Buchbesprechung/Rezension:

Ferri & Conrad: Asterix und der Greif
Asterix 39


verfasst am 21.10.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Comic & Graphic Novel, Conrad, Didier, Ferri, Jean-Yves
LiteraturBlog Bewertung:

Dorthin, wo zuvor wahrscheinlich noch nie ein Gallier war: in den Wilden Osten Europas. Bis nach Sarmatien muss man reisen, um beim nächsten Zusammentreffen der Römer mit Asterix & Obelix dabei zu sein.

Sarmatien liegt dort, wo die Länder heute Ukraine und Moldawien heißen. Dass es diesmal so weit in die Ferne geht, hat liegt auch daran, dass die beiden Gallier im Laufe der 38 bisherigen Abenteuer schon so viele Länder besucht haben. Diesmal müssen es neue Gefilde sein.

Was für die Gallier und für die römischen Legionen gleichermaßen gilt: So weit kann gar nicht weit reisen, ohne auf die alten Widersacher zu treffen. Warum aber muss die Expedition ausgerechnet im tiefsten Winter stattfinden (wo doch alle wissen, dass die Winter in der russischen Steppe wirklich sehr tief sein können)?

Jetzt muss nur noch geklärt werden, warum sich alle nach Osten begeben. Es ist der sagenhafte Greif, der heilige Greif der Sarmaten, den einerseits Cäsar, der sich mit dem Greif eine neue Attraktion für den Circus erhofft, unbedingt besitzen möchte und andererseits sind es die Gallier, die vom Schamanen Terrine (ein Freund Mariaculix‘ aus den Druidentreffen im Karnutenwald) zu Hilfe gerufen wurden. Dem Schamanen war nämlich in einer Vision offenbart worden, dass eine Armee kommen würde, den Greif zu rauben. Und wirklich: Cäsar schickte seine Legionäre los, die gar nicht mehr weit entfernt vom Lager des Schamanen sind – als Geisel führen sie Kalaschnikowa, dessen Enkelin mit. Wenn die Römer wüssten, was sie sich mit dieser Geisel antun …

Jetzt sind sie da, Asterix, Obelix und Miraculix (der übrigens fürchterlich friert) und bereit zu helfen. Nur so nebenbei: Die endlose Steppe erfordert es, dass man zwecks Zeitersparnis auf Pferden unterwegs ist. Und deshalb sitzt Obelix nun oft auf einem Pferd, das sich mit seinem Reiter ganz fürchterlich durch den Schnee quälen muss – das arme Tier!

Dazu kommt, dass der Winter, damit hat niemand gerechnet, auch noch eine andere Folge hat: Der Zaubertrank gefriert und verliert damit ein für alle Mal seine Wirkung.

Neben der Erzählung des Abenteuers wird man sich über ein paar Sticheleien und Hinweise auf den derzeitigen Zustand des Planeten und der Menschheit amüsieren. Darunter auch das heutzutage typische Verschwörungstheorie-Geschwurbel der „Wacht auf“-Fraktion (auch manche Legionäre halten die Erde für einen Scheibe).

Asterix Band Nr. 39 macht wieder viel Spaß. Die Zeichnungen sind ungemein detailreich, auch das Geschehen im Hintergrund erzählt oft kleine Geschichten, sodass man wahrscheinlich (mindestens) zwei Durchgänge braucht, um alles zu entdecken.

Ferri & Conrad setzen weitaus öfter als Uderzo & Goscinny auf großformatige Bilder, in diesem Band – ich habe zwar nicht nachgezählt, habe aber den Eindruck – noch  mehr als zuletzt. Das verleiht dem ganzen Comic zusätzliche Spannung und außerdem sind unter diesen großen Bildern auch einige kleine Kunstwerke zu finden (beispielsweise, aber nicht nur, der See auf Seite 39).

PS: vergorene Stutenmilch ist nicht gut für mitteleuropäische Verdauung …




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