F. Scott Fitzgerald: Der seltsame Fall des Benjamin Button

Benjamin Buttom kam im Jahr 1860 im Alter von 70 Jahren auf die Welt. Er starb 70 Jahre später, im Jahr 1930, bei seiner Geburt. Was auf diesem Lebensweg geschah, das fasste F. Scott Fitzgerald in eine tragisch-komische Novelle.

Wir wissen nicht, ob es Benjamin Button bewusst war, wann er sterben würde. In seinem letzten Lebensjahren aber sicher nicht mehr, denn da hatte sich seine Welt auf die eines Säuglings verengt. Als er zur Welt kam, war er ein alter Mann, der schreiben konnte, lesen und sprechen und der mit seinem Erscheinen für Entsetzen sorgte. Die Ärzte und Krankenschwestern weigerten sich, sich um ihn zu kümmern; sein Vater, Mr. Roger Button, Fabrikant, musste erst einmal die ganze Situation verstehen.

So kam es, dass ein alter Mann in seinen ersten (oder muss es nicht heißen „letzten“?) Lebensjahren wie ein kleiner Bub behandelt wurde. Zu allerlei Mißverständnissen führte seine Erscheinung, doch nach und nach wurde es einfacher: denn Benjamin wurde im gleich Ausmaß jünger, wie die anderen älter.

Für ihn selbst verging damit alles doppelt so schnell. Denn kaum hatte er sich in einer Lebenssituation zurecht gefunden, entschwand sie ihm auch schon wieder und er war außerstande, den Veränderungen zu folgen. Denn alles, was wir tun, das altert mit uns.

Obwohl es nur knapp 70 Seiten sind, so ist die Novelle eine sehr fein gesponnene Geschichte, die auch noch sehr viel Raum dafür lässt, sich selbst ein solches Leben vorzustellen.



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