Komarek, Alfred: Zwölf mal Polt

12 kurze Geschichten mit Polt: das ist das größte Polt-Lesevergnügen, das ich bislang hatte. Alles passt perfekt zusammen – kurze Episoden von „wie alles begann“ bis „was danach geschah“ mit dem Hauptdarsteller Inspektor Simon Polt.

Wenn wir das schön früher gewusst hätten: gleich am ersten Tag seiner Dienstzeit im Gendamerieposten wird Polts Charakterstärke einer schweren Prüfung unterzogen. Dass er dabei seinen Grundsätzen treu bleibt, verschafft ihm den Respekt, der ihm in all den kommenden Jahren entgegen gebracht wird.

Es folgen wirkliche und auch nur vermeintliche Verbrechen, mit denen es Polt durch all die Jahre zu tun hatte. Meistens spielt sich das Geschehen rund um die Kellergasse und in den alten Weinkellern ab. Beliebter Enspannungsort für den Inspektor aber zugleich auch eine wahre Fundgrube, wenn man mehr über die eine oder andere Untat, das eine oder andere Unglück erfahren will. Logisch, dass dabei immer wieder eine Weinverkostungen staffinden muss, mal mit Beteiligung von Touristen – ja, die kommen auch hierher – , mal ganz intern, nur die Einheimischen unter sich. Und folglich auch logisch, dass Polt sich oft erst einmal auf den Weg in Kellergasse macht, wenn er bei einem Fall nicht weiter kommt.

Arbeit und Vergnügen in einem Durchgang – was kann es besseres geben!?

Der Bogen spannt sich von Polts Anfängen bis zu seinem Leben als glücklicher Ruheständler, dem es das Schicksal und der zeitgerechte Rückzug aus dem Berufsleben ersparten, noch vom Gendarmen zu Polizisten werden zu müssen.  Sein Leben als Pensionär ist dann auch das Thema der meisten Geschichten.

Polt heiratet Karin Winter, „seine“ Karin, die ihn zum Vater von Zwillingen machte, Polt als Drittelwirt in Brunndorf, Polt, der immer der Gendarm im Ort bleiben wird, auch wenn er längst keine Uniform mehr trägt. Und genau das verschafft ihm immer wieder neue Aufregungen, denn wenn in seiner Heimat etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, dann kann Polt nicht weg sehen.

Es sind 12 kleine, feine, ruhige Geschichten, ganz so wie sich das Leben rund um die Kellergassen abspielt. Neben Polt sind sie alle wieder da, die alt-bekannten Charaktere aus den Polt-Romanen: der Höllerbauer, die Aloisia Habesam und natürlich Kater Czernohorsky. Und weil es eben 12 Geschichten sind, die jeweils ihre eigene, ganz unabhängige Handlung haben, werden die Menschen und die Atmosphäre des Wiesbachtals aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet – das macht das ganze für mich weit schwungvoller und einnehmender als die Polt-Romane es waren.  Geschichten, die von Leben im Weinviertel, nahe an der Grenze zu Tschechien, erzählen und uns Land und Leute ganze nahe bringen.

Zwölf Mal Polt eignet sich gleich gut als Abschluss der Polt-Serie (falls es denn überhaupt einer ist) wie auch als Einstieg dazu. Das macht Freude und Spaß!



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