Thomas Raab: Der Metzger bricht das Eis:

verfasst am 01.04.2012 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Raab, Thomas

Willibald Adrian Metzger vertreibt sich neuerdings seine Zeit als Babysitter. So fährt er die Tochter seines besten, leider verstorbenen Freundes, im Kinderwagen durch den Park. Zu Beginn hört er noch anderen Müttern zu, die über ihre Kleinsten spannende Ereignisse zu berichten wissen. Der erste Zahn, die schwerste Windel unter allen anderen Windeln…

Plötzlich wird Willibald durch ein Geschrei abgelenkt und wird Zeuge, wie ein Obdachloser ein kleines Mädchen vor dem Erstickungstod rettet. Doch unter mysteriösen Umständen kommt der Lebensretter der Kleinen zu Tode. Das lässt dem Metzger keine Ruhe und er versucht herauszufinden, was es mit dem Todesfall auf sich hat.

Der Metzger wollte sich eigentlich bei dem Penner für seine Zivilcourage bedanken. Ist ja selten heutzutage. Doch die Polizei findet den Obdachlosen vor ihm. Tot. Dann stürzt sich auch noch die Mutter des kleinen, geretteten Mädchens vom Dach des Krankenhauses und stirbt. Welch Dramen! Diese gehen dem Willibald gewaltig an die Nieren.

Willibald Adrian hat allerdings im Park ein Kinderhandtäschchen gefunden, das einen Zettel mit einer Telefonnummer beinhaltet. Durch einen Anruf unter dieser Nummer landen Willibald, seine Danjela und Willibalds Halbschwester Sopfie – die Autofahren nur mit Vollgas beherrscht – in einem kleinen Wintersportort. Dort erfährt das Trio bald, was es heißt, sich in eine Wintersportidylle – nein eigentlich Wintersporthölle – mit geldgierigen Hoteliers und Familienfehden einzumischen. Als dann die Schneekanone den Abfahrtshang mit rosafarbenen Schnee berieselt, weil da ein Mensch quasi durch den Fleischwolf gedreht wird, bleibt in dem einer Ansichtskarte gleichenden Dorf kein Stein mehr auf dem anderen.

Mit den Geschichten rund um hiesige Familien wie Thuswalder, Axpichl & Co beleuchtet der Autor mit Witz und Ironie die Tourismusbranche des Wintersports.

Witzig, charmant und intelligent geschriebener Krimi, der auch gesellschaftskritische  Themen und den österreichischen Alltag – so schräg dieser auch manchmal aussieht – eingebindet. Diesmal allerdings einen Punkt weniger, obwohl ich die Metzger-Krimis liebe. Viele Nebenpersonen und ihre Namen haben die Fäden der einzelnen Handlungen eher verworren, als zu einem Stück zusammengeführt.


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