Buchbesprechung/Rezension:

Agatha Christie: Die Katze im Taubenschlag
Ein Fall für Hercule Poirot (28)

Die Katze im Taubenschlag
verfasst am 25.02.2024 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Christie, Agatha, Kriminalromane
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Die Einleitung erzählt sehr bildhaft (filmreif, könnte man sagen) von einem Geschehen, das man sonst aus diversen Kreuzfahrt- und Hotelserien kennt. Die Gäste, in diesem Fall die Schülerinnen in Begleitung ihrer Eltern, meistens sind es die Mütter, treffen ein, man lernt ganz unterschiedliche Typen kennen.

Schauplatz ist eine Mädchenschule, zu Beginn des neuen Schuljahres. Meadowbank ist über die Grenzen Englands geschätzt, die Kinder haben allesamt sehr zahlungskräftige Eltern und über allem wacht die Schulleiterin, Miss Bullstrode. Sie achtet darauf, dass alles in den Bahnen läuft, für die ihre Schule bekannt ist, nämlich Disziplin zu lehren, „ohne Zwang und Drill“.

Die ersten Tage des Semesters verlaufen ohne besondere Ereignisse. Zeit, etwas über die Schülerinnen und die Lehrerinnen zu erfahren, über neue Freundschaften und erste Eindrücke. Dass es abseits des ganz normalen Schulalltages noch etwas anderes gibt, wissen nur wenige Eingeweihte. Denn neu an der Schule ist auch die Cousine eines kürzlich bei einem Staatsstreich ums Leben gekommenen arabischen Fürsten, aus dessen Besitz eine enorm wertvolle Edelstein-Sammlung verschwunden ist.

Der englische Geheimdienst und viele andere dubiose Gestalten sind auf der Jagd nach diesen Juwelen vom persischen Golf. Manche nehmen an, dass die Cousine in deren Besitz ist oder dass sie zumindest weiß, wo dieser Schatz versteckt ist.

Als die Sportlehrerin ermordet wird, rätselt Kriminalkommissar Kelsey, warum Mrs. Spencer sterben musste. Von den verschwundenen Juwelen erfährt er zwar während der Befragung der auf dem Gelände Anwesenden, doch scheint ihm ein Zusammenhang mit dem Verbrechen (zunächst) doch zu abwegig. Ein überraschter Einbrecher, ein aufgeschrecktes Liebespärchen – es gibt doch sicher einen Hintergrund für die Tat, der weitaus wahrscheinlicher ist.

Hercule Poirot kommt ins Spiel, als dem ersten Mord ein zweiter folgt und als eine aufmerksame Person einen überaus bedeutenden Fund macht.

Während sich die Handlung, wie zu erwarten ist, sehr verschlungen konstruiert, immer weiter zuspitzt, hat Agatha Christie bei der Auflösung des Rätsels diesmal ein wenig an Raffinesse und Hintergründigkeit gespart. Allzu schnell – und vor allem, ohne dass man allzu viel an Hercule Poirots Nachforschungen teilhaben kann, wird der Fall recht unspektakulär geklärt. Wobei … vielleicht gibt es doch noch eine Überraschung.

Der 28. Fall für Hercule Poirot ist kurzweilig zu lesen, kommt aber nicht an die großen Poirot-Krimis heran. Dennoch natürlich eine Pflichtlektüre für Fans.




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