Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Mann auf dem Balkon
Ein Kommissar-Beck-Roman

Sommer, Hitze, Krimizeit. In meinem „Noch-zu-lesen-Bücherregal“ stehen viele Krimiklassiker aus dem 20. Jahrhundert. Kommissar Martin Beck ist einer dieser Kommissare, die auch beinahe 50 Jahre nach ihrem ersten Auftritt aktuell und zeitgemäß geblieben sind.

Im dritten Band der Martin-Beck-Reihe ist die Polizei auf der verzweifelten Suche nach einem pädophilen Triebtäter, der kleine Mädchen weglockt, missbraucht und ermordet. Zwei Mädchen sind ihm bereits zum Opfer gefallen, doch die Polizei in Stockholm hat keine Spur.

Die ersten brauchbaren Hinweise kommen dann ausgerechnet von einem Räuber, der nach einer Vielzahl an Überfällen endlich gefasst wurde; und von einem kleinen Jungen, der wichtige Details gesehen hat, sich aber nicht mehr an alles erinnern kann; und es gibt einen wichtigen Hinweis, der lange nicht als solcher erkannt wird.

In einer Sprache, die einerseits auf jeden Schnörksel verzichtet, andererseits mit scheinbar emotionslosen Sätzen eine ungemein fesselnde Athmosphäre entwickelt, beschreibt das Autorenteam Sjöwall & Wahlöö die Chronologie eines Verbrechens. Dabei entsteht immer wieder der Eindruck, es handle sich um einen realen Fall aus der Kriminalgeschichte, so glaubhaft und wirklichkeitsnah wird die Arbeit der Polizei geschildert.

Ein Krimi, der in einem Zug durchgelesen werden will – ein Schattenplatz an einem heißen Nachmittag war der optimale Platz dafür.


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