Hugo Portisch: Leben mit Trump
Ein Weckruf

verfasst am 23.07.2017 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Portisch, Hugo, Zeitgeschichte

Es gibt tiefer gehende, besser recherchierte, bedeutendere Schriften von Hugo Portisch als dieses kleine Büchlein “Leben mit Trump”. Das liegt einerseits daran, dass man darin keine neue Bewertung oder neue Lösungen finden wird, andererseits daran, dann man über den Möchtegern-Staatsmann im Weissen Haus täglich hört und liest und sich jedes Mal aufs neue wundert, wie so einer gewählt werden konnte.

Man fragt sich das also und dann blickt man sich um und sieht, dass gerade in unseren westlichen Ländern, in denen wir so stolz auf unseren Demokratien sind/sein sollten, immer mehr solcher undemokratisch denkender, potentieller Despoten freiwillig gewählt werden.

Polen, Ungarn, Russland, Türkei (usw)   – Länder in denen die willfährigen Wähler mit ihrer Stimmabgabe bereits selbst dafür sorgten, dass ihre eigenen Rechte mehr und mehr eingeschränkt werden (sollen). Niederlande, Belgien, Frankreich, Österreich (usw) – Länder in denen man sich im steten Widerstreit mit jeden befindet, die, aus welchen Gründen auch immer, Parteien wählen, die zweifelsfrei die demokratischen Rechte einschränken würden, kämen sie an die Macht.

Wenn nun in einer solchen weltpolitische Lage so jemand wie Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wird, dann muss, ja dann soll es mahnende Worte von Menschen geben, auf deren Urteil wir vertrauen können. So wie auf Hugo Portisch.

Das unlösbare Grundproblem dieses Büchleins ist, dass man es am Tag, nachdem man es gelesen hat, schon wieder mit neuen Fakten über Trump zu tun bekommt, die das bisher Geschehene erneut in den Schatten stellen (auch wenn man schon davon nicht glaubte, es könnte noch übler werden). Beleidigungen hier, bewusstes Lügen da, Verdrehen der Wahrheit dort. Jede/r kann die Liste beliebig lange fortsetzen.

So gelingt es dem von mir ungemein geschätzen Hugo Portisch mit dieser Schrift leider nicht, etwas Fundamentales zu veröffentlichen. Es ist eine Zusammenfassung zu einem Stichtag, ein Abbild einer Zwischenetappe. Vielleicht ist es aber sowieso anders angedacht: wenn allen, die Portischs Schrift gelesen haben, versuchen, die verunsicherten Mitmenschen vom fundamentalen Wert der Demokratie zu überzeugen.

In ein paar Jahren ist es hoffentlich nur mehr ein Rückblick auf einen US-Präsidenten, den man nach 4 Jahren schnell wieder vergessen haben wird.


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