Buchbesprechung/Rezension:

Dennis Jürgensen: Gezeitenmord
Deutsch-dänische Grenzfälle, Band 1


verfasst am 10.04.2022 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Jürgensen, Dennis, Kriminalromane
LiteraturBlog Bewertung:

Wie eine Naturkatastrophe überrollen die Verbrechen den kleinen dänischen Küstenort Melum. Eineinhalb Jahre zuvor war die sechsjährige Rosa Molberg verschwunden, jetzt wird ein Toter im Watt gefunden, Villard, ein elfjähriger Junge ist verschwunden und Villards Lehrer liegt schwer verletzt im Krankenhaus.

Dänisch-Deutsche Zusammenarbeit ist gefragt, denn der Tote wurde genau an der Grenzen zwischen den beiden Ländern entdeckt. Die Polizei in Kopenhagen schickt Lykke Teit, Rudi Lehmann aus Flensburg komplettiert das Kriminalistenduo. Worauf die beiden dann in Melum zuerst treffen, das ist Mogens Krogh der örtliche Polizeichef, der es sichtlich überhaupt nicht schätzt, dass man ihm zwei Kriminalkommissare vor die Nase setzt. Die meisten Anwohner aber sind froh über die Verstärkung, denn alle meinen, dass sich Krogh bei der Suche nach Rosa zu viele Fehler geleistet hat.

Die Serie an Verbrechen geht weiter. Während Krogh darin lauter einzelne Vorgänge sieht, gehen Lykke und Rudi davon aus, dass alles zusammenhängt. Zudem sehen sie auch noch Verbindungen zu einem zurückliegenden Fall, bei dem ein Pädophiler zwei Mädchen entführt und ermordet hatte. Ein dritter Fall, der diesem Täter zugeordnet wird, konnte diesem aber nie nachgewiesen werden. War vielleicht ein anderer Mörder schon damals unterwegs, der nun wieder aktiv geworden ist?

Die junge Polizistin und der erfahrene Kommissar sind ein sehr sympathisches Ermittlerteam. Dennis Jürgensen beschreibt die beiden in ihrer gemeinsamen Arbeit und bei ihren Unterhaltungen wie zwei Menschen, die ausnehmend gut miteinander auskommen, eben wie in einem Vater-Tochter-Verhältnis.

Beide Hauptdarsteller bekommen einen dramatischen Lebenslauf verpasst. Sowohl Lykke Teit als auch Rudi Lehmann können von traumatischen Ereignissen in ihrem Leben erzählen. Das ist der Versuch, etwas über den Hintergrund der beiden zu berichten, allerdings frage ich mich, wozu es denn sein muss, dass ansonsten ganz normale Polizistinnen und Polizisten einen solchen Background verpasst bekommen (müssen). Für „Gezeitenmord“ sind die Lebensgeschichten der beiden, obwohl wirklich gut und überzeugend beschrieben, nicht von Bedeutung.

Jedoch: Das ergibt Sinn, falls die geplanten Romane genau davon handeln würden. 

Abgesehen davon eine sehr geradlinig erzählte Story, die langsam aber zuverlässig an Tempo gewinnt. Einige Szenen daraus fand ich so nervenaufreibend, dass es einige Mühe kostete nicht ans Ende des Abschnittes zu blättern, nur um zu sehen, ob alles gut ausgegangen war.

Alles in allem ist „Gezeitenmord“ ein spannender, flotter Thriller; und auf jeden Fall eine Empfehlung auch kommende Krimis mit Teit & Lehmann zu lesen.




Einen Kommentar hinterlassen

* erforderlich. Beachten Sie bitte die Datenschutzerklärung


Top