Buchbesprechung/Rezension:

Rebekka Eder: Der Duft von Zimt


verfasst am 21.08.2022 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Eder, Rebekka, Historische Romane
LiteraturBlog Bewertung:

Die Autorin:
Rebekka Knoll alias Rebekka Eder wurde 1988 in Kassel geboren. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaften. Auf ihrer Homepage lässt sich noch mehr Wissenswertes über sie nachlesen. „Der Duft von Zimt“ ist ihr vierter historischer Roman.
https://www.rebekkaknoll.de

Der Inhalt:
Das Buch beginnt mit einem Prolog, der im Jahr 1806 angesiedelt ist. Man lernt Fritz kennen, der mit großer Leidenschaft seinen Betrieb „Thielemanns Backhus“ mitten in der Hamburger Altstadt führt. Er übt diesen Beruf nun schon seit 40 Jahren aus und das frühe Aufstehen macht ihm immer noch nichts aus. Berühmt ist er für seine Geduldzettel, für die er Rosenwasser braucht, das er aus Rosenblätter aus dem eigenen Garten herstellt. Sein Vater hat ihm beigebracht, dass es ein guter Tag wird, wenn die Geduldzettel gelingen. Als in einer Nacht die Geduldzettel missglücken, passiert auch das Unglück. Die Stadt wird auf Befehl Kaiser Napoleons besetzt.

Es ist das Jahr 1812. Die junge Josephine hilft ihrem Onkel in der kleinen Bäckerei. Ihre Eltern sind verstorben. Ihr Vater, der Schuhmacher war, starb schon vor langer Zeit an Schwindsucht. So musste seine Ehefrau die drei Töchter alleine aufziehen. Das bescheidene Erbe war schnell aufgebraucht. Deshalb werden sie von Onkel Fritz versorgt. Josephines ältere Schwestern Henriette und Ida sind bereits verheiratet, um dem Onkel nicht länger zur Last zu fallen. Nur Josephine ist als ihre Mutter starb noch zu jung für eine Heirat . Jetzt hilft sie täglich in der Bäckerei aus. Die Zubereitung der Backwaren wird jedoch immer schwieriger, da es kaum noch möglich ist, die Zutaten zu beschaffen. Onkel Fritz meint zu  Josephine:

„Seit Tagen versuche ich, Waren zu bekommen, und kriege nur noch Krümel. … Henriette hat mir geschrieben und von einer großen Zuckerbäckerei in Altona erzählt, wo sie einen Bäckermeister suchen. Kuchen, Gebäckstücke und Plätzchen – das ist mein Handwerk. Sie hat mich empfohlen, und ich werde die Stelle annehmen. Es ist höchste Zeit, die Stadt zu verlassen. Es wird mit Hamburg kein gutes Ende nehmen.“

Josephine, die gar nicht damit einverstanden ist, Hamburg und die Bäckerei aufzugeben, versucht ihren Onkel zu überreden, die Bäckerei allein weiterführen zu dürfen. Sie darf, wenn sie endlich heiratet.

„Nein, Josephine. Das ist meine Bedingung. Du kannst in Hamburg bleiben und das Backhus für mich in meiner Abwesenheit weiterführen – wenn du dich verlobst. Ich lasse dich nicht völlig ungebunden und auf dich gestellt in Hamburg zurück. “

Der Auserwählte soll auf Wunsch des Onkels der Postbote Christian Schulte sein. Wäre da nicht Pépin Sabatier, ein französischer Soldat, der ihr immer sympathischer wird.

„Pépin war ein attraktiver Kerl. Seine Leichtfüßigkeit, seine Ungezwungenheit wirkten anziehend. Hinzu kamen diese spöttisch herausfordernden Blicke und das geheimnisvolle Zucken seiner Augenbrauen. Junge Frauen wurden in seiner Gegenwart häufig rot und kicherten über seine Scherze – doch Josephine würde das mit Sicherheit nicht tun. Sie ließ sich nicht blenden vom äußeren Schein.“

Mein Fazit:
Ich kann nicht sagen, woran es lag, aber ich fand beim Lesen nur schwer in die Geschichte. Dieses Gefühl hielt bis zum Ende an. So hatte ich Mühe, den Roman zu Ende zu lesen. Die französische Besatzung und die damaligen Lebensumstände in Hamburg fand ich sehr bedrückend und erinnerten mich an die aktuellen Ereignisse in der Ukraine.

Mir hat der zweite Handlungsstrang des Buches, der von den Nachbarn Josephines erzählt, die Schmuggelhandel betreiben, um einiges besser gefallen. Diese Figuren waren mir auch sympathischer.

Objektiv habe ich an dem Roman nichts auszusetzen, da er ordentlich geschrieben ist. Die Handlungsabläufe sind nachvollziehbar und die historischen Gegebenheiten gut beschrieben. Trotzdem schaffte es die Autorin nicht, mich in den Bann zu ziehen. Stellenweise war es mir wohl auch zu schnulzig.
Am Ende des Buchs gibt die Autorin im Nachwort noch an, was an ihrer Geschichte real war und was nicht. Das fand ich richtig gut.

Beim Lesen bekam ich Lust auf Franzbrötchen und Geduldzettel. ZumindestLetzteres werde ich vielleicht einmal nachbacken.




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