stein, Herbert Dutzler, Lisa Lercher, Reinhardt Badegruber, Gerhard Loibelsberger, Thomas Askan Vierich & Berndt Anwander, Sabina Naber, Hermann Bauer, Raoul Biltgen, Sylvia Treudl, Stefan M. Gergely, Thomas Schrems und Edith Kneifl.

Wie zu erwarten, kommen dabei einige sehr tiefschürfende, erhellende, kohlrabenschwarze und lustige Anekdoten rund um die Wurst zusammen. Man liest u.a. darüber dass sie (die Wurst) als solche ihrem zugedachten Schicksal nicht entrinnen kann; dass man in Wahrheit gar nicht wissen will, was in so einer Wurst drinnen ist; dass so ein Würstelstand die perfekte Brutstätte für Gerüchte aller Art ist (und logisch: für Gerüche sowieso); dass manche/r vielleicht glaubt, so an einem Würstelstand wäre man unter Gleichgesinnten – was aber leider gelegentlich ein Irrtum ist, der einem ans Leben gehen kann.

Meine Favoriten:

Lisa Lercher: Am großen Schotter
Solche Typen kommen immer viel zu leicht davon: da hilft nur, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Hermann Bauer: Einmal Feinschnitt, bitte
Eifersucht kann die Sinne benebeln. Wenn dann falsche Freunde mit falschen Gerüchten zusammentreffen, geht es oft böse aus.

Wie immer bei den Falter-Tatort-Krimis ist für jeden Geschmack etwas dabei … ausgenommen sind diesmal Vegetarier oder feinfühlige Fleischesser. Letzere könnten sich nach dem Lesen der einen oder andere Geschichte heftig am nächsten Würstel verschlucken.

PS. jetzt kann ich mich wieder an das damalige Mitten-In-Der-Nacht-Standard Menü erinnern: Käsekreiner, ein Scherzerl, süsser Senf, eine Dose Cola und ein Packerl Mannerschnitten (die jeweiligen Wiener „Fachausdrücke“ zu den einzelnen Gängen dieses Menüs erspare ich mir, die sind im Buch nachzulesen). Bevorzugterweise konsumiert beim Würstenstand vor der Albertina, gleich hinter der Oper oder bei dem beim Schottentor vor der ehemaligen Creditanstalt (und wenn ich jetzt daran denke, ist mir gleich gar nicht gut im Magen :-)


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