Noam Chomsky: Requiem für den amerikanischen Traum
Die 10 Prinzipien der Konzentration von Reichtum und Macht

verfasst am 24.09.2020 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Chomsky, Noam, Politik

Dass die USA schon lange kein Leuchtturm der Demokratie mehr sind, das hören, lesen, sehen wir täglich. Mit viel Geld erkauften sich einige wenige übermäßigen Einfluss auf Politik und Wirtschaft, womit das Land mehr und mehr zu einen ausführenden Organ von kleinen Interessensgruppen wurde. Donald Trump ist dabei nur ein – wenn auch erschütterndes – Sympton, die Krankheit hat das Land schon viel länger.

Noam Chomsky kann man als linken Ideologen bezeichnen, seine Vorstellungen richten sich auf maximale Stärkung der Demokratie und das in so vielen Lebensbereichen wie möglich. Dabei finden sich auch kaum durchsetzbare Ideen, vor allem aber viele punktgenaue Analysen über den Zustand der Vereinigten Staaten und wie es dazu kommen konnte –  ganz unabhängig von jedweder ideologischen Ausrichtung.

In diesem Buch beschreibt Chomsky anhand von 10 Kapiteln, wie sich eine kleine Minderheit im Prinzip schon seit der Gründung der USA immer intensiver, immer unverhohlener die Macht sichern konnte.

Schon im ersten Kapitel entlarvt der Autor den Gründungsmythos der USA: es waren zu einem guten Teil die Sklavenhalter, die die Unabhängigkeit vom British Empire betrieben. Politk und Justiz der Kolonialmacht waren nämlich schon auf dem Weg, gegen die Sklaverei in den Kolonien vorzugehen. George Washington war bekanntlich selbst , sowie viele der in der Unabhängigkeitsbewegung führenden Männer, Sklavenhalter. Man wollte also – nicht nur, aber auch – die Sklaverei weiter betreiben und kämpfte daher für die Loslösung vom Königreich.

Von Anbeginn also ist die Geschichte der USA eine Geschichte des Nutzens weniger auf Kosten und auf den Schultern vieler. Die Ureinwohner des Kontinents, die Sklaven, die billigen Arbeitskräfte aus Mittel- und Südamerika, die ungebildete Arbeiterklasse und in der Gegenwart die billigen Arbeitskräfte aus Asien.

Mit vielen Originalzitaten belegt Noam Chomsky, wie Unternehmer und Grundbesitzer über die gesamte Existenz der USA daran arbeiteten – und heute intensiver als je zuvor – die Demokratie und die demokratischen Rechte zurück zu drängen und wie das mit Hilfe von Politikern und dem Justizsystem gelang.

Auch wenn Noam Chomsky die Entwicklung und aktuelle Situation nur aus seiner politischen Perspektive betrachtet, so lässt sich doch von außen, aus europäischer Sicht, erkennen, dass er damit einen Staat beschreibt, der als demokratische Institution schon längst gescheitert ist.

Massenhaft lassen sich die Menschen noch immer vom Tellerwäscher-Märchen überzeugen, kein Land Europas würde sich ein derart desolates Gesundheitssystem leisten, das viele Millionen Menschen einfach unversorgt lässt, Millionen von Menschen werden von Wahlen ausgeschlossen aus Gründen, die wir uns nicht vorstellen können, das System der Wahlmänner kann völlig legal denjenigen ins Weisse Haus bringen, der eine Wahl ganz eindeutig verloren hat.

Viele mehr solcher unglaublichen Fakten sind nachzulesen und das sind alles Tatsachen, die, völlig unabhängig von irgendeiner ideologischen Ausrichtung, real sind.

Donald Trump hat einen Vorgang letzlich nur beschleunigt, der schon viele Jahrzehnte lang das Land bestimmte. Die Wahl Barack Obamas war nur ein wirklich sehr kurzer Hoffnungsschimmer; denn schon bald nach seiner Wahl organisierten sich die Interessensgruppen mit Hilfe der Republikanischen Partei (die Noam Chomsky als die gefährlichste Organisation der Welt bezeichnet) neu. Am Ende wurden soziale Ungleichheit und Rassismus stärker als zuvor.

So unglaublich es auch klingen mag: die USA sind auf dem Weg zu einem gescheiterten Staat mit kaputter Infratstruktur, einem desolates Gesundheits- und Sozialsystem, einem von privaten Gewinninteressen gesteuerten Bildungssystem, uvm. Ob das umkehrbar ist, muss sich noch heraus stellen.



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