Haas, Wolf : Das ewige Leben

verfasst am 30.08.2009 von | Rubriken: Haas, Wolf, Kriminalromane

haas-das-ewige-lebenSimon Brenner kehrt nach seiner aktiven Zeit als Polizist und nun Detektiv in seine Heimatstadt Graz zurück. Dort erwacht er allerdings in der Landesnervenklinik Sigmund Freud aus dem Koma. Kopfschuss. Es heißt, er habe einen Suizidversuch hinter sich. Doch Brenners Selbstmordversuch wird von niemandem geglaubt. Nicht mal er selbst glaubt daran. Er vermutet eher, dass ihn sein ehemaliger Arbeitskollege und nun amtierende Grazer Kripochef ihn aus dem Weg räumen wollte.

Er haut aus der Klink ab  und macht sich an die Aufklärungsarbeit. Dabei holt ihn eine schlimme „Jugendsünden“ ein. Es gab da ein delikates Vorkommnis während er auf der Polizeischule war. Brenner und seine Ausbildungskollegen hatten mal versucht, eine Bank zu überfallen. Es gab keine Beute. Es wurde damals auch niemand von den Beteiligten erwischt. Allerdings verunglückte bei der Flucht sein damals bester Freund tödlich.

Nun scheint ihn diese Geschichte einzuholen, und damit trifft er auch auf weitere Ex-Polizei-Schulkollegen. Einer davon, der Köck, dieser ist nun Hausmeister im Arnold-Schwarzenegger-Stadion und der vierte – der Aschenbrenner – nun er ist der hiesige Kripo-Chef geworden. Brenners Idee dazu ist, dass dieser Aschenbrenner keinesfalls möchte, dass die alte Geschichte auffliegt und damit der Brenner seine Karriere gefährdetD. Somit hat dieses nun hohe Tier  - so der Brenner – es wohl auf ihn abgesehen. Dann wird auch Köck tot aufgefunden.

Die Konsequenzen bei der Suche nach seinem eigenen Mörder sind fatal. Der Brenner, den gibt´s nicht mehr. Er stirbt im großen Showdown und endet mit „ und ich höre noch ding wie wie wie ding und ding und riesenrotes Loch und ganz gewaltig ding und ich ding und ich ding ding ding ding………………………..“

Der Ich-Erzähler ist mit Leser per Du. Der Autor schreibt in einem witzigen Schreibstil. Er lässt manchmal gern das Prädikat beiseite, schreibt in Halb- und Nichtsätzen was dem Krimi Schwung und Brillianz verleiht.

Nun, irgendwie dachte ich ja, Schluss aus und dings. Den Brenner gibt es nicht mehr. Nun freue ich mich aber auf den neuen Krimi „ Brenner und der liebe Gott“, bin gespannt wie Haas das hinbiegt, dass Brenner wieder da ist!!!

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag4 Kommentare


  • Kommentar von  Elke am 10.10.2009 um 17:52 Uhr

    Hi(gh), Interpretation ist in der Kunst, egal ob Schrift oder Malerei, ein wichtiger Spielraum. Stell dir vor es malt jemand einen schwarzen Punkt auf ein weißes Blatt Paier. Na ja. Ist das Brenners Kopfschuss? Oder ein schwarzes Loch im Universuzm. Oder etwa nur ein ganz gewöhnlicher schwarzer Punkt auf einem weißen Blattl Papier?
    Gott (?) sei Dank gibt es so viele Möglichkeiten von Interpretationen wie vielleicht Menschen auf der Welt. Praktisch über 9 Mrd. Wirklichkeiten (meint zumind. Paul Watzlawick). Brenner hat überlebt. Und auch der Ich-Erzähler. Praktisch zwei Individuen. Und egal wer meint von wem abgeschrieben zu haben. Ein gutes Buch ist auf Markt und es machte Spaß dieses zu lesen!
    PS @ Klinger C: hab dein Buch schon auf dem Schreibtisch! Bin gespannt wie die Seidenbast-Geschichte zu lesen ist! Und vielleicht komm ich ja dem Rätsel auf die Spur – wer schreibt von wem ab. Allerdings hab ich gehört, dass eigentlich der Haas Sündis Sprache und Wortwitz übernommen hat ;o) Also was/wer nun ??? ;o)
    Liebe Grüße an alle, die sich mit österreichischen Büchern die Tag versüßen! Elke

  • Kommentar von  Klinger C. am 30.09.2009 um 16:10 Uhr

    Und doch ist etwas passiert: Haas antwortet auf eine Besprechung über Haas …
    (gut, das macht ja auch Klinger, und der schreibt ja mutmaßlich von Haas ab – oder umgekehrt?! stammt nicht vom mir – Anm.)

    Was ich aber in diesem Kontext eher anmerken möchte, ist meine Skepsis gegenüber der weit verbreiteten Fama vom Ableben des Brenner, die ich nicht nachvollziehen kann.
    Nun, gute Bücher lassen oft einen weiten Interpretationsspielraum zu, aber für mich scheint doch der Erzähler verschieden von der Person des Brennner, über die er berichet, zu sein. Wenn also das, also der erzähler und der Brenner, insgesamt zwei Personen sind, und nur einer stirbt, dann Fazit, dass einer noch lebt. Für mich ist das (weil ich an das Gute glaube) der Held, unser Brenner, obwohl ich ja die Tat des Hausgeists, sich für den Brennner zu opfern, grundsätzlich heldenhafter finde, als das, was der Brenner so nebenher vollbringt.
    Interessant, oder?

