Wilhelm Kuehs: Der letzte Rock hat keine Taschen
Ein Kärnten-Krimi

verfasst am 27.05.2015 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Kuehs, Wilhelm

Wilhelm Kuehs ist mit diesem Buch eine ätzende Politsatire auf das Kärntner System gelungen. In Hüttenberg soll ein buddhistisches Zentrum errichtet werden. In der Nähe des Heinrich Harrer Museum.. Tschabuschnig, Ernst Krametter, der Bürgermeister von Hüttenberg, und noch etliche Andere, alles Vasallen des Kärntner Landeshauptmann (seinen Namen erfahren wir nicht !!), machen sich gemeinsam mit dem LH stark für dieses Zentrum. 68,0 Mio sollen investiert werden.

Woher kommt das Geld, Kärnten gehört nicht zu den wohlhabenden Bundesländern.

Die landeseigene Bank ist großzügiger Geldgeber. Mit einem kaum durchschaubaren Konstrukt wird Geld von einer Firma zur nächsten verschoben. Wieviel davon fließt wohl in private Taschen oder als Spende an politische Parteien.

Dem Journalisten Ernesto Valenti gelingt es die Zusammenhänge, die Korruption zu durchschauen, und er tritt dabei einer Reihe von Zelebritäten auf die Zehen.

Den Anfang macht ein Todesopfer. Der buddhistische Mönch Dadul Gyaltsen kommt zu Tode, als er sich zur Meditation auf einen Felsen zurückzieht. Valenti glaubt nicht an ein Unglück, für ihn ist fix, dass der Mönch gestoßen wurde. Bei seinen Recherchen entdeckt er teils mystische, teils kriminelle Machenschaften. Angefangen von Barbarossa, der angeblich im Berg bei Hüttenberg nur darauf wartet, mit seiner Armee aus dem Berg zu marschieren, bis hin zu einem Bordell besitzenden Russen, fördert Valenti alles ans Tageslicht.

Kultische Bräuche werden zelebriert, der braune Lodenjanker darf natürlich nicht fehlen. Der Aussteiger Thorsten Schulz hat sich vor 10 Jahren in der Gegend angesiedelt und versucht sich als Biobauer. Warum dort, hat das was mit den tibetischen Mönchen zu tun? Sie werden es erfahren, wenn Sie diesen kurzweiligen, teilweise zum Schmunzeln anregenden Krimi lesen.

Wilhelm Kuehs lässt uns auch einen kurzen Einblick in die Vergangenheit Heinrich Harrers während des Nationalsozialismus machen, er schildert die dunklen Seiten des Buddhismus. Heinrich Harrer gibt in seinem Buch „Sieben Jahre in Tibet“ Einblick, zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, in die Grausamkeiten der Lamas in Tibet und Lhasa.

Auf jeden Fall wurde nichts aus den hochtrabenden Plänen der Kärntner. Dazu gibt es einen sehr informativen Bericht Der Zeit unter www.zeit.de „ Das Ende eines Kärntner Traums.“

An Wilhelm Kuehs ein Dankeschön für sein Buch. Eine kurzweilige Lektüre, mit interessanten Informationen über den Buddhismus. Ebenso mit absolut nachvollziehbaren Schilderungen von Kollegen und Vorgesetzten der „Kärntner Tagespost“, Valentis Arbeitgeber. Berufliche Eifersüchteleien, ein penetranter Vorgesetzter, ebenso wie knorrige Bauern, dem Alkohol nicht abgeneigt gehören zu den Protagonisten in diesem Buch.


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