Voosen & Danielsson: Rotwild
Ein Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss

Schweden: Land der Morde, gerne auch mit grauslichen Details verbrämt. Schweden: Land des Königs Gustav Adolf und damit auch des Protestantismus; was aber haben dann katholische Mythen hier zu suchen, vor allem, wenn sie die Grundlage für (siehe vorher) für die grauslichen Details sind.

Es beginnt mit einem Mann, der gleich dem heiligen Sebastian mit Pfeilen durchbohrt an einen Baum gebunden gefunden wird. Hier die Ruhe der Landschaft, die Freude der Menschen auf das kommende Midsommer-Fest und dann dieser Kontrast: ein Mann grausam zu Tode gequält inmitten dieses Idylles.

Kommissarin Ingrid Nyström hat im Moment genug mit sich selbst zu tun, mit ihrer eingebildeten oder tatsächlichen Erkrankung. Da passt es so gar nicht in ihren Seelenzustand, dass dieser Mord wegen der speziellen Umstände, die bald publik werden, unter intensiver Beobachtung der Medien steht. Und dort, wo die Medien nachbohren, dort gibt es immer auch Vorgesetzte, die Druck machen.

Dieser Druck erhöht sich auch noch als ein zweiter Mord geschieht: wieder scheint es einen religiösen Hintergrund zu geben, wieder erinnern die Umstände der Tat und das Ausmaß der Gewalt an einen Heiligen aus der Welt der katholischen Legenden. Nyströms Kompetenz als leitendende Kommisarin steht auf dem Prüfstand.

Schritt für Schritt gelingt es Einblick in das Leben der Opfer zu erhalten, doch eine Gemeinsamkeit, etwas, das Mörder und Opfer schlüssig miteinander verbindet, scheint nicht zu existieren. Und doch drängt die Zeit; denn beiden Taten weisen auf einen Serientäter hin, der jederzeit wieder zuschlagen kann: Oder hat er schon zugeschlagen?

Sehr spannend, sehr schlüssig (und die allzu grauslichen Details kann man ja bei Bedarf überlesen). Das AutorInnenteam Danielson & Voosen ist nicht nur gut darin, eine fesselnde Handlung zu entwicklen, sondern auch darin, die Beteiligten greifbar zu machen und ihnen Persönlichkeit zu geben.

Ein Krimi, wie geschaffen für einen Urlaubstag.
Und so ganz nebenbei wird auch eines der letzten Geheimnisse der 1980er-Jahre gelüftet.


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