  • Kommentar von  Elke am 01.09.2009 um 17:02 Uhr

    Äh… jetzt bin ich echt baff ;o)
    Und: die lieben Omas dürften da Recht behalten…

  • Kommentar von  Wolf Haas am 31.08.2009 um 20:31 Uhr

    Hallo!
    Mir geht es wie der Post! Ich dachte ich hätte ein Monopol. Ein Monopol auf Wolf Haas.
    Manchmal habe ich sogar das Gefühl, ich bin Wolf Haas.
    Scherz beiseite, wir dürften denselben Gedanken gehabt haben – noch schnell den alten vor dem neuen Brenner lesen.
    Und da habe ich als vermeintlicher Monopolist natürlich schön geschaut, wie mir das „ewige Leben“ aus dem Literaturblog entgegenleuchtet.
    Oder habe ich das jetzt mit dem ewigen Licht verwechselt, das ihnen leuchten möge?
    Egal, jedenfalls habe ich auch schon ein bisschen was geschrieben gehabt und mir gedacht, bevor ich’s lösche, kann ich es auch als Kommentar veröffentlichen.
    Da identifiziere ich mich schon ein bisschen mit der Post, weil die transportiert ja auch weiterhin Briefe.

    „Jetzt ist schon wieder was passiert. Und ob du es glaubst oder nicht. Zur Abwechslung einmal etwas Gutes. Weil erlebst du auf einer Intensivstation auch nicht jeden Tag, dass dir ein Hoffnungsloser noch einmal wird.“
    So beginnt das „ewige Leben“ und nicht das du jetzt zu sehr erschreckst, aber der Hoffnungslose, der dem Tod noch einmal von der Schaufel gesprungen oder sagen wir vielleicht besser gekrochen ist, war der Brenner selbst.
    Der Grazer Kripochef Aschenbrenner hat ihm nämlich eine Kugel in den Kopf gejagt, im Haus von Brenners Großeltern, behauptet zumindest der Brenner.
    Da denkst du dir sicher na bumm!
    Da sorgt sogar der Chef dafür, dass es für seine Beamten immer ein bisschen was zu ermitteln gibt. So wie bei der Feuerwehr, wo auch häufig der Kommandant was anzündet und dann freuen sich alle, wenn sie löschen fahren können.

    Der Brenner ist nach der Operation drei Wochen im Koma gelegen, am Neujahrstag wieder aufgewacht, aber du errätst nie, was seine ersten Worte waren: „Lustig samma, Puntigamer!“
    Ich kann dein verblüfftes Gesicht quasi sehen, mir ist es auch nicht anders ergangen!
    Da liegt einer drei Wochen im Koma, praktisch totale Gehirnerholung und dann fällt ihm nichts Besseres ein, als dieser idiotische Bierwerbespruch.
    In der Sigmund Freud Nervenklinik in Puntigam haben sie den Brenner auch für einen Spinner gehalten, was er, wenn wir uns ehrlich sind, ja auch ist.
    Der behandelnde Psychiater Dr. Bonati glaubt todsicher an einen Selbstmordversuch, weil wieder zurück in der Heimatstadt, Jugenderinnerungen, zwangsläufig Depressionen und peng!

    Irgendwie dürfte den Brenner schon seine Jugend, aber eher in Form einer Sünde eingeholt haben.
    Weil wie der Brenner noch in die Polizeischule gegangen ist, hat er gemeinsam mit seinen Kollegen Köck, Aschenbrenner und Saarinen eine Raiffeisenbank überfallen, quasi praktische Übung, nur halt von der anderen Seite.
    Dabei ist sein bester Freund, der Saarinen auf der Flucht durch einen Motorradunfall ums Leben gekommen.

    Schön langsam sind die Erinnerungen vom Brenner aber wieder zurückgekehrt und er kämpft sich durch seine Vergangenheit in die Gegenwart zurück.
    Allerdings Zukunft dürfte er keine mehr haben, weil wie er überstürzt die Klinik in Puntigam verlässt, um den Köck zu besuchen, findet er in auch mit einer Kugel im Kopf in seiner Wohnung vor.
    Aber im Gegensatz zum Brenner, wäre eine Operation beim Köck sinnlos gewesen, praktisch mausetot.
    Tja und dann legt der Roman so richtig los!
    Also, lustig samma , Puntigamer!

    PS: So und jetzt nehme ich „Brenner und der liebe Gott“ zur Hand, schlage es auf und schau schon wieder schön!
    Kein „jetzt ist schon wieder was passiert.“
    Ist vielleicht eh’ überhaupt nichts passiert?
    Nicht den Tag vor dem Abend loben, erst mal lesen!

    „Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, muss man das Maul extra erschlagen. Und da sieht man, wie ein Mensch sich verändern kann. Weil heute bin ich die Ruhe in Person…“

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