Buchbesprechung/Rezension:

Voosen & Danielsson: Der Rote Raum
Ein Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss - Band 9


verfasst am 06.12.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Danielsson, Kerstin Signe, Kriminalromane, Voosen, Roman
LiteraturBlog Bewertung:

Darauf sollte man sich vorbereiten: Dieser Krimi hat einen sehr schwerfälligen Beginn. Nach einhundert trägen Seiten lese ich nur deshalb weiter, wie mir die Vorgänger-Romane aus der Reihe ausnehmend gut gefallen haben, vor allem der zuletzt erschienene. Durchhalten, denn vielleicht (hoffentlich) wird es besser, spannender, rasanter.

Zuerst der Mord: in einem exklusiven Wohnsilo liegt die Leiche eines Mannes mehrere Tage unentdeckt in seiner Wohung. Als die Leiche vom Facility Manager entdeckt wird, ist das Bild, das sich dem Mann bietet, sehr verstörend. Das Einschussloch im Kopf ist schon schlimm genug; doch dass dem Toten das Herz herausgeschnitten und stattdessen ein Stein hineingelegt wurde, das wirkt wie ein grausiges Ritual.

Während Ingrid Nyström mit ihrem Team in dem Fall ermittelt, wird die ehemalige Kollegin Stina Forss in den Norden Schwedens nach Kiruna geschickt, um dort einen ungewöhnlichen Mordfall zu klären. Diesem Opfer wurde die Leber herausgeschnitten, was sich aber erst Wochen nach der Tat bei der verspäteten Obduktion festgestellt wird

Zunächst wissen die beiden Polizistinnen nichts vom Fall der jeweils anderen.

Was dem Krimi so langatmig macht ist, dass sich alle andauernd Gedanken über alles Mögliche machen, Dialoge und Monologe über dies und das  und anderes ziehen sich über ganze Seiten; was die Geschichte von der Mordermittlung bzw. den Mordermittlungen meisten  nur wie die Nebenhandlung erscheinen lässt, die quasi beiläufig mit erzählt wird. Zudem wird das, was passiert für meinen Geschmack mit viel zu vielen Details beschrieben. Dazu kommt die bald nervende Herumbalzerei zweier Ermittler aus dem Team, die sich darum streiten, wer gegenüber der neuen, jungen Kollegin das dümmste Verhalten zeigen kann und sich mehr zum Affen macht. Das zieht sich endlos dahin …

Der Blick auf den Krimi ist nun also oft verstellt und viele Seiten des Buches verbreiten Langeweile statt Lesespaß. Von den etwas mehr als 400 Seiten könnten mehr als 200 Seiten eingespart werden und nichts würde fehlen. Als dann das Ende auch noch viel zu konstruiert ist, bleibt am Ende nur meine Einschätzung, dass dies der mit Abstand schlechteste Krimi der Reihe ist.

Sehr, sehr schade.




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