Martin Suter: Allmen und die Libellen

verfasst am 15.01.2011 von | 1 Kommentar
Rubriken: Kriminalromane, Suter, Martin

Allmen, Johann Friedrich von Allmen, ein Mann, der mit seiner Erbschaft nicht so recht umgehen kann und das unerschöpflich scheinende Vermögen seines verstorbenen Vaters nicht nur durchgebracht hat, sondern schon seit einiger Zeit vermehrt nur mehr mit seiner Unterschrift und nicht mehr mit wirklich vorhandenem Geld bezahlt.

Da das meiste aus seinen einst umfangreichen Sammlungen schon zu Geld gemacht ist, hat er einen anderen Weg zur Geldbeschaffung gefunden: hie und da ein kleiner Antiqutätendiebstahl sichert ihm ein einigermaßen standesgemäßes Dasein.

Eine neue, augenscheinlich auch lukrative Quelle für dieses kleine Nebengeschäft eröffnet sich für Allmen mit der Bekanntschaft zu Joelle,der es schon beim ersten Zusammentreffen nicht schnell genug gehen kann,  von  es von ‚Madame Butterfly‘ in der Oper in ihr Schlfazimmer zu kommen, mit Allmen im Schlepptau.

Den Diebstahl einer Jugenstil-Schale von Gallè mit Libellenmotiv kann er sich nicht verkneifen, gewissermaßen als Lohn für die Liebesnacht, den er sich selbst zugesteht. Die Schale bringt fürs erste genug ein, um die laufenden Schulden zu tilgen und auch den besonders lästigen, und dabei unerhört direkten,  Herrn Dörig kann Allmen mit der nun möglichen Begleichung der Restschuld los werden.

Es läuft aber leider ein wenig anders und v. Allmen muss sich wohl oder über auch noch die verbliebenen 4 Libellen-Schalen unter den Nagel reißen.  Ein kleiner Diebstahl mit großen Folgen: seinem Hehler kostet es das Leben und ihm selbst beinahe.

Und dann gehts es so weiter und weiter dahin, bis das Buch zu Ende ist. Mit jeder neuen Seite hoffte ich auf etwas Originelles, Spannendes oder Amüsantes. Doch es kam immer nur das, was zu erwarten war. Und auch auf den letzten Seiten gibt es nichts mehr, das für Überraschungen sorgt.

Der Diebstahl der 5 Schalen hat tatsächlich vor 10 Jahren statt gefunden, bis heute sind sie nicht wieder aufgetaucht. Leider hat Martin Suter aus dem wahren Hintergrund keine spannende Geschichte mit Bezug zur Realität gemacht sondern ein Buch, dem es m.A. an fast allen Zutaten dafür fehlt. Gääähn!

PS: wenn es nicht als Krimi mit einem neuen Ermittlerduo angekündigt worden wäre, hätte ich es wahrscheinlich mit mehr als 2,5 von 5 Punkten bewertet. Als „normales“ Suter-Buch mit der für Suter typischen detailreichen und klaren Schilderung der Charaktere, die die handelnden Personen greifbar macht, wäre es zwar noch immer kein absoluter Lese-Höhepunkt, aber recht nett.

PPS: ich trauere den Zeiten nach, als Suter noch so tolle Bücher wie „Small World“ oder „Die dunkle Seite des Mondes“ schrieb …. das waren halt noch Zeiten ….



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  • Kommentar von  Helmut Berger am 15.01.2011 um 12:09 Uhr Uhr

    Suter, hat hier einen Roman geschaffen, welcher nicht die Kraft seiner vorigen Werke besitzt. Trotzdem habe ich ihn in einem Tag „durchgelesen“ und ich bin gespannt wie „Fritz“ (von) Allmen und sein Assistent Carlos im nächsten „Hochstapler – Fall“ agieren werden.

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