Stefanie Gercke: Ich kehre zurück nach Afrika

verfasst am 14.08.2014 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Gercke, Stefanie, Romane

Afrika – das war für mich während meiner Schulzeit im Gymnasium immer ein Zauberwort, dort wollte ich einmal hin. In den schwarzen Kontinent eintauchen, seine Wunder der Natur einsaugen, Löwen, Elefanten und alle anderen Tiere hautnah bestaunen. Erst später begriff ich, welch unsägliche Qualen Mensch und Tier, hervorgerufen durch die ach so kultivierten Europäer, über eine sehr lange Zeit erleiden mussten.

Die Protagonistin in Gerckes Buch kehrte nach Jahren mit großem Optimismus und großer Neugier und Vorfreude aus Hamburg nach Afrika zurück. Henrietta wird von Ihren Verwandten und deren Freunden mit offenen Armen aufgenommen. Doch bald erkennt Henriette, dass ihr Verwandten gar nicht so nett sind wie es anfangs den Anschein hatte. Besonders ihre Cousine Clara entpuppt sich als bösartige junge Frau, die Henrietta noch sehr schaden sollte.

Natürlich bleibt in diesem Roman auch die Liebe nicht auf der Strecke. Henriette begegnet den Schotten Ian (welch Zufall – der saß auch in der Maschine mit der sie nach Südafrika flog). Eine große Liebe, gekrönt von 2 Kindern – Zwillingen – begleitet einem durch diesen Roman. In manchen Passagen etwas zu dick aufgetragen, aber trotzdem schön.

Die grausame Apartheid Politik der Weißen bringt die beiden in äußerst missliche Situationen. Henrietta und Ian unterscheiden nicht zwischen schwarz und weiß, was Gott sei Dank auch viele andere Weiße nicht taten. Dadurch wurden auch an weißen Bürgern, speziell an solchen die Einwanderer waren, und sich nicht deutlich zur Apartheid bekannt haben, Grausamkeiten begangen.

Letzlich musste Henrietta, die sich durch ihre Geschicklichkeit ein kleines Modeimperium aufgebaut hatte, und ihr Mann mit den Kindern aus politischen Gründen das Land verlassen.

Zu allem Unglück kam aber das große Glück dazu, dass Henrietta von einem Onkel ein großes Vermögen geerbt hatte, das in der Schweiz sicher auf einer Bank ruhte. Was lag also näher, als sich in die Schweiz durchzuschlagen. Ein Flug von Durban über Johannisburg nach London, dann weiter in die Schweiz rettete Henrietta und ihren Kindern das Leben. Ian rettete sein Leben mit Hilfe von schwarzen Südafrikanern auf einem beschwerlichen Landweg nach Mozambique. Von dort gings dann auch für ihn ab in die Schweiz.

Dieser Roman beinhaltet alles was ich von einem „schönen“ Roman erwarte. Stefanie Gercke, selbst auf einer Insel vor Westafrika geboren, erzählt einfühlsam, spannend in einer gut lesbaren Sprache ohne Schnörkel. Trotz der teils aufwühlenden Geschichte hat dieses Buch nichts reißerisches an sich. Die Autorin nimmt einen mit in die wunderschöne Natur Afrikas, sie schildert aber auch die grausame Zeit der Apartheid mit großer Eindringlichkeit. Es war der Beginn des Aufbäumens der geknechteten schwarzen Bevölkerung gegenüber den „Besetzern“ ihres Landes. Nelson Mandela war gerade auf Robbin Island verbannt worden.

Das bedauerliche an der damaligen Zeit in Südafrika war, dass kaum jemand in Europa davon Notiz genommen hat. Das galt aber nicht nur für Südafrika, sondern für den ganzen schwarzen Kontinent.


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