Peter Wehle: Mord heilt alle Wunden
Ein Wien-Krimi

verfasst am 16.04.2015 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Wehle, Peter

Jetzt bin ich ein echter Peter Wehle Fan. Hat mich Teufelskoller schon sehr gut unterhalten, gelingt es Wehle mit „ Mord heilt alle Wunden“ wieder. Nicht nur der absonderliche Schauplatz – ein Wiener Kunstmuseum – auch der Anlass für das Morden schildert der Autor mit einem Augenzwinkern.

Seltsame Dinge ereignen sich zu später Stunde. Da gibt es doch tatsächlich ein sprechendes Gemälde. Und der Museumswärter Andreas Kandler wird durch dieses seltsame Gemälde bis zu einer Herzattacke getrieben. Was soll das alles, was ist der Hintergrund für diesen gespentischen Vorgang.

Spitzenkriminalist Hofrad Ludwig Halb tritt auf den Plan. Seine Mitarbeiterin, die die Enkelin eines Freundes vom Kandler ist, informiert ihn über dieses absonderliche Geschehen und überzeugt ihn, sich der Sache anzunehmen. Kalb, der kauzige Kommissar lässt sich überreden. Er nimmt mit seinem Team die Ermittlungen auf, in der Annahme, dass sich hinter dem sprechenden Gemälde mehr verbirgt als nur den Herrn Kandler zu erschrecken. Tatsächlich, es gelingt dem Hofrat Halb und seiner Crew die Hintergründe aufzudecken. Nebenbei ereilt den Hofrat ein Attentat, das ihn ans Krankenbett fesselt.

Immer wieder schildert Peter Wehle zwischendurch auch Persönliches vom Kommissar, und das sehr amüsant. Seine Neigung zum guten Essen ist allemal ein Thema. Ebenso seine Freundin Delia. Besonders witzig fand ich den Versuch der beiden ein Bett für die Zweitwohnung vom Halb zu kaufen. Nur so auf am Boden liegenden Matratzen zu liegen, ist auf die Dauer wohl zu unbequem.

Gerade diese „Einspielungen“ machen u.a. auch den Charme des Buches aus. Auch wenn ab und dann für meinen Geschmack Langatmigkeit im Text Einkehr hält, das sollte auf keinen Fall vom Lesen abhalten.

Ein Highlight sind auch die Gespräche zwischen Halb’s Vorgesetztem – dem Hofrat Ernst Strak, einem Studienkollegen und Freund vom Hofrat Halb. Sehr zum Vergnügen der Mitarbeiter vom Halb liefern sich die beiden Diskussionen auf hohem Niveau. Die Ernsthaftigkeit bleibt dabei manchmal auf der Strecke.

Aber selbst bei den augenzwinkernten Schilderungen der Morde – Mord bleibt Mord. Und so wird der Übeltäter, der aus niedrigsten Motiven handelte (Geld!!!) überführt und seiner gerechten Strafe zugeführt.

Das Gemälde „Flucht des Orest“ mit den darauf befindlichen griechischen Rachegöttinen, den Erinnyen, kann zukünftig wieder ein ruhiges Dasein im Museum führen.

Die ausgeklügelte Technik des Mörders wird hoffentlich keine Nachahmer finden. Und der etwas altmodische, aber deshalb nicht weniger effiziente Hofrat Halb, wird weitere Kriminalfälle im Peter Wehle Stil lösen.

Peter Wehles „Kommt Zeit, kommt Mord“ steht ganz oben auf meiner Leseliste.


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