Buchbesprechung/Rezension:

Agatha Christie: Morphium
Ein Fall für Poirot (18)

Morphium
verfasst am 10.03.2023 | 1 Kommentar

Autorin/Autor: Christie, Agatha
Genre: Kriminalromane
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Die Angeklagte steht vor Gericht, die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft haben ganz eindeutig ergeben, dass Elinor Carlisle schuld am Tod von Mary Gerrard ist. Und doch ist ihr Anwalt Sir Edwin Bulmer von der Unschuld seiner Mandantin überzeugt.

So sehr überzeugt, dass es wert ist, einen Blick zurück auf die Ereignisse zu werfen …

Elinors Tante ist erkrankt und so fassen sie und ihr Verlobter Roddy den Entschluss, die Tante auf Hunterbury, so der Name des Anwesens, zu besuchen. Ein Grund für die Reise ist auch, dass in einem anonymen Brief behauptet wird, dass die Gefahr besteht, dass das Erbe der Tante, es ist sehr umfangreich, an eine andere gehen könnte: nämlich an Mary Gerrard, ein junges Mädchen, dem die Tante sehr zugeneigt ist und dem die Tante eine umfassende Ausbildung finanziert hat.

Elinor und Roddy besuchen die Tante, die sich schon auf dem Weg zur Besserung zu befinden scheint. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht bedeutend, denn zum ersten ist es das letzte Mal, dass die beiden die Tante lebend sehen – sie verstirbt ein paar Tage nach dem Besuch – und zum zweiten verliebt sich Roddy augenblicklich und unsterblich in Mary. Die Verlobung wird aufgelöst, Elinor ist die Alleinerbin, zeigt sich aber allen anderen gegenüber sehr großzügig und verteilt einen gehörigen Teil des Erbes an Roddy, Mary und die Hausangestellten.

Als das Haus der Tante geräumt wird, Elinor hatte es verkauft, kommt es zu jenem verhängnisvollen Zusammentreffen, bei dem Mary plötzlich und unerwartet stirbt; wie sich herausstellt, wurde sie vergiftet. Der Verdacht fällt auf Elinor, die sich, so berichtet die bei der Tragödie ebenfalls anwesende Schwester Hopkins (eine ehemalie Pflegerin der Tante) später, die ganze Zeit über seltsam verhielt. Ein Hinweis kommt zu anderen und bald steht für die Polizei fest, dass Elinor die Täterin ist.

Doch ist es wirklich so? Dr. Peter Lord, der Arzt der Tante, war schon verwundert, dass die Tante so überraschend schnell verstarb. Nun ist er überzeugt, dass Elinor unschuldig ist. In so einem Fall wendet man sich an den besten Mann, um die Wahrheit herauszufinden: Hercule Poirot!

Es gibt doch einige andere Leute, die imstande gewesen wären, zu morden. Und könnte der Tod der Tante und Marys nicht zusammenhängen? Es hat etwas, das steht jedenfalls fest, mit dem aus Schwester Hopkins’ Koffer verschwundenen Röhrchen mit Morphium zu tun und zumindest bei Mary wurde eine tödliche Dosis festgestellt.

Bei den Gesprächen, die der zur Aufklärung der Umstände führt, muss Poirot alle seine in vielen Jahren angeeigneten Tricks anwenden, um von den Befragten wirklich die ganze Wahrheit zu erfahren. Denn auf direkte Fragen wird oft mit angeblicher Unkenntnis geantwortet, zudem sind die Aussagen natürlich von persönlichen Zu- und Abneigungen bestimmt. Recht schwierig, daraus das herauszulesen, was bedeutsam ist, den wahren Mörder bzw. die wahre Mörderin zu entlarven.

Was Poirot der Polizei voraus hat: Er stellt den richtigen Leuten die richtigen Fragen und er gibt sich nicht mit ersten Eindrücken zufrieden.

Von einem Puzzleteil zum nächsten – man muss nur herausfinden, wie alles zusammenpasst. Davon liest man in den Gesprächen, die Poirot mit allen führt und kann sich dabei selbst in die Detektiv-Rolle versetzen und mit kombinieren.

Zurück im Gerichtssaal hat das Duell von Staatsanwalt gegen Verteidiger begonnen. Es war zu erwarten, aber dann ist es doch eine völlig unerwartete Wendung, herbeigeführt vom listigen Hercule Poirot, der zur überraschenden Lösung führt.




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