Buchbesprechung/Rezension:

Dennis Jürgensen: Taubenschlag
Teit und Lehmann ermitteln (2)

Taubenschlag
verfasst am 26.11.2023 | einen Kommentar hinterlassen

Autorin/Autor: Jürgensen, Dennis
Genre: Kriminalromane
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Der Tod ihrer Tochter lässt Lykke Teit nicht los. Zwar darf sie selbst nicht ermitteln, aber sobald sich ein Hinweis ergibt, folgt sie dieser neuen Spur. So geschieht es auch diesmal, als ihr Exmann ganz sicher ist, den Mann gesehen zu haben, der für den Tod der gemeinsamen Tochter verantwortlich ist.

Lange kann sie nicht diesen Hinweis folgen, denn sie wird nach Deutschland geschickt, um dort erneut Kommissar Rudi Lehmann bei den Ermittlungen zu unterstützen. Es sind Morde an alleinlebenden Menschen, die in ihren Wohnungen zuerst gefoltert und dann umgebracht wurden. Ein Serienmörder, denn wer sonst würde einen toten Vogel, als ein Markenzeichen am Tatort hinterlassen?

In solchen Fällen kann man nicht sicher sein, ob die gerade aufgefundene Leiche das erste Opfer ist oder ob frühere einfach noch nicht gefunden wurden. Dazu kommt noch: Wen hat der Täter – oder die Täterin – schon als nächsten im Visier und wird die Polizei schnell genug sein, um weitere Morde zu verhindern?

Rudi und Tykke waren schon bei ihrem ersten gemeinsamen Fall von Anfang an ein sehr gut eingespieltes Team. Weil die Polizeibehörde die internationale Zusammenarbeit fördern möchte, bietet sich eine neue Aufgabe für Teit & Lehmann im Rahmen der dänisch-deutschen Kooperation wie ganz logisch an.

Was mir an dieser Krimireihe so gut gefällt, dass man über keine kaputten Typen in den Reihen der Polizei lesen muss. Rudi und Tykke sind eng befreundet, so etwas wie Vater und Tochter, die Vorgesetzten sind keine ahnungslosen Karrieretypen, sondern aufmerksame Chefs. Auch die Schilderung der Morde und der Opfer ist zwar durchaus plastisch, aber nicht übermäßig drastisch, sodass man insgesamt einen überaus kurzweiligen und stimmigen Krimi liest.

Die Ermittlungen führen zurück in eine Vergangenheit, in der es an der Tagesordnung war, Andersgesinnte einzusperren, zu demütigen und auch zu beseitigen, wenn es die Umstände erforderten. Jetzt stellt sich noch die Frage, wie der Fund von drei Leichen in einem Bunker unter den Straßen Berlins mit alledem zusammenhängt.

Dieser zweite Fall für Teit & Lehmann ist für meinen Geschmack nicht ganz so gut gelungen wie der erste, auch weil Dennis Jürgensen schon recht früh die Lösung präsentiert und das Ende damit sehr vorhersehbar ist. Es bleibt aber noch immer ein empfehlenswerter Krimi.

PS: eine sehr deutliche Beschwerde ist dennoch angebracht: Auf Seite 234 stürzen sich Rudi und Tykke mit Heißhunger auf ein Wiener Schnitzel. So weit, so gut. Wenn Rudi dann aber zwei Seiten später SAUCE (SAUCE, grauslicher gehts nicht mehr!)  darüber gießt, dann ist das ganz eindeutig ein Beweis dafür, dass die Welt nicht mehr lange steht :-)




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