Buchbesprechung/Rezension:

H.Leidinger, C.Rapp, B.Mosser-Schuöcker: Freud – Adler – Frankl
Die Wiener Welt der Seelenforschung


verfasst am 23.09.2022 von | 1 Kommentar
Rubriken: Geschichte, Leidinger, Hannes, Mosser-Schuöcker, Birgit, Rapp, Christian
LiteraturBlog Bewertung:

Die Autor*innen:
Birgit Mosser-Schuöcker ist promovierte Juristin und arbeitet als Autorin. Seit 2008 ist sie für den ORF tätig. Sie hat mehrere historische Romane und Sachbücher zur österreichischen Geschichte veröffentlicht.

Hannes Leidinger wurde 1969 in Gmunden geboren und ist Historiker und Schriftsteller. Er studierte Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte an der Universität Wien und ist dort auch als Lehrender tätig.

Christian Rapp wurde 1964 in Wien geboren. Er studierte Theater- und Medienwissenschaften sowie Kunstgeschichte an der Universität Wien. Seit 2018 ist er der wissenschaftliche Leiter im „Haus der Geschichte Niederösterreich“.

Verena Moritz, 1969 in Eisenstadt geboren, ist Historikerin. Sie studierte Geschichte und Russisch an der Universität Wien. Die Lektorin an den Universitäten Wien und Salzburg leitet mehrere wissenschaftliche Forschungsprojekte.

Der Inhalt:
Nach dem Vorwort schreibt Verena Moritz einen Beitrag über den „Urvater“. Damit ist niemand anderer als Sigmund Freud gemeint. Sie schildert seine Flucht vor den Nationalsozialisten im Jahr 1938 und gibt einen kompakten Überblick über sein gesamtes Leben bis zu seinem Tod, ergänzt mit Originalzitaten.

„Seinen Biografen wollte er es nicht zu leicht machen. Und er vermerkte mit unverhohlener Schadenfreude, wie sehr sich wohl viele von ihnen bei dem Versuch, den Menschen Freud zu re- oder zu demonstrieren, irren würden.“

Im Buch sind Biografien der drei Persönlichkeiten Freud, Adler und Frankl versammelt. Jeder der Autor*innen widmet sich einem anderen der drei Begründer wichtiger psychotherapeutischer Schulen. Sie erzählen von ihren Behandlungsmethoden, ihren Lebensgeschichten und von der Beziehung, die sie zueinander hatten. Es beginnt Hannes Leidinger mit Sigmund Freud, gefolgt von Christian Rapp über Alfred Adler. Zum Schluss berichtet Birgit Mosser-Schuöcker über Viktor Frankl. Gespickt werden die Texte mit vielen Zitaten der Protagonisten.

Im Anschluss an die Biografien gibt es ein Kapitel mit dem Titel „Freud, Adler, Frankl: Eine gemeinsame Sitzung“, in dem sich die drei Autor*innen in einem Dialog mit den drei Seelenforschern auseinandersetzen.

Das Buch endet mit einem Namensregister und einem sehr ausführlichen Quellenverzeichnis.

Mein Fazit:
Ich bin ein Fan von Viktor Frankl, was mich auch dazu veranlasst hat, dieses Buch zu lesen. Es störte mich dabei nicht, auch noch die Biografien von Alfred Adler und Sigmund Freud zu lesen. Das Lesen fühlte sich dabei so an, als ob man einen Zeitungsartikel liest. Es sind wissenschaftliche Texte, die dementsprechend sehr informativ, aber auch etwas anspruchsvoll geschrieben sind. Toll fand ich die vielen Originalfotos in der Mitte des Buches.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und für jemanden, der sich für einen der drei Protagonisten interessiert, ist es auf alle Fälle lesenswert. Wobei ich zugeben muss, dass mir der Teil des Buches, der von Viktor Frankl handelt, am besten gefallen hat und mich auch am meisten fesselte und beeindruckte. Ich fand ihn auch mit Abstand am besten geschrieben, wobei ich befürchte, dass das nur meine subjektive
Meinung ist.

Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen. Die Informationen über das Leben von Freud, Adler und Frankl fand ich sehr aufschlussreich. Man erfährt auch viel über die damalige Zeit und so ist es ein Buch, das es schafft, auf jeden Fall den Horizont zu erweitern.




RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 1 Kommentar


  • Kommentar von  Luis Stabauer am 25.09.2022 um 10:42 Uhr

    Macht mich neugierig, auch weil Alfred Adler in meinem neuen Roman vorkommt. Und von Viktor Frankl weiß ich eventuell zu wenig. Werde mir das Buch besorgen.


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