Edith Kneifl (Hrsg): Tatort Heuriger
13 Kriminalgeschichten aus Wien

Nr. 7 der Falter-Tatort-Reihe macht also eines der Wiener Wahrzeichen zur Mördergrube. Nicht einmal beim Heurigen kann man mehr in Ruhe und Geborgenheit seinen G’Spritzten oder sein Kracherl schlürfen.  Den Heurigen zum Tatort machten: Edith Kneifl, Raoul Biltgen, Lisa Lercher, Christian Klinger, Jacqueline Gillespie, Reinhardt Badegruber, Sylvia Treudl, Thomas Schrems, Helga Anderle, Günther Zäuner, Thomas Askan Vierich, Sabina Naber und Günther Pfeifer (und ich weiß nicht, ob ich ihnen das jemals vergeben kann :-).

Sehr abwechslungsreich ist die Auswahl der Kurzgeschichten. Gemeinsam ist natürlich allen – siehe Buchtitel – der Heurige (bzw. Buschenschank), der immer eine Rolle spielt. Manchmal nur eine kleine Nebenrolle – dann konnte sich das Geschehen auch anderswo abspielen,  manchmal würde die Geschichte ohne Heurigen keinen Sinn machen.

Meine Highlights:

  • Lisa Lercher: Stürmische Tage
    Ein guter Ort, um jemanden los zu werden, so eine Kellergasse in Stammersdorf. Und dann kann man das Leben so richtig genießen. Vielleicht
  • Christian Klinger: Das Pfand in meiner Hand
    Wieder ein Fall für Dantlinger. Wie ein Vater seinen Sohn verliert und dann doch wieder nicht.
  • Jacqueline Gillespie: Rosarot
    Irgendwann ist kann man die Marotten und die Überheblichkeit des Ehepartnes nicht mehr ertragen. Dann schmiedet man Pläne, wie das alles zu beenden wäre.
  • Helga Anderle: Wida amal in Grinzing sein
    Das will man ganz selbstlos der Polizei bei der Aufklärung eines Verbrechesn helfen und was macht die. Na, dann eben nicht.
  • Sabina Naber: Genug gewartet
    Wenn die Rache viele Jahre lang Zeit hat zu wachsen, dann kann sie grausam sein. Man sollte aber beim Rachefeldzug immer gut vorbereitet sein.

Für mich die bislang abwechslungsreichste Ausgabe der Tatort-Reihe. Da ähnelt keine Geschichte der andern in Stil und Inhalt (nun ja, wenn man vom mehrfach vorkommenden Auto, das mittels Überfahren eines Menschen einem anderen die Arbeit des Um-Die-Ecke-Bringens abnimmt, absieht).

Nicht alle haben mir gleich gut gefallen, aber das muß es ja nicht. Denn das bedeutet, dass für fast jeden Geschmack einiges dabei ist.

PS: ein paar der Heurigen waren früher regelmäßige Treffpunkte mit Freunden und Familie. Vor allem zum Feuerwehr Wagner (spielt in der Geschichte „Rosarot“ eine Hauptrolle) in der Grinzinger Straße zog es uns damals mindestens ein Mal in der Woche.



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