Raab, Thomas: Der Metzger holt den Teufel

verfasst am 14.03.2011 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Raab, Thomas

Kommissar Eduard Pospischill gewinnt am Polizeifest bei der Tombola zwei Konzertkarten. Er lädt Willibald Adrian Metzger ein, ihn zu Igor Strawinskys „Le Sacre du printemps“ zu begleiten. Im Wiener Sinfonieorchester spielen in der männerdominierenden Riege gerade mal drei Frauen.

Und all diese virtuosen Damen werden auf grausamte Art und Weise ermordet. Die Polizei müht sich ab, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Doch wieder ist es der Restaurator, der bei den Ermittlungen der Polizei auf die Sprünge hilft.

Strawinsky, schwere musikalische Kost und ein überfüllter, stickiger Konzertsaal, das halten Pospischill und der Metzger nur bis zur Pause durch. Auf dem Heimweg wird dem Metzger von einem jungen Skater sein Sakko gestohlen, mitsamt Geld und Wohnungsschlüssel. Und am nächsten Morgen ist plötzlich eine der Musikerinnen ermordet, und sein Freund Pospischill, der Ärger mit seiner Trixi hat, okkupiert vorübergehend in Metzgers Wohnung das geliebte Chesterfield-Sofa. Dann taucht auch noch völlig unerwartet Willibald Adrians Halbschwester Sophie auf. Das ist für den eigenbrötlerischen Willibald Adrian Metzger zu viel. Und nicht nur das, es bringt ihm auch selbst Probleme mit seiner geliebten Danjela ein.

Um das alles gut auszuhalten, verzieht er sich in seine geliebte Werkstatt, immerhin hat er einen sehr lukrativen Auftrag von Herrn Mühlbach bekommen. Die Restaurierung lenkt ihn von seinem sozialen Durcheinander ab.

Doch es werden die beiden anderen Musikerinnen des Sinfonieorchesters mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Immer ihr Instrument dabei, eine Geige, ein Cello… Die Spur des Todes führt in die Wiener Schickeria-Szene, vor allem in die feinen Jagdgesellschaften, bei denen nicht nur das Wild gejagt wird, sondern auch so manche Frau.

Eine sehr verzweigte Geschichte, die aber immer stimmig bleibt und gespickt ist mit dem bereits bekannten Witz, schwarzen Humor und ebenso ernsthaften Auseinandersetzungen eines scheinbar ganz banalen Alltags. Ein weiterer gut gelungener Krimi des Thomas Raab der von mir die Höchstnote erhält!


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