Buchbesprechung/Rezension:

Edgar-Pierre Jacobs: Blake und Mortimer - Das gelbe M

Das gelbe M
verfasst am 10.01.2023 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Comic & Graphic Novels, Jacobs, Edgar-Pierre
Buchbesprechung verfasst von :
LiteraturBlog Bewertung:

Entstanden im Jahr 1953 spielt dieses dritte Abenteuer von Blake & Mortimer in einer Zeit, in der die Welt noch ganz anders aussah als heute. Das merkt man schon im ersten Satz, in dem steht „… London, die gewaltige Hauptstadt des britischen Empire …“

In den beinahe 70 Jahren, die seither vergangen sind, hat sich so gut wie alles geändert. Die ersten Seiten dieses Abenteuers erschienen übrigens im August 1953, also gerade einmal zwei Monate nach der Krönung von Queen Elizabeth II. Die Queen ist nun nicht mehr, das Empire schon seit vielen Jahrzehnten vergangen.

In eben dieser alten Zeit treibt ein Phantom in London sein Unwesen, das am Ort seiner Verbrechen stets ein gelbes „M“ als Markenzeichen hinterlässt. Neueste Tat ist der Diebstahl der Königskrone aus dem Tower of London. Ein Ort, der als einbruchssicher galt – eben bis zu jenem Tag.

Das ist, natürlich, wir sind in England, ein Frevel, denn damit ist auch die Monarchie direkt betroffen. Nach vielen Diebstählen ändert sich dann aber die Art der Verbrechen: denn nun verschwinden Menschen und Blake und Mortimer geraten sogar selbst direkt ins Visier des Phantoms. Drohbriefe langen ein, in denen sie gewarnt werden, dass es für sie gefährlich werden würde, so sie ihre Nachforschungen nicht einstellen.

Eine phantastische Kriminalgeschichte, verpackt in einer Mischung aus Edgar Wallace, Der Dritte Mann und James Bond. Dabei ist auch „Das Gelbe M“, wie auch die anderen Bände der Reihe, mehr als eine Graphik Novel, denn der Teil „Novel“ ist sehr umfangreich; so sehr, dass man daraus beinahe ein eigenes Büchlein machen könnte.

Auf der Jagd nach alten und neuen Schurken gerät Professor Mortimer in Lebensgefahr, doch so leicht lässt der sich besiegen. Richtig spannend ist der Showdown. Den Hauptanteil an der Spannung haben Jacobs‘ Zeichnungen, mit denen er die Atmosphäre (London – Nacht – Nebel – dunkle Ecken) ganz großartig darstellt.

Zu lesen ist in dieser Ausgabe dann auch noch über die Entstehungsgeschichte dieses Bandes und an den vielen Skizzen und Varianten der Zeichnungen sieht man, wie so ein Comic entsteht. Beeindruckt hat mich dabei vor allem, wie exakt Jacobs die Texte geschrieben hat (denn auch die sind, jedenfalls im Original, reine Handarbeit).

Wunderbare Unterhaltung!




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