Buchbesprechung/Rezension:

Robert Thorogood: Mrs. Potts' Mordclub und der tote Nachbar
Mord ist Potts' Hobby Band 1


verfasst am 11.03.2022 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Thorogood, Robert
LiteraturBlog Bewertung:

Das Städtchen Marlow an der Themse, das ist dort, wo ein Mord völlig undenkbar ist. Dennoch: der Nachbar, sein Name ist Stefan Dunwood, ist ziemlich tot und, wie Judith Potts überzeugt ist, dazu noch ermordet. Nur die Polizei möchte so gar nicht an ein Verbrechen glauben, vielmehr ist ein Unfall wahrscheinlicher.

Mrs. Potts jedoch, ebenso wie die Leserinnen und Leser, fragen sich, wie so ein Unfall denn aussehen sollte, bei dem der Verunfallte ein Einschussloch in der Stirne hat, er selbst im Fluss treibt und eine Waffe weit und breit nicht zu finden ist?

So fängt dieser Krimi an, der als Auftakt einer neuen Krimireihe geplant ist, ein Krimi aus dem Genre der „Miss-Marple-artigen:“ rüstige Seniorin mischt sich ein, macht alle „narrisch“ und ist doch meistens auf der richtigen Spur.

Es beginnt damit, dass Mrs. Potts einen Schrei und einen Schuss vom Nachbargrundstück hört. Die Polizei hat es nach ihrem Anruf nicht eilig nachzusehen und tut das auch noch sehr nachlässig. Fazit: nichts zu finden, niemand da, die alte Dame hat sich unnötig aufgeregt. Mrs. Potts stöbert daraufhin selbst auf dem Grundstück herum und findet den armen Mister Dunwood, tot. Nebenbei: Ob der Mann wirklich so arm war/ist, das muss sich erst noch herausstellen.

Judith Potts beginnt, weil eben die Polizei nicht aktiv werden möchte, zu ermitteln und sammelt dabei, gewissermaßen nebenbei, ein paar Mitstreiterinnen ein, aus denen eben jener Mordclub wird: ein paar Damen der Stadt finden Gefallen an der Detektivarbeit.

Übrigens ist auch die Polizei spätestens nach einem weiteren Mord, der nach genau dem gleich Schema erfolgte, wie der an Mr. Dunwood, auch von einer Verbrechensserie überzeugt; die Indizien deuten sogar darauf hin, dass die Serie weitergehen könnte.

Ein Krimi, der wirklich sehr leicht und schnell zu lesen ist. Aber auch einer, der mit oft viel zu vielen Abschweifungen die Seiten füllt. Das ist aber wohl auch dem Umstand geschuldet, dass es den ersten Roman einer Serie ist und deshalb die Hauptdarstellerinnen und deren Umfeld eben sehr detailreich präsentiert werden wollen. Englisches Flair ist auch dabei: Es wird viel Tee angeboten und getrunken, Ruderer bevölkern die Themse und die Umgangsformen sich auch british; jedenfalls ein bisschen.

Ganz augenscheinlich lehnt sich der Roman am großen Vorbild Agatha Christie an, es könnte auch Miss Marple sein, die hier die Hauptrolle übernimmt. Der Autor, das merkt man in jeder Zeile, hat seine Hausaufgaben gründlich gemacht und deshalb findet sich alles, was man bei einer solchen Art von Krimi erwarten wird: aktive ältere Dame, einige weitere Damen in unterstützenden Rollen, aktive ältere Dame unterschätzt die Gefahr und muss selbst um ihr Leben bangen, Hilfe naht in letzter Sekunde. Dazu noch eine überforderte Polizistin, die bald sehr dankbar die Dienste des Clubs der Damen in Anspruch nimmt.

Manchmal witzig, oft schwungvoll.
Leichte Unterhaltung für entspannte Tage.




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