Steinfest, Heinrich: Der Umfang der Hölle

verfasst am 05.01.2010 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Steinfest, Heinrich

Leo Reisiger hat zwei Leidenschaften. Den Mond und das Lottospiel. Die große Versuchung lautet dabei, einmal mittels ein paar angekreuzter Zahlen ein entferntes Glück zu erfahren. Eines Tages hat er dann diesen wertvollen Lottoschein und verbrennt diesen. Er meint sich damit am Teufel vorbeigeschwindelt zu haben.

Nach dieser irrationalen Handlung begibt sich Reisiger ins Freie, raus aus seinem Hotel, und wird so Zeuge einer Attacke von fünf Hooligans gegen zwei Frauen.

Wie die meisten anderen Passanten auch, ist Reisinger im ersten Moment erstarrt, wird doch eine der beiden  Frauen  durch einen Fausthieb eines plattnasigen Hooligans mit großer Wucht umgeworfen. Reisiger mischt sich ins Geschehen. Doch die Wahnsinnigen überwältigen ihn. Nachdem sich einer der Hooligans auf Reisingers Brust setzt und mit einem Messer an seiner Wange herumfuchtelt, wird der Plattnasige von einer der bedrohten Frauen mit einem Stich in die Halsschlagader getötet.

Es stellt sich heraus, das Leo Reisinger die Frau des berühmten Siem Bobeck gerettet hat, Claire Rubin, früher  Schlagersängerin, nun Autorin.  Zum Dank lädt dieser Bobeck  Reisinger in sein Schloss nach Purbach in Oberösterreich ein. Während seines  Besuches wird Claires neues Buch „Der Umfang der Hölle“ präsentiert. Und dann lernt Leo Reisiger auch den Umfang der Hölle tatsächlich kennen. Dieser Siem Bobeck scheint ein Irrer zu sein. Ursprünglich führte er ein Institut der Gewalt. Er scheint allerdings auch im Besitz einer aggressionssteigernden Droge namens „Regina“ zu sein. Diese bewirkt, dass jene Person, die diese Droge einnimmt, sich in ihrem Aggressions- und Gewaltakt im Körper des Opfers fühlt und somit auch die Brutalität an sich selbst erfährt.

Siem Bobeck wird von seiner Schwester Gerda Semper, deren toter Sohn Fred von Claire getötet worden war, besucht. Der Streit eskaliert, Siem Bobeck und seine Schwester  flüchten. Dabei kommt es zu einem Brand in der zum Schloss zugehörigen Sternwarte. Die eingesperrten Menschen flüchten über die Kuppel. Auch Leo Reisiger. Allerdings wird er beim Sprung abwärts so schwer verletzt, dass er mit Sicherheit den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen wird müssen. Er war milde gegen sein Schicksal, immerhin begriff er das bloße Überleben als Glück.

Aufgrund der Querschnittslähmung kommt nun auch seine Frau Babett, eine berühmte Filmkritikerin auf die Idee, ihrem Mann ab nun mehr Zeit zu widmen. Beide beschließen, eine Weltreise zu machen. Auf  dieser Reise erhält Leo Reisiger einen Hinweis über den Verbleib Bobecks. Er würde auf dem Saturn hocken und Spagetti kochen, und ihn dort erwarten.

Ich bin zwar bekennender Fan von Steinfests Büchern, seinen Abschweifungen und dem Abstrusen, seiner Metaphern und irrwitzigen Satzkonstruktionen. Aber zu „Cheng“ oder „Tortengräber“ kommt für mich dieses Buch nicht heran. Dieses ausufernde und sperrige Beschreiben von Handlungen und den darin verwickelten Personen war ziemlich anstrengend zu lesen. Die letzten Seiten hab ich dann einfach weggelassen, die Handlung war nur noch abgehoben und genauso wenig nachvollziehbar.


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