Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Das Ekel aus Säffle
Ein Kommissar-Beck-Roman, Band 7

Das Ekel aus Säffle: Opfer und Täter zugleich. Genauer gesagt: ein Täter, der am Ende zum Opfer seiner Taten wurde.

In einem Krankenhaus wird der Kommissar Stig Nyman ermordet. Niedergemetzelt ist die richtige Bezeichung für das, was der Täter mit einem Bajonett da im Krankenzimmer angerichtet hat. Sobald die Identität des Opfer geklärt ist, konzentrieren sich Martin Beck und seine Leute auf ein Motiv: Rache. Denn Nyman war ein berüchtigter Sadist und brutaler Polizist, gegen den in den Jahren seiner Tätigkeit hunderte Beschwerden und Anzeigen eingebracht wurden. Allesamt ohne Erfolg, denn Nyman wurde von Kollegen und Vorgesetzten immer wieder gedeckt.

Bei Beck und vielen seiner Kollegen war das Opfer deshalb bereits bekannt, doch erst die Nachforschungen von Rönn im Archiv und die Erinnerungen von Kollmann an die gemeinsame Zeit mit Nyman bei Militär bringen das ganze Bild dieses Mannes ans Licht: ein gewissenloser Täter, der mit Gewalt gegen alles vorging, was ihm nicht passte.

Mit diesem Roman liefern Sjöwall und Wahlöö zugleich auch eine sehr direkte und offene Anklage gegen Polizeiwillkür. Nichts und niemand kann sich dagegen zur Wehr setzen, denn, egal, ob ein Vorwurf gerechtfertigt war oder nicht – gegen die Mauer des Schweigens und der Abschottung nach außen kommt kein normaler Mensch an.

Überdies ist die drastische Schilderung der Verbrechen, oft bis in Details, die man vielleicht gar nicht wissen möchte,  weitaus konkreter und plastischer, als in der Vergangenheit.  Hier zielt das Autorenteam direkt auf die Emotionen der Leserinnen um sicher zu stellen, dass die Botschaft dieses Romanes auch wirklich ankommt.

„Das Ekel aus Säffle“ ist in Stil und Aufbau ist anders, als die sechs Martin-Beck-Krimis zuvor. Sobald das Motiv klar ist, steht der Kreis der möglichen Täter fest und es muß nur noch der richtige gefunden werden. Es ist also vielmehr ein Thriller, wenn Beck und seine Leute an mehreren Stellen zugleich auf der Jagd nach dem Mörder sind. Der ist aus dem Kreis jener, die vergeblich gegen Nyman vorgehen wollte, recht bald identifiziert, doch nicht auffindbar.

Nymann ist zwar das erste aber noch lange nicht das letzte Opfer, es folgen noch viele und die Blutspur zieht sich mitten hinein in das Ermittlerteam.  Am Ende mündet die Ermittlung in einen dramatischen Showdown.

Viele Tempowechsel zwischen akribischer Nachforschung und rasanter Jagd nach dem Täter. Sehr empfehlenswert.



